As Andro As Can Be….

In Second Life einen Avatar zu bauen, der wirklich so androgyn ist das man auf den ersten Blick nicht so genau weiss ob das nun Männlein oder Weiblein darstellt, ist eine harte Herausforderung. Warum? Weil die üblichen Creators eben hauptsächlich Content herstellen, der eindeutig geschlechtlich zugeordnet ist.
Beispielsweise ist es sehr schwierig eine weibliche Skin ohne (oder mit minimalem) Makeup zu finden oder eine männliche Skin ohne Bart. (Weil Hipsterbärte grad total in sind hehe).

Im Übrigen kann man keine männliche Skin auf eine weibliche Shape ziehen, weil dann die Brustwarzen an der falschen Stelle sitzen. Bei Jungs sind die deutlich tiefer aufgemalt als bei der holden Weiblichkeit. Da es aber am einfachsten ist einen androgynen Charakter auf einem weiblichen Body herzustellen wenn man nicht ganz auf kleine Brüste verzichten möchte, hat man ganz schön was zu basteln. Natürlich gibt es tolle, androgyne Skins und Shapes für metrosexuelle Jungs. Aber das war ja nicht mein Ziel.

Hier ein paar Impressionen aus meinem Flickr:

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„Eure Ideen Challenge“, Frage 3

Die zweite Frage von Michaela lautete
😀 Mir ist noch was Schönes eingefallen: Eine Geisha beim Fächertanz, gibt’s das in SL?“

Als Antwort bekommst Du Bilder aus dem „Second Life Marketplace“, die Dir zeigen was man alles kaufen könnte um eine Geisha beim Fächertanz zu sein. Warum es keine selbstgemachten Fotos sind 😦 erfährst Du in der Folge.

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Liebe Michaela, grins, auch hier komme ich um eine Vorrede nicht herum.
Ich habe in der Tat einen Avatar der asiatisch und weiblich ist. Und dieser Avatar hatte zwei herrliche Kimonos, sehr traditionell, auch diverse Fächer.
Als ich also Deine Frage las, freute ich mich tierisch, denn ich wollte eine der vielen japanischen Sims besuchen, die sich im Augenblick auf das Sakura Fest vorbereiten. Und ihre Regionen mit den wundervollsten Kirschblütenbäumen schmücken.

Dann kam die Ernüchterung: Für Avatare, die lange in SL sind gilt die Regel von Zeit zu Zeit mal das Inventar zu verschlanken. Man hat nämlich viele Dinge die man nicht mehr gebrauchen kann, da sie vom Fortschritt überholt wurden.

Die längste Zeit meines zweiten Lebens gab es einfach nur Avatare….so wie Linden Lab sie anbietet, die Grundavatare von welchen sich jeder Noob einen auswählen kann um überhaupt mal in die virtuelle Welt zu kommen. Die konnte man dann mittels Zubehör aufhübschen und individualisieren. Also die Figur verändern (bis auf die Größe der Ohrläppchen und der Frage ob und inwieweit diese angewachsen sind oder nicht – ehrlich!), eine andere „Skin“ besorgen. Eine Skin ist wie das Wort schon sagt die Haut, also die Farbe mit der der Avatar der ansonsten ja einfach nur weiss wäre, überzogen wird um wie ein Mensch auszusehen………die gleiche „Shape“ (Figur) kann völlig unterschiedlich aussehen je nachdem welche Skin man ihr verpasst…………..

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Und dann, eines Tages erfand jemand den Meshbody. Der Körper aus Mesh ist sozusagen ein „Kleid“, welches man dem eigentlichen Avatar anzieht. Ein Kleid das aussieht wie ein Körper, und welches den eigentlichen Körper verdeckt, sodass der Avatar runder, glatter, natürlicher wirkt als die Standart SL Avatare es die ganzen Jahre vorher taten.

Mit der Einführung der Meshbodies veränderte sich aber auch die Technik für Kleider. Soll heissen, viele der alten Kleidungsstücke die man auf Standartavataren trug, waren technisch nicht auf Meshbodies anwendbar.

Der langen Rede kurzer Sinn: Als ich voller Vorfreude meinen Kimono im Inventar suchte, fand ich ihn nicht. Und dann erinnerte ich mich, dass ich vor etwa zwei Monaten rigoros alles im Inventar an Kleidung gelöscht hatte, das „vor Meshbodies“ war, weil ich es sowieso nicht trug. Das Inventar muss aber jedesmal voll geladen werden wenn man einloggt. Je voller es ist, desto mehr Rechenarbeit für Server und Computer. Damals verschlankte ich mein Inventar auf diese Weise auf die Hälfte, von circa 65.000 Sachen auf 34.000, was dafür sorgt das der Login deutlich schneller vonstatten geht. Und ich mich in meinem Inventar auch wieder besser zurecht finde, da es natürlich übersichtlicher geworden ist. Ehm……..ja. Aber nu is der Kimono weg. Und für die Aufnahmen hätte ich durchaus auf meinen Meshbody verzichtet, den Kimono mit Standartavatar getragen und schöne Bilder für Dich gemacht.

Satz mit X. 😦Geisha 3

Dennoch, so ganz tatenlos möchte ich ja nicht bleiben. Und so habe ich mir einen nicht wirklich traditionellen, aber halbwegs glaubhaften Kimono angeschafft. Der ist nicht halb so schön wie der mit dem Fächer für Fächertanz, den ich hatte, aber die Frage ist ja mit einem
Ja, man kann in Second Life eine Geisha sein die Fächertanz macht. 
beantwortet.
Ich lege weder Geisha makeup auf, noch eine Geisha Frisur, denn bei den Bildern die ich machen werde geht es mir mehr um die Kirschblüte. Ich glaube, dass Geishas in SL machbar sind, und sogar tanzen können indem sie animierte Fächer nutzen kam rüber. Und beim nächsten Mal passe ich besser auf, was ich lösche! grins.
(Du kannst übrigens auf Flickr mal schauen, wie das aussehen kann. Ein altes Bild mit „vorsintflutlichen Avataren“von 2012, und die Geishas wie sie heutzutage ausschauen können.)

Und jetzt gehen wir gemeinsam mal die Kirschblüte ehren hm?

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Was darf’s denn sein, Hirako San? 😉

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Die Regionen die ich besucht habe waren nur ein kleiner Teil dessen, was „SL Japan“ an Sakura zu bieten hat. Manche Besitzer lassen ihre Kirschblüte das ganze Jahr über, andere richten sich nach den RL Jahreszeiten und ändern die Regionen dementsprechend. Ich glaube ich hätte locker noch hundert Bilder schiessen können. Aber irgendwann muss ein Blogpost ja auch mal wieder enden 😉

„Eure Ideen Challenge“, Frage 2

Die erste Frage von Michaela lautete:
„Können Vampire in SL eine Kirche betreten? Du weißt schon, so eine richtig schöne, gotische Kirche mit Spitzbogenfenstern und so … Und am liebsten natürlich gutaussehende, männliche Vampire 😉 Alternativ wäre es auch interessant zu sehen, ob Engel in die Hölle hinabsteigen können, hehehe …“

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Ich gestehe, es war viel schwieriger als gedacht. Und zwar was das Finden von entsprechenden Locations angeht. Ich habe nun drei Tage lang gesucht. Und jede Menge Kirchen gefunden. Aber wenn sie schön waren, waren sie nicht gotisch. Und wenn sie gotisch waren, waren sie in der Regel irgendwie dämonisch. Und eine Hölle? Ich fand hunderte von Danceclubs die auf Unterwelt getrimmt sind. Unterwelt pur. Unterwelt mit BDSM, Unterwelt mit Zombies, Unterwelt mit weiss der Geier was. Immer mit jeder Menge Schilder und Plakaten, wie sie für Läden, Danceclubs und ähnliches üblich sind.
Oder aber Biker Clubs von den Hell’s Angels und Konsorten, deren Bike – Race – Tracks und alles was man als böser Biker nunmal so braucht 😉

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Im Augenblick ist „dark urban roleplay“ das Zauberwort. Viele der Suchergebnisse nach Hölle oder Unterwelt, brachten mich auf Regionen in denen Zombies durch apokalyptische Landschaften taumeln. (Mein Gott, wie ich als Fotograf diese Zombie NPCs hasse, die den Avatar herumschubsen, langweilige Stöhner von sich geben und verhindern das man ein gescheites Bild knipst…….die wird man ja nicht mehr los!)

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Aber eine Sim in der einfach nur Höllenfeuer, vielleicht ein Thron für Lucifer, und ein paar hübsche Dämoninnen wären, also eine Fotosim  – nee Fehlanzeige.
Ich weiss genau, das es so etwas schon gab. Also bleiben nur zwei Feststellungen: Entweder gibt es diese Sims nicht mehr (SL ist, wie wir wissen, schnellebig), oder aber ich habe die falschen Suchwörter eingegeben (als da wären Hell, Underworld, Lucifer, Devil).

So bin ich nun mit meiner Ausbeute an Bildern nicht wirklich happy, aber mehr kann ich leider nicht anbieten. (Zudem wollte ich ja einen Freund bitten mir als Engel Modell zu stehen, aber leider machte ihm eine RL Erkrankung einen Strich durch die Rechnung. An dieser Stelle rufe ich mal „Gute Besserung!“)

Na gut. Okay. Ich bin nicht zufrieden. Egal. Vermutlich hatte ich einfach viel zu enge Ideen darüber was ich knipsen wollte. Und dass mein Vampiravatar leider noch keinen Meshbody hat, sondern „nur“ einen klassischen Systemkörper der halt ein wenig eckig wirkt, das wird sich auch nicht ändern. Meshbodies sind nämlich viel zu teuer um jeden meiner  Accounts damit auszustatten. Die „Schläfer“ unter meinen Avataren, die ich selten online nehme, gehen leider leer aus. Dennoch……..wenn ich es recht überlege….sooooo übel isser gar nicht, mein Vampi.

Und wie das mit den Vampiren eben so ist, liebe Michaela, wenn man ihnen das erste Mal begegnet, wirken sie so harmlos! Tja, sie wissen sich halt gut zu tarnen. Da machst Du einen Einkaufsbummel und in einem Café oder in einer Geschäftsstraße begegnet Dir dieser gutaussehende Fremde……

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(Nein, ich fürchte er sieht nicht aus wie der Bandleader Deiner japanischen Lieblingband. Aber das liegt nur daran, dass ich keine Ahnung habe wie Dein Lieblingsbandleader ausschaut, grins)
Man kommt ins Gespräch, er lädt einen schließlich charmant auf einen Latte ein………..und so verbringt man eine Weile mit ihm in dieser Bäckerei in der die Eclairs so traumhaft schmecken. Und wundert sich, wieso er nichts isst und nur sehr sporadisch mit einem subtilen Widerwillen an seinem Latte nippt…..

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Da es Sonntag ist, fragt er einen ob man ihn vielleicht zum Hochamt begleiten möchte…….und da man lange nicht in der Kirche war und eh ein schlechtes Gewissen deshalb hat, stimmt man zu. Offenbar hat er Geld, denn der Wagen zu dem er einen führt, ist ein glänzender, schwarzer Bugatti………und er fährt zwar halsbrecherisch, aber traumwandlerisch sicher, als wäre die Geschwindigkeit mit der er durch die Stadt düst nicht etwa der reinste Irrsinn, sondern für ihn profane Alltäglichkeit. Von außen wirkt die Kirche die man sonderbarerweise gar nicht kannte, (obwohl die Stadt doch gar nicht groß ist und man sich einbildete man kenne die wenigen Kirchen allesamt), gewaltig. Riesig. Aber auch auf eine sonderbare Weise düster.

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Besonders gegen den hellen Schnee auf den umliegenden Bergen erscheint sie fast schwarz, kein Lichtstrahl fällt darauf obwohl die Sonne scheint….

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………..und während man ihm durch den düsteren Eingang folgt, flirrt die Luft auf einmal in einem grünlichen Licht. Der Blick ist getrübt, verwirrt reibt man sich die Augen……was zur Hölle?…………..benommen folgt man seiner Silhouette ins Innere. Und als er sich umdreht und einen anlächelt, da endet das Flimmern und Flirren. Man erkennt mit einem Schauer sein wahres Gesicht, denn in der Zeit in der man nicht klar sehen konnte, hat er sich verändert. Die Maske ist gefallen und man steht einem Vampir gegenüber.

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Während man sich noch von dem Schrecken erholt, schaut man sich hektisch um auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit. Halbherzig. Denn man ist von dieser morbiden Schönheit um einen herum durchaus fasziniert, und bisher ist er immer noch am Lächeln….

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Doch als er einen an einem Rollstuhl vorbei führt in dem eine blasse, blutleere Frau halb ohnmächtig vor sich hin vegetiert, wird der Fluchtreflex recht dominant! Auch bemerkt man auf einmal die Spinnweben im Hintergrund, und die Details fallen einem auf welche darauf hinweisen, dass es sich hier bei Gott nicht um ein handelsübliches, geweihtes Gotteshaus handelt!

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…….und während man noch mit seinem Schicksal hadert und nicht weiss ob man sich wünschen sollte, dass dieser Vampir einen küsst oder sich lieber in Luft auflöst und man schweissgebadet im häuslichen Bett erwacht und seufzt „war nur ein Traum!“, erhält andernorts ein himmlischer Kampfengel in seiner Homebase, der Regenbogenkirche, einen Auftrag.

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Mit einem knappen Nicken zu dem Auftrag gebenden Erzengel macht er sich auf den Weg, und landet kurze Zeit später in einem düsteren Landstrich, um Seelen zu retten.

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„Eure Ideen Challenge“, Frage 1

Im Blogbeitrag vor diesem hatte ich ja die Idee entwickelt, Euch Fragen über Second Life zu beantworten, und zwar in Form von Bildern. Und die erste Frage kam von Offenschreiben und lautete

„Ich mag die Idee sehr und möchte mich gleich mal einbinden. 🙂
Kann man in SL zur See fahren? Am besten als Wikinger oder Pirat.“

 

Genau genommen sind das ja zwei Fragen. Ob man in SL zur See fahren kann, ist eigentlich eine technische Frage, ob man es als Wikinger oder Pirat kann, eine Frage des in SL vorhandenen Contents. Oder sind es am Ende drei?
Hier bestand die Herausforderung nun weniger im Bilder knipsen sondern in der Frage wie ich einem SL-Fremden etwas kurz und bündig erkläre, das mich eigentlich zum Ausschweifen verführt. (Und wer mich schon ein wenig kennt weiss, das „auf den Punkt kommen“ nicht unbedingt meine größte Stärke ist.) 😉

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Eine Region meiner Lieblings-Sim-Bauer, Beric und Nea Narstrom: Helvegen im Thorwaldsland. Zum Thema Vikings würde mir keine bessere Region einfallen, auch wenn sie in SL Legion sind!

 

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Na gut, ich versuche es kurz. Aber Ihr habt nicht die Erlaubnis mich zu hauen wenn es mir nicht gelingt :p
(oh Gott, wenn ich das ganze theoretische Zeugs VOR der eigentlichen Antwort schreibe, dann spanne ich Offenschreiben vermutlich richtig auf die Folter!! Aber bei dem Thema Seefahrt, lässt sich das echt nicht vermeiden. Denn wer weiss ob ich sie nicht anfixe und sie sich einen Account macht falls meine Antwort ihr behagt? Kicher)

Ja, man kann in SL zur See fahren.
Allerdings muss man dazu 1. ein Boot oder Schiff haben, welches nicht nur „statisch“ ist und reinen Deko Zwecken dient, sondern so gebaut und gescriptet wurde, dass es sich tatsächlich fortbewegen kann. Und nicht nur das, es muss auch „Sim Grenzen“ überwinden können.
Was eine Sim Grenze ist? Second Life wurde zwar als wirklich zusammenhängende Welt konzipiert, die unglaublich viel Landmasse hat. Aber dieses ganze Land würde unmöglich auf einen einzigen Server passen. Dazu ist es viel zu gross und enthält viel zu viel unterschiedlichsten Content. (Wir erinnern uns wie alt diese virtuelle Welt bereits ist……im Juni wird SL seinen 14. Geburtstag feiern. Und vor 14 Jahren dachte eigentlich noch niemand über VR nach, Second Life war vom Konzept her definitiv seiner Zeit voraus!)
Ergo besteht die grosse Landmasse aus vielen kleinen Regionen, auch Sim genannt (für Simulation). Somit kann Linden Lab die Sims, (welche alle exakt die gleiche Größe haben, nämlich 65.536 m2 (256 x 256 m2) pro Region/Sim), auf verschiedenen Servern unterbringen.

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Den Avatar hier kennt Ihr als „Technokrat Redbarnes“ aus den Geschichten um Jamie. Glücklicherweise hat er die Wikingersachen bereits im Inventar, so musste ich nichts kaufen.

Will man nun von einer Sim auf die nächste Sim, so muss man natürlich die Grenzen zwischen den beiden überschreiten.
(Denn wirkliche Freude käme nicht auf, wenn man die Seefahrt auf 265 x 265 Quadratmeter beschränken wollte!)
Technisch gesehen bedeutet das, diese zwei Regionen können auf verschiedenen Servern liegen. Also muss alles (von der Landschaft über die Wettereinstellungen falls sie sich unterscheiden, bis hin zum Avatar, seiner aktuellen Kleidung und allem was an Content existiert) erstens von Deinem Rechner neu geladen werden und zweitens muss der Server der zu betretenden Region Deinen Avatar und was er trägt, sowie das Schiff auf dem er sich befindet ruckzuck von der Region die Du gerade verlässt übernehmen. Je größer ein Schiff ist, je mehr Scripte es hat (für die Fahrtüchtigkeit und gute Lenkbarkeit) und je schneller du damit unterwegs bist, desto mehr Rechenleistung fällt sowohl auf Deinen Rechner, (dessen Grafikkarte ja alles was Du siehst rendern muss), als auch auf die Server von Linden Lab, die Dein Schiff und Deinen Avatar (oder sogar mehrere falls du Gäste an Bord hast) ja auf der einen Sim integrieren und auf der vorherigen abmelden müssen.

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Furchtbar trocken, ich weiss.
Warum ich so weit ausgeholt habe: Man kann also durchaus in SL zur See fahren. Aber man benötigt eben ein gut gescriptetes Schiff. Die gibt es, aber es gibt sie höchst selten umsonst. Aller Content in Second Life ist ja von Usern gemacht. Das ist die Besonderheit in dieser Virtuellen Welt, die daher auch nicht wirklich ein „Computerspiel“ im Sinne eines MMORPG ist. Denn in einem solchen wird der gesamte Content vom Spiel Hersteller gemacht.
(Was den Vorteil hat, dass ein Computerspiel sehr viel weniger Resourcen frisst was das RAM angeht und die Grafikkarte lange nicht so fordert wie SL, weil ein Tannenbaum im Spiel immer die gleiche Textur hat, vielleich in zwei, drei Variationen was die Farbe angeht, und das wars. In SL jedoch haben tausende von Usern über die Jahre zigtausende Tannenbäume erstellt, und jeder hat eine andere Textur. Vollzeit Job für die Graka, falls sich auf der gleichen Sim viele verschiedene Tannen finden.)
Da die User den Content, also auch die Schiffe erfunden und erstellt haben, und da Second Life zwar kostenlos ist was den Account angeht, aber über eine Währung verfügt die sogar wie alle RL Währungen an der Börse gehandelt wird (weil man Linden Dollars in jede beliebige reale Währung tauschen kann), möchten diejenigen die tolle Sachen basteln natürlich auch dafür bezahlt werden. So ein Schiff müsste man also käuflich erwerben. Und die meisten kosten wirklich eine Menge Geld. Es gibt auch Freebies und Geschenke. Die sind aber selten so gut und schön wie die Qualitätsschiffe der führenden Schiffsbauerläden.

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To make a long Story short: Wenn man bereit ist umgerechnet etwa fünf bis fünfzehn Euro für ein Schiff auszugeben, oder sich mit einem der etwas besseren Freebies/Groupgifts zufrieden gibt, dann ist Seefahrt möglich, und sie ist das Hobby von vielen, vielen Usern in Second Life. Das geht so weit, dass es sogar Segelschulen gibt. Denn ein wirklich gutes Segelschiff ist so gescriptet, dass es den in SL tatsächlich vorhandenen Wind erkennt und von daher sehr realistisch reagiert. Und bei einer Flaute hat ein Segler Pech. (Weshalb ich Motorboote bevorzuge, aber ich fürchte die Wikinger hatten es damit nicht so arg, grins). Und der Umgang mit dem Schiff will eben gelernt sein. Es gibt auch in Echtzeit ausgetragene Regattas etc.

Die zweite Voraussetzung für Seefahrt in SL ist, dass man sie NICHT ÜBERALL stattfinden lassen kann. Es gibt Regionen, welche eine sogenannte „Standalone“ sind. Das bedeutet, auch wenn man bis zum Horizont in alle Himmelsrichtungen Wasser gezeigt bekommt, so endet die Region eben nach ihren 65.536 Quadratmetern. Und wenn keine anderen Regionen genau daneben liegen, dann endet dort auch der Server. Will man eine Standalone verlassen indem man bis zu ihrem Rand segelt, dann prallt man gegen eine unsichtbare Mauer dort wo sie endet. Auch wenn dahinter Wasser ist, das ist eine Sinnestäuschung. Hinter der unsichtbaren Mauer ist nichts. Keinerlei virtuelle Welt. Nichts das auf einem Server und somit betretbar wäre.

Also muss man sich zum Zwecke der Seefahrt (oder auch des Fliegens mit allen möglichen Flugzeugen, Zeppelinen und sonstigem Luftfahrtgerät), auf das sogenannte „Mainland“ begeben. Denn dort liegen die Regionen zu Landmassen zusammengefasst. Und wenn man auf dem Mainland ist, muss man dortselbst in einen Bereich von „sailable waters“. DANN ist Seefahrt möglich. Das berühmteste Beispiel dafür ist die „Blake Sea“, von der ich Dir hier jetzt mal eine Karte präsentiere. (Besser gesagt von einem kleinen Ausschnitt der Blake Sea, sie umfasst mehr Regionen als auf meinen Bildschirm passen.) Die Karte zeige ich deshalb, weil das was ich da nun theoretisch beschrieben habe mit einem Blick auf die Karte sehr anschaulich wird. Man sieht die einzelnen Sims/Regionen mit ihrem Namen. Wo das Wasser Wellen hat, ist es fahrbar. Da wo nur blaue Flächen sind, sind keine Regionen und von daher ist da „Nichts“, also auch kein fahrbares Wasser.

Ausschnitt Blake Sea

Ihr wisst ja, Originalgrösse bei Klick!

Aber, Offenschreiben, ich habe keine Ahnung und konnte das in der Schnelle auch nicht eruieren, ob es unter den fahrbaren Schiffen Piratenschiffe und Wikingerboote gibt! Alle fahrbaren Schiffe die ich bisher in Second Life sah, sind modern.

Ich vermute auch, diese Auskünfte sind erschöpfend genug bis übererschöpfend 😉
Solltest Du dennoch mehr wissen wollen, so kannst Du einen Blick auf das Blog von Atlan Bade werfen. Er ist seit ziemlich genau zehn Jahren in SL und tut dort kaum etwas anderes als sich höchst passioniert mit dem Segeln zu befassen. Atlan’s Pixelwelt
Yaaaay, Theorie Ende!!!

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Das Regionswindlight von Helvegen trägt dem Umstand Rechnung, dass es erst Frühling ist und somit tagsüber noch eher dämmrig als richtig hell. Schliesslich sind wir im hohen Norden!

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Und nun kommen wir zum Thema „Pirat“. Leider bin ich im Augenblick in Second Life etwas pleite, und ich habe keinen Avatar mit einem Piratenoutfit vorrätig gehabt. Also suchte ich gestern zwei Stunden lang nach Freebies, aber für Piraten gibt es  nur uralte kostenlose Klamotten, die meinen inneren Perfektionisten nicht glücklich gemacht hätten. Ich kaufte einem meiner sehr selten genutzten Avatare, der wenig Sachen im Inventar hat, etwas das mit viel Goodwill als Pirat durchgehen kann. Auch wenn es eigentlich mehr an Zorro erinnert. Aber es war günstig 😉

Auch die Suche nach Piraten Regionen war schwierig. Nicht dass es keine gäbe! Es gibt sie wie Sand am Meer. Bloss fand ich die meisten relativ hässlich. 🙂

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Hier ein Beispiel für ein Piratenschiff welches gekauft werden kann. Es ist allerdings statisch, kann also nicht wirklich segeln. Und bereits das statische Exemplar kostet 3.500 Linden Dollars. Das sind in US Dollar zum aktuellen Kurs 13,84 $, und der Euro ist ja fast gleich mit dem US Dollar.

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Eure Ideen sind gefragt!

Leute, ich grins grad über mich selber. Es ist nicht zu fassen…… aber es gibt Zeiten da fällt mir ne ganze Woche nix zum Bloggen ein, und an anderen Tagen wie heute gleich dreimal!

Gerade kam mir eine Idee. Meine angrogyne Version hockt in SL in einem Fitness Studio und macht einen Workout. Auch nach so vielen Jahren bin ich verblüfft wie sich SL weiter entwickelt. Aus ehemals recht hölzernen Animationen an den sogenannten Fitness Geräten wurden fliessende, sehr realistische Bewegungsabläufe.

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Überhaupt gibt es ja fast nichts, das man in SL nicht tun könnte. Alles was im richtigen Leben denkbar ist ebenso, wie Dinge von denen man nur träumen kann. (Das simpelste davon ist, dass Avatare nicht nur gehen, laufen, schwimmen können, nee sie können ja auch fliegen.)

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Dann musste ich während ich meinem Avatar beim vor sich hin Trainieren zusah, daran denken wie Offenschreiben ihre Leser immer so schön einbindet. (jaaa ich habe immer noch fest vor eine weitere der Szenen in SL umzusetzen…..nur die Fabulierlust mitsamt der Muse müssen mich da noch besuchen.)
Und da ich ja im Augenblick so sehr im Fotowahn bin, dachte ich es wäre interessant zu hören, ob es etwas gibt was Ihr Euch immer schon gefragt habt und gern wissen möchtet bezüglich SL.
Natürlich könnten das ganz normale Dinge sein, aber auch Sachen von denen Ihr träumt, nach dem Motto „Was ich immer schonmal tun wollte aber nie verwirklichen konnte.“
Beispiel für etwas relativ Normales: „Kann man in SL boxen?“

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Ihr könntet Eure Fragen in die Kommentare zu diesem Beitrag schreiben. Und mir sogar vorgeben wie Ihr Euch die Optik des Avatars vorstellt. Soll er weiblich, männlich, androgyn sein? Gross, klein, schlank, dick, dünn? Haarfarbe? etc pp.

Für mich wäre es eine tolle Challenge, die Antwort auf Eure Fragen in Bilder umzusetzen. Bleiben wir mal beim Boxbeispiel! Hätte jemand von Euch gesagt „Ich möchte gern wissen ob man in SL Boxen kann. Der Avatar soll weiblich sein, lange blonde Haare haben und eine Gymnastikhose und Sport BH tragen!“
Klar. Dann sähe das entsprechende Bild so aus:

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Ich bin gespannt, ob Ihr mitmacht, und was Ihr für Ideen habt!

….und täglich grüsst der Übergriff….

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Es ist leider sooo typisch für SL, aber ich habe mich in 6 Jahren und 4 Monaten nicht daran gewöhnt und werde das auch nie.
Das die Anonymität mit der man sich hinter einem virtuellen Avatar verstecken kann, Leute dazu animiert sich seltsam zu verhalten ist normal und in einem gewissen Rahmen auch aktzeptabel.

Aber wenn dieser Rahmen gesprengt wird, dann sitze ich oft da und kann nur noch den Kopf schütteln.

Da laufe ich gemütlich über eine der Regionen auf denen die „Gold Hunt“ stattfindet. Und sammele meine Münzen. Und dann poppt eine Instant Message auf. Der Absender ist mir gänzlich unbekannt, ein „Furry“ – genauer gesagt ein Wolf, und nachdem ich mein Radar gecheckt habe,stelle ich fest: Er befindet er sich auch nicht auf der gleichen Region wie ich. Sein Profilbild zeigt auch nicht seinen Wolfsavatar, sondern lediglich ein (vermutlich im Internet geklautes) Bild von zwei im Manga Stil gezeichneten hyperniedlichen Wolfsfurries. (Ihr wisst schon, welchen Stil ich meine ne? So in etwa:)
tumblr_m85rv9rhjb1qbekrvo1_1280Da tut sich mir immer die Frage auf, wie hat mich derjenige gefunden?

So viele Leute haben offenbar Langeweile und nix besseres zu tun als Gruppen in denen sie Mitglied sind nach interessanten Profilen abzugrasen……..find ich seltsam, käme nie auf die Idee. Aber spricht erst mal nix dagegen. Offenbar gefiel ihm mein Profilbild.

 

Folgende Konversation entspann sich (den TOS von Lindenlab folgend mache ich seinen Namen unkenntlich, da es ja kein öffentlicher Chat sondern eine IM war.

[02:33] B M: moin wie gehts ? schickes bild knuddel 🙂

[02:33] Forwalu: Moin. Danke sehr.Kennen wir uns? Ich wüsste grad nicht wo ich dich einordnen sollte
[02:35] B M: ne glaub noch nicht 🙂
[02:35] Forwalu: okay. Hast mich in einer Gruppe entdeckt oder wie?
[02:36] B M: jap genau 🙂 knuddel hihi
[02:36] Forwalu: guckt ein wenig sonderbar, lässt sich eher nicht von fremden Wölfen knuddeln, grinst aber. „Ziemlich fluffig, dieser Wolf, hm?“
[02:37] BM lächelt und leckt forwalu lieb über die nase und grinst
[02:37] Forwalu verzieht das Gesicht und findet das übergriffig
[02:38] B M: wie gehts denn so liebelein ? was machst schönes
[02:39] Forwalu: Du sorry aber ich brech‘ die Unterhaltung jetzt ab. Du kennst mich keinen Meter und nennst mich „Liebelein“, schleckst an mir rum, knuddelst und tust als wären wir super vertraut miteinander. Auch wenn es SL ist, ich halte es eher wie im richtigen Leben und da würde ich mich auch nicht von fremden Wölfen abschlecken lassen. Wir haben nichts gemeinsam, sonst würdest du anders agieren. Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag.

Interessant, und eher ungewöhnlich für SL war, dass er dann tatsächlich nichts mehr sagte. Oft wird ja dann versucht zu argumentieren auf Teufel komm raus, und häufig ist es der Beginn einer netten, kleinen Stalkeraffaire. Ich kenne dutzende von Usern, die extremst gestalkt wurden. So sehr, dass sie schliesslich ihren Avatar still legten und sich einen neuen Account mit neuem Avatar machten.
Ihr fragt ob man jemanden nicht auf „ignore“ setzen kann in SL? Doch, kann man. Aber die Stalker gehen dann oft dazu über mangels direktem Kontakt den Ruf des Gestalkten zu schädigen. Naja, Stalking sollte hier nicht das Thema werden. Und B W ist sicher keiner, sonst hätte er nicht mein Beenden unserer Unterhaltung ohne Widerrede akzeptiert.

Aber es ist dennoch immer wieder verblüffend für mich zu sehen, dass bestimmte Verhaltensmuster sich wiederholen. Bestimmte Typen von Usern immer wieder auftauchen und frage mich was in jemandem vorgeht, der sich völlig fremde Leute aus einer Gruppe pickt und dann auf diese Weise beginnt sich zu unterhalten. Virtuell hin, Second Life her, wie sagte eine Bekannte in SL kürzlich so treffend?

„Es ist völlig egal ob man virtuell oder real mit jemandem spricht: Wer eine gute Erziehung hat und gute Umgangsformen, der wird sie auch virtuell nicht einfach über Bord werfen können.“

 

Neues von Jamie.

OOC: Dies ist kein offizielles Kapitel aus dem WoD Roleplay. Es ist vielmehr ein kleines Geschenk von Jamie an Isar. Dem geneigten Leser meiner Kapitel über das RP wird sich die Logik nicht mehr zeigen, nehme ich an. Denn viel ist passiert seit ich das letzte Kapitel schrieb und dann aufhörte, da das Ganze zu komplex wurde um es weiterhin in Romanform hier wiederzugeben.
Da Isar ja involviert ist, ist er vermutlich der Einzige für den das hier Sinn macht. Aber das macht nix……wer es dennoch liest, viel Spass damit.

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Manchmal half es, sich am Bücherregal zu schubbern. Mit jedem Tag der seit dem Eindringen der von dem kleinen Drachengeistboten überbrachten Energie, dem Geschenk Oberons für die Rettung seines Sprösslings aus den Klauen des Dämons, vergangen war, juckten Jamie seine Schulterblätter mehr und mehr.

Als ihn die Schamanenvereinigung ins good old Britain gesandt hatte und er sich unversehens mit dem komatösen Gefährten in der englischen Provinz wiederfand, um dort einen anderen Caern zu pflegen, war er recht niedergeschlagen gewesen. Doch inzwischen war Jamie wirklich dankbar für diese Abgeschiedenheit.

Am ersten Tag nach dem denkwürdigen Abend als der kleine Drachen Konfetti gespuckt hatte, welches sich dann nach und nach als Botschaft des Fey Königs entpuppt hatte, hatte Jamie viel nachgedacht. Er hatte versprochen sich mit Isar abgeschieden zu halten und nirgends hinzugehen, wo „Unerwachte“ sein würden. Und zwar so lange bis Isar’s Cousin Shan mit „dem Rest“ erscheinen und ihn übergeben würde. Was auch immer der Rest sein mochte.
Aber außer dem „Viel Nachdenken“ hatte er sich relativ normal gefühlt. Ihm ging durch den Kopf, was Isar ihm gesagt hatte als er sich beim Eindringen der Energie in seinen Solarplexus und beim Gefühl der sich neu verbindenden Nervenenden und Synapsen total erregt und verkrampft hatte. War es ein Wunder? Wie soll man auch ruhig bleiben, wenn etwas mit einem geschieht, über das man keine Kontrolle hat und von dem man nicht weiss was es ist? Sein Gefährte hatte ihn erst daran erinnern müssen, dass er Oberon vertraute. Gut und schön, nur war Jamie sich zu diesem Zeitpunkt nicht einmal darüber klar gewesen ob denn der Drachengeistbote nun wirklich vom Hof Oberons gekommen war, oder lediglich ein gut getarnter Dienstbote irgend eines Dämons oder sonstigen Bösewichts.

Am zweiten Tag sah das schon ganz anders aus. Jamie hatte sich am Morgen wie üblich angekleidetund sich ein Frühstück bereitet. Isar schlief noch, und so hatte er sich alleine an den Tisch in der altmodischen Küche gepackt. Irgendwie hatte dieses uralte Landhaus ja Charme, und dennoch, er vermisste seine schöne, moderne Küche die nun in einer New Yorker Lagerhalle vor sich hin moderte.
Es hatte etwa acht Minuten gedauert, bis Jamie sein halb verzehrtes Frühstück entnervt von sich schob. Immer noch schienen sich sporadisch und überhaupt nicht vorhersehbar irgendwelche Nervenenden mit irgendwelchen anderen Nervenenden zu verbinden. Und jedesmal wenn das passierte, gab es nicht nur diesen sonderbaren, kurzen, wie ein leichter elektrischer Schlag anmutenden Schmerz, sondern es kam auch zu unkontollierten Zuckungen in Schultern, Armen und/oder Rücken.

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Na gut. Dann halt die Times lesen. Der war es deutlich gleichgültiger ob er zuckte oder nicht, als man vom Orangensaft oder seinem Kaffee behaupten konnte.Brummend sprang der Motor des fast schon antik zu nennenden Kühlschranks an und erfüllte die Küche mit einem von vielen Hintergrundgeräuschen. Bildete er sich das ein, oder war er auch geräuschempfindlicher geworden? Jamie unterdrückte den Impuls den Kühlschrank mit einer Axt zu kosen und las weiter.

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Den Impuls sich immer wieder zu recken, zu dehnen und zu strecken konnte der Jungmagus allerdings beim besten Willen nicht unterdrücken! Er hatte sich schliesslich erhoben, den Wasserkessel über dem Feuer weggenommen um das Simmern nicht mehr hören zu müssen. Sonderbar, das alles so laut war! Die reinste Hintergrundgeräusch-Kakophonie!

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Am dritten Tag hatte Jamie sich zum Frühsport nach draussen begeben. Es war ein kühler, nebliger Tag, März irgendwo in Yorkshire. Jamie musste, kaum dass er angefangen hatte um das Gehöft zu joggen feststellen, dass er keinen Stoff auf der Haut des Rückens ertrug. Also entledigte er sich seines Hemdes, allerdings legte sich der Nebel derart kühl auf seine verschwitzte Haut, dass er grummelnd wieder ins Haus ging. Nachdem er eine Weile im Obergeschoss, dem „Fitnessraum“ zugebracht hatte, gesellte sich Isar zu ihm.

Er hatte Traubensaft im Gepäck, und so hockten sich beide in den Hängesessel um zu philosophieren. Für Jamie war es essentiell wichtig diese Entwicklung, diese magische Veränderung in seinem Körper mit seinem Prinzen teilen zu können. Ebenso wie seine Gedanken, seine Freude, seine Zweifel.

„Je länger ich Zeit habe, mich mit dem Geschenk Deines Vaters auseinanderzusetzen, desto mehr freue ich mich darauf.“, hatte er erklärt. „Und je sorgloser ich werde, desto heftiger merke ich die kleinen Knubbel unter der Haut.“
Natürlich war Isar neugierig gewesen. Aus dem „neugierig die Knubbel fühlen“ wurden zwei zärtliche Stunden die damit geendet hatten, dass Jamie feststellte, nur noch „top“ sein zu können, da ein auf dem Rücken liegen so allmählich unerträglich und unmöglich wurde.

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Dennoch, mehr und mehr waren sie gespannt was „Der Rest“ sein sollte, den Shan bringen würde. „Vielleicht irren wir uns und es ist gar nichts Stoffliches, wie zuerst angenommen“, hatte Jamie überlegt als sie später erschöpft nebeneinander auf der Fitnessmatte ruhten. „Möglicherweise ist es ja auch Magie. Zu gross als dass Dein Vater sie dem kleinen Drachengeist anvertrauen könnte?“

Es würde spannend bleiben. Und das half ihm über den vierten und fünften Tag, an dem er nur noch im Haus blieb, da er nun nicht nur keinen Stoff mehr auf der Haut vertrug, sondern auch deutlich missgestaltet aussah….seine Schulterblätter schienen doppelt so groß wie normal, und es juckte unaufhörlich, so als würden tatsächlich kleine Federkiele versuchen, sich einen Weg durch die Haut nach aussen zu bahnen. Jamie betete, dass sich das nicht entzünden würde. Ein Wechselbad der Gefühle, durch das er ging. Er freute sich so sehr auf seine ersten Flugversuche. Und darauf sich von Isar anleiten zu lassen. Aber er konnte unmöglich abschätzen wie das sein würde. Flügel haben! Wow. Die Skespis wohnte zu tief in ihm um sich mundtot kriegen zu lassen. Und dennoch hätte er jubelnd singen mögen bei der Vorstellung, mit Isar über die Gipfel der Pennines zu segeln, die Thermik zu erproben und FREI zu sein. Das Luftelement zu erobern. Und vielleicht ja dann den Fey an Oberons Hof einen Besuch abzustatten und seine neuen Fähigkeiten stolz wie ein Spanier vorzuführen!

Meine Güte, ja! Es war stressig gewesen, es hatte an ihm gezehrt, und es war das Gefährlichste was er je getan hatte, sich mit dem Dämonen anzulegen. Aber dieses Geschenk war jede Sekunde die er sich am liebsten in die Hose gemacht hätte wert und wog das ganze Zittern und Zähneknirschen um ein Vielfaches auf. War das Leben nicht schön?

Schubladendenken und Genderkram

Zugegeben, ich hasse es wenn Menschen in Schubladen denken. Ich sitze mit einer Bekannten im Speisewagen und die deutet mit dem Kinn in Richtung einer ziemlich dicken Frau, die genüsslich ein Stück Torte verzehrt während die Sahnehaube auf ihrer heißen Schokolade langsam schmilzt. „Kein Wunder das die so aussieht, ne? Wahrscheinlich lebt sie nur von Zucker und Fett!“

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Quelle: „Cami’s Magic World“    (http://wittcami.de/ )

Hat das außer mir jemand gehört? Wenn ja, ist Fremdschämen angesagt. Fakt ist doch: Wir wissen nicht warum die Dame gegenüber so dick ist. Klar, kann gut sein sie hat einfach keine Selbstdisziplin und ernährt sich absolut falsch, bewegt sich kaum und lässt das Abendessen täglich wegen einer Tüte Chips ausfallen. Kann aber genau so gut sein, dass sie eine Stoffwechselerkrankung hat oder sonst einen Grund extrem anzusetzen. Und vielleicht hat sie jahrzehntelang ergebnislos wie verrückt gegen ihre Pfunde gekämpft, ständig sich kasteiend ohne das Ziel zu erreichen – und eines Tages beschlossen „Nee! Einmal pro Woche erlaube ich mir eine Sünde, denn sonst sterbe ich im Zustand grimmiger Selbstkontrolle und ohne jahrzehntelang die kleinste sinnliche Freude gehabt zu haben“.

Wir wissen es nicht. In Schubladen zu denken, kommt also einer Wertung recht nahe. Um nicht zu sagen einer Vorverurteilung. Je nachdem um was es geht.

Warum also tun wir es?

Der Mensch muss sich in seiner Umwelt irgendwie gedanklich positionieren. Erst wenn er das erledigt hat, kann er von seiner Position aus Stellung zur Umwelt beziehen. Das ist wichtig. Unter Umständen überlebenswichtig.
Der Hund vor Dir knurrt und fletscht die Zähne? Schau zu, dass Du Land gewinnst, das bedeutet Gefahr.
Meistens zumindest. Da sind wir wieder bei den Normen. Aber es gibt ja immer Ausnahmen von der Regel. Was also hindert uns daran, erst einmal auf Sicherheitsabstand zu gehen, und besagten Caniden dann aus der Ferne zu beobachten um herauszufinden ob er wirklich aggressiv auf uns reagierte, oder ob er aus einem anderen Grund knurrend die Zähne zeigt? Ich weiss nicht was DICH hindert………bei den meisten Menschen ist es reine Bequemlichkeit, respektive Hilflosigkeit.

Die Kisten sind nützlich so lange wir uns nicht darauf ausruhen. Sie dienen einem „ersten Einordnen“, wenn wir jedoch nicht mehr mit wachen Sinnen wahrnehmen, prüfen, denken, beobachten, dann sind Denkschubladen eine Falle. Denn wir gehen mit der Zeit automatisch davon aus, sie würden eine allgemein gültige Wahrheit abbilden. Nur – leider gibt es keine allgemein gültige Wahrheiten.

Sicher, es ist angenehm es sich einfach zu machen. Bequem. Und vor allem vermittelt es uns ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. „Ich weiß bescheid, mich überrascht nix mehr!“ Von wegen. Denn kaum hat der Homo Sapiens es sich gemütlich gemacht in seinem Lebensraum aus Schubladen und Kisten, kommt garantiert etwas daher, was in keine Schublade passt. Unverhofft kommt oft.

Gott zum Gruße, Conchita Wurst! (und falls Du das zufällig irgendwann lesen solltest, wovon nicht auszugehen ist, aber man will ja für alle Fälle gerüstet sein……I really adore you! Vor allem Deinen Mut!)

Die Menschheit ist es gewohnt, sich in zwei Geschlechter einzuordnen. Alles was nicht eindeutig nach Männlein oder Weiblein aussieht verstört. Verunsichert. Polarisiert.

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Wir wissen einfach nicht, was wir davon halten sollen. Wir können uns nicht in Sekundenschnelle positionieren, unser Weltbild bebt und bröckelt, Ratlosigkeit stellt sich ein. Soll ich diese Person nun mit „Sir“ oder mit „Madam“ ansprechen?  wäre noch eine der leichtesten Ratlosigkeiten.
(Und im Übrigen einfach zu lösen: „Guten Tag, gestatten…..mein Name ist XY. Und wie darf ich Sie ansprechen?“ Das auf diese Weise befragte Alien wird uns einen Namen nennen, und wenn wir Glück haben ist er nicht genderneutral wie „Pat“ oder „Vic“, sondern eindeutig wie Michael oder Monika.Und schon haben wir einen Teil unserer Unsicherheit eliminiert.)
Was, wenn sich diese Person ans Urinal nebenan stellt? Oder in der Damentoilette aus der Tür gegenüber tritt?

Menschen haben „Shortcuts“ für „richtiges Verhalten“ gelernt. Dieser Vorgang ist allgemein als Sozialisierung bekannt. Hier aber versagen diese erlernten Verhaltens-Schemata. Es gibt schlicht keinen Shortcut dafür. Die enstehende Unsicherheit löst ein Gefühl der Bedrohung aus, denn der Versuch die Situation einzuordnen, misslingt. Woher soll ich wissen, ob dieses Individuum mich nicht gleich mit gefletschten Zähnen beißen wird?
Könnte es ein Alien sein? Bin ich überhaupt noch in meiner Welt, oder hat mich eine nicht näher bekannte Anomalie in ein Wurmloch gesaugt und in einem Paralleluniversum wieder ausgespuckt?
Fragen über Fragen. Und das Perverse daran: Es gibt keine Antworten. Nichts, woran ich mich festhalten könnte. Nichts, das dafür sorgt, dass ich mich sicher fühle, kein Gerüst welches mich davon abhalten kann zu straucheln und hinzufallen.

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Der Mensch, der seine Notdurft verrichten möchte und plötzlich am Urinal neben sich dieses Alien sieht, hat keinerlei vorprogrammiertes Verhalten erlernt. Was soll er tun? Seine Ohren fangen das Plätschern nebenan auf, während seine Augen wie hypnotisiert an den Fliesen vor ihm kleben – nur – das handelsübliche Fliesenanstarren mit leicht erhobenem Kopf um Diskretion zu signalisieren,  das hilft hier nicht.

Denn da ist die Neugierde. Hat das Alien wirklich einen Zipfel oder ist es dann doch eine Frau mit einem etwas zu heftigen Damenbart, die mit einer Stehpinkelhilfe für Damen hier einen auf superemanzipiert macht? Der Mensch würde zu gern mal rüberschielen. Was aber wenn „Es“ ihn dabei ertappt? Es könnte ja auch eine Transgenderperson mitten im Wandel sein……aber dafür müsste man genau hinschauen, was sich durch die erlernten Shortcuts für Anstand absolut verbietet.

Außerdem ist das Shirt pink! Jeder weiss doch, dass Pink für männliche Augen krebserregend ist! Gefährlich! Der Kopf will in die andere Richtung wandern und sich ratlos abwenden, doch zu spät, nun steht auch dort ein Gast am Urinal, den man genau so wenig anstarren kann. Am Ende hält der Typ einen für schwul!
Also starrt der Mensch weiterhin die Wand vor sich an wie ein hypnotisiertes Kaninchen, und ist froh als die Blase leer ist, so schnell hat er noch nie abgeschüttelt und den Zipper wieder hochgerissen, fast fluchtartig verlässt er die Toilette. Draußen stellt sich dann dieses typische „Gerettet! – Gefühl“ ein. Erleichtert atmet er tief durch. Dass er das Händewaschen vergessen hat, ist gegen das eben Erfahrene ein reines Kavaliersdelikt…….die Hälfte der Menschheit vergisst das mal.

Wir fürchten, was wir nicht einordnen können. Dinge die nicht in Schubladen passen, machen uns Angst. Und nun?

Es gibt zwei Zauberworte.

Nummer Eins ist „Selbstbewusstsein“. Entspann Dich! Ja, da ist etwas das Du nicht kennst. Aber traust Du Dir selbst so wenig über den Weg, dass Du fürchten musst, nicht adäquat reagieren zu können? Und selbst wenn……..das Gegenüber weiss doch, dass es in keine Schablone passt! Es rechnet also mit Deiner Verunsicherung und wird Dir nur dann einen Strick aus einem Fehler drehen, wenn es selbst noch nicht gelernt hat hinter sich zu stehen und sich anzunehmen so wie es ist!
Selbst ein Fehler ist kein Beinbruch – wir sind Menschen. Und niemand ist perfekt, wir alle machen Fehler. Fehler sind toll, man lernt daraus! Ohne kämen wir nicht wirklich weiter auf dem Weg durch die Evolution!

Nummer Zwei ist „Abenteuerlust und Forschergeist“. Und das Bewusstsein, dass es auf den Charakter ankommt, nicht auf die Hülle in der er sich durch die materielle Welt bewegt. Sind es nicht die Seele und das Herz, die einen Menschen ausmachen? Egal in welcher physischen Form jemand durchs Leben geht…….unsere Interaktionen mit ihm sind gesteuert von seiner Sicht der Welt, seinen Einstellungen und seinem Verhalten. Und das ist absolut unabhängig von seiner Physis! (okay, ich gebe zu, die Horomone spielen auch eine Rolle und bestimmen unser Denken und unsere Emotionalebene. Aber wir wissen, dass jeder Mann eine innere Frau hat und jede Frau einen inneren Mann. Die Frage ist lediglich wie die Beiden gewichtet sind.)

Fazit: Physische Geschlechter werden überbewertet. Es ist der Mensch der zählt, nicht seine Form!

Abschliessend möchte ich Euch einige Bilder des oben gezeigten Avatars anbieten, in welchen ich ihn immer wieder leicht abwandele. Und er wird jedes Mal anders wirken. Immer androgyn aber mal mehr zur männlichen, mal mehr zur weiblichen Seite neigend. Es hängt von so vielem ab wie man einen Menschen geschlechtlich einordnet: Kleidung, Farben derselben, Frisur, Körperhaltung und -sprache. Die Figur des Avatars und das Gesicht ist immer gleich, und dennoch….es hängt so vieles davon ab wie man gekleidet und frisiert ist….aber seht selbst und lasst die Bilder wirken! Nochmal: Am Körper habe ich nicht das Geringste geändert.

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