Isar und Jamie RPen noch….

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….. und erleben gerade mal wieder eine große Herausforderung.

Manchmal bin ich traurig, dass es mir zuviel geworden ist das RP des niedlichen Satyrs und des Jungmagiers,  (der inzwischen ja gar nicht mehr soooo jung in dem Job ist), in Romanform mitzuschreiben.
Es hat immer Spass gemacht. Aber es war halt eben auch sehr, sehr zeitintensiv. Ausserdem hat mein RL gerade so richtig fette Tücken sowohl finanzieller als auch gesundheitlicher Art.
Wenn Isar’s Steuereinheit und ich keine Zeit fürs RP haben, schreiben wir uns schonmal gegenseitig kleine Episoden auf. Das ist wie RP, nur alleine 🙂

Für alle die das RP gerne lasen, und ja auch ein wenig aus Wehmut heraus, hier einige Auszüge von dem was gerade vor sich geht.

Sharing Something Special

Die kleine Halbdämonin Minnie war ja von Beginn an in den Wolf Sigurson tierisch verknallt. Inzwischen haben die Beiden sich einander angenähert. Und sich sogar gedatet! In London……wie ramontisch!
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Ein Date in London

Der Kleiderschrank hatte ein kurzes Shirtkleid und eine relativ edle Jacke ausgespuckt, und die kleine Dämonin war ein Casualtraum in Silbergrau.

Während Minnie mit Sigurson zum Globe stöckelte, wünschte sie sich insgeheim sie hätte flachere Schuhe angezogen. Manchmal hätte Mannsein wohl Vorteile – zumindest verdarben die Schwanzträger sich nicht die Füße, nur um das andere Geschlecht zu beeindrucken. Andererseits waren die Dinge mit denen sie das versuchten teilweise auch nicht viel sinnvoller….

Sie sprachen nicht viel. Ob das daher rührte das jeder von ihnen versuchte, sein „Schwimmgefühl“ über Bord zu werfen, oder ob es schlicht der jeweilige Kloß im Hals war, war Minnie nicht klar.
Sie griff nach ein paar hundert Metern nach seiner großen, warmen Hand. Und war glücklich, als er sie mit einem kurzen Blick bedachte in dem wohl eine Art verunsicherte Zufriedenheit ruhte, und ihr die Hand überliess.
„Weisst Du, ich bin nicht wirklich gebildet. Ich habe nie etwas gelernt, und nur sehr kurz die Schule besucht.“ Während sie das sagte, versuchte sie es nicht so zu sagen, dass es etwas anderes als normales Menschsein offenbaren würde.
„Aber ich hatte……einen……naja nennen wir es einen Mäzen. Und der war ersten verrückt nach Theater und Oper, und zweitens ein absoluter Fan von Immobilien und aussergewöhnlichen Einrichtungsideen.“
Sie erklärte nicht näher zu welcher Zeit und an welchem Ort das gewesen war. Unwichtige Details!

Es ging auf acht Uhr zu und sie verließen Mayfair Richtung Soho, überquerten dann die Themse auf der Waterloo Bridge und nahmen, da Minnie fußmüde wurde – verdammte HighHeels!- ein Boot zum Bankside Pier. Durch die Geschwindigkeit der Bootsfahrt waren sie natürlich zu früh an, und so spazierten sie ein wenig den New Globe Walk auf und ab und gönnten sich kurz vor der Vorstellung in dem Starbucks schräg gegenüber vom Globe noch einen Iced Cinnamon Almondmilk Macciato. Es war Minnie’s Idee gewesen, aber Sigurson bezahlte. Die Halbdämonin genoss das. Nicht weil sie klamm gewesen wäre, (was sie ständig war und was sie somit nicht weiter mit Sorgen erfüllte, sie hatte sich im Laufe der Jahrhunderte daran gewöhnt), sondern weil sie fühlen konnte das es für ihn alles andere als Routine war ein Mädchen auf diese Weise auszuführen.
Im Laufe des Weges hatten sie zu einer Art unverfänglichem und dennoch hoch interessantem Smalltalk gefunden – fast stellte sich eine gewisse Leichtigkeit ein.
„Oh schau, eine blühende Magnolie! Sind die nicht einfach atemberaubend?“
Und so weiter.
Ihr Herz klopfte nicht mehr als würde sie jeden Moment einen Infarkt erwarten können, Minnie war von einer fröhlichen Beschwingtheit.

Diese verstärkte sich, nachdem sie ihre Plätze eingenommen hatten und sich der Vorhang hob, aufgrund der Beschaffenheit des Stückes. Für Erwachte und Bewohner diverser Welten war es durchaus zusätzlich erheiternd zu sehen, wie offensichtlich unerwachte Theaterregisseure das Reich der Fey inszenierten!
Zuweilen schaffte Minnie es nicht, der Handlung zu folgen (was nicht tragisch war, da sie das Stück ja durchaus kannte, ihr „Mäzen“ hatte es geliebt jeden der vier Handlungsstränge in einer Art Rollenspiel mit ihr nachzuspielen), es war schwer sich auf die Bühne zu konzentrieren wenn ihre sensible Nase immer wieder mit kleinen Sigurson-Duftwellen überschwemmt wurde. So vital.
Außerdem war sie hingerissen von dem Parfum das er offenbar trug.
Ledernoten in der Basis…..ein wenig Moos gepaart mit Zitrusfrüchten….war da am Ende sogar ein erdiger Hauch von Patchouli?
Auf jedenfall war es das Aroma der Haut des blonden Mannes, welches dieses Parfum erst zu einem unverwechselbar sinnlichen Erlebnis machte, welches ihre Nasenflügel immer wieder hungrig beben liess.

Ob er bemerkt hatte, dass sie heute sogar ihre Ohren im Griff hatte?
Na gut, es war ein wenig gemogelt – Jamie hatte ihr großzügigerweise ein wenig von seiner Weberseide abgegeben als er sie ins Hotel brachte.

Langsam neigte sich der Sommernachtstraum seinem Ende, und Minnie fühlte sich so lebendig wie selten zuvor. Ihr Magen erinnerte sie leise knurrend daran, dass sie seit dem Frühstück nichts gegessen hatte, und während sie sich leicht errötend umschaute -hoffentlich hatte das niemand gehört – leckte sie sich die Lippen bei der Vorstellung von dem Steak im Hawksmoore. Gottlob war es ja nicht arg weit, ihre Füße würden ihr NICHT den Abend verderben!! Für den Rückweg ins Hotel würde sie Sigurson um ein Taxi bitten.
Minnie liebte die Einzigartigkeit der Londoner Taxis.

I want our love to be something special!

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Jamie hingegen hat sich in den Kopf gesetzt, den vom Dämon Pazuzu besessenen Zachary endlich aus den Klauen der Bestie zu befreien. Wochenlang wurde ein Masterplan geschmiedet. Und diesmal lässt sich Isar nicht vom Helfen abhalten. Es gelang Jamie nicht, ihn wieder an den Hof seines Vaters des Satyrkönigs Oberon zu schicken. Aber Jamie ist beruhigt, denn Isar’s Hilfe wird darin bestehen, sich selbst während der Rettungsaktion in eine Art künstliches Koma zu versetzen und Jamie in dieser Zeit die eigenen Heilerfähigkeiten über einen sogenannten „focus“ zu überlassen. Der Magus hat dann eben auch noch die Fähigkeiten seines Geliebten zur Verfügung.

Doch Jamie ist unruhig, denn Isar ist extrem lange unterwegs um diesen „Focus“ zu besorgen. Als er dem Magus von diesem Vorhaben berichtete klang das so easy und einfach. Als sei es binnen einer Stunde erledigt. Doch nun sind schon Stunden vergangen….
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Focus (verfasst von Isar’s Steuereinheit, die ihr ja als Zasta aka eatsbluecrayon kennt.)

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Das Bild geht natürlich auf Isar’s Konto und entstammt nicht meiner Bilderschmiede. Auf mein Konto geht lediglich der unsaubere schwarze Strich am linken Rand, sorry Zasta!

Die Luft war so kalt, dass jeder Atemzug nach Metall schmeckte.
Isar rannte. Schneller, als er je gerannt war. Nicht fliegen. Nicht. Fliegen. Sonst hätten sie ihn. Er schlug Haken, setzte über einen gefallenen Baumstumpf, dem eine Hülle aus Eis eine glitzernde haut verpasst hatte. Hinter sich hörte er das Trappeln von Pfoten. Das Kratzen, wenn Krallen den Halt auf dem verharschten Schnee verloren.
Keine Zeit. Viel zu wenig davon … Er musste es zum Übergang schaffen. Und dann Jamie klarmachen, dass die Zeit drängte. Ohne … ja, ohne.
Das Gebell und Geheule hinter ihm hatte aufgehört. Und das war ein schlechtes Zeichen. Denn es bedeutete, dass sie all ihre Energie darauf konzentrierten, ihn zu erwischen.
Ein unbarmherziger Blutmond tauchte den Wald ohne Wärme in rosiges Licht. Unter anderen Umständen wäre es vermutlich romantisch gewesen. Aber nicht, wenn man um sein Leben rannte. Stumm flehte er zu Medbh „Ich mach´s doch aus den selben Gründen wie du … lass mich gehen, bitte!“
Die Antwort waren huschende Pfoten auf schneidendem Schnee. Medbh war nicht seiner Meinung.
Isar rannte.
Griff in einen der Beutel an seinem Gürtel und zog eine handvoll Pulver heraus. Er mochte Heiler sein, kein Krieger wie Medbh – aber das gab ihm auch ein paar Tricks in den Ärmel. Cantrips … winzige Fünkchen im Vergleich zum mächtigen Feuer der Magick, zu den lebensprallen Gaben der Wölfe oder den dunklen Disziplinen der Blutsäufer. Aber auch Funken konnten zu einem Waldbrand werden. Er schnappte nach Luft wie ein Ertrinkender, warf das Pulver hinter sich. Wärme für Muskeln und Gewebe .. sonst heilsam und sanft .. nun ein Zischen und mehrere Quadratmeter Schnee verwandelten sich unter Pfoten der Verfolger in heißen Matsch.
Erschrecktes Jaulen hinter ihm gab Isar die Kraft, die letzten Meter zum sanft glühenden Riss zwischen den Welten zu stolpern. Das Taschenmesser aus dem Gürtel zu reißen und wieder auf die andere Seite zu hechten. Einige hektische Gesten und der Riss war versiegelt.
Er hatte es geschafft.
Zitternd griff er nach dem Ledersäckchen, das den Fokus enthielt. Spürte die glatte Schwere. Seufzte tief.
Medbh lachte.

 

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Da ich Redbarnes den Technokraten aus dem Verkehr gezogen hatte, und auch Redrai, der Lehrer von Jamie inzwischen verstorben ist und nur noch ab und an als Geist mit meinem Magus kommuniziert, war es Zeit für mich einen neuen Charakter ins Spiel zu bringen. Hier ist er:
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Der True Brujah

Nun war er seit exakt drei Tagen, vier Stunden, achtzehn Minuten und 36 Sekunden aus Tunis zurück. Und mußte feststellen, dass die kleine Halbdämonin, die sich auf seinem Land eingemietet hatte, seitdem verschollen war.
In ihrem Trailer vergammelten einige Lebensmittel, aber da die Bewohner der Trailer meist gemeinsam grillten oder sich Essen liefern ließen, (kaum einer von ihnen hatte eine Küche), war es nicht genügend Material um zu stinken. Also griff er nicht ein.

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Es war eine Wohltat dem tunesischen Klima einmal mehr entkommen zu sein.
Z’Ador schloss das Tor zu seinem Haus auf und trat gemessenen Schrittes in den Hof. Nachdem er das Tor wieder sorgfältig verriegelt hatte, (das Haus im Stil eines modernen japanischen Sommerhauses war trotz seines luftig offenen Erscheinungsbildes eine wahre Festung), sah er zuerst nach seinen Kois.

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Er hatte die Zeit für sie angehalten, da er bei seiner Abreise nicht sagen konnte wann er sie wieder würde füttern können, aber nun war er ja wieder vor Ort.
Während er den normalen Zeitfluss für seine Prachtschätze wieder in Gang setzte, murmelte er leise „Gerüchte. Nichts als Gerüchte. Je mehr man sich selbst mit Seinesgleichen umgibt, desto mehr Gerüchte tauchen auf. Ich wollte, wir würden ehrlicher mit uns selbst sein.“

 

Z’Ador war nicht verwundert, dass die Kois sich nicht auf das Futter stürzten. Für sie war keine Sekunde seit seiner Abreise vergangen, wie hätten sie also Hunger entwickeln sollen? Der Trujah liess sich auf dem Hocker in der Nähe des Koiteichs nieder und beobachtete sie ohne Leidenschaft, aber dennoch mit dem Anflug eines Gefühls von Stolz.
Sie waren beinahe perfekt. Und wenn ein Trujah überhaupt fähig war zu lieben, so liebte er diese schuppig glänzenden Leiber wahrhaftig.

Es entsprach einfach nicht der Wahrheit, dass Seinesgleichen keine Emotionen empfanden. Wahre Brujah beherrschten sie. Natürlich. Was sonst? Was man davon hatte, wenn man sich ihnen hingab, in Raserei geriet, und diableriert wurde hatte die Historie ja deutlich gemacht. Also war es schlicht eine Frage des Überlebens bzw. des Über-Unlebens und der Bewahrung des kleinen Restes des Clans, die Emotionen zu beherrschen. Die wenigen, die im Laufe eines mehr oder minder langen Unlebens nicht verkrüppelt waren.
Z’Ador empfand einen leichten Anflug von Verärgerung wenn er einem Trujah begegnete, der anderen und sich selbst in die Tasche log und behauptete, emotionsfrei zu sein. Anstatt offen stolz darauf zu sein, dass man die eigene Emotionalebene so perfekt beherrschte wie nichts anderes, und sich somit der Vollkommenheit annäherte, verleugneten diese Feiglinge ihre Gefühle! Die Wahrheit war vollkommen – nicht die Negierung derselben!
Sicher, es wäre wundervoll keinerlei Emotionalität mehr handeln zu müssen. Aber Hand aufs Herz – fast kein Trujah hatte das wirklich geschafft! Die Lüge entstand aus der Weigerung die eigene Unvollkommenheit anzuerkennen, Seinesgleichen hatten einfach keine Eier in der Hose! Sonst hätten sie dazu gestanden dass bei fast jedem von ihnen hin und wieder leichte Gefühle auftauchten, und sie mitnichten völlig emotionslos waren.
Er selbst mochte die Anflüge von Gefühl die hier und da spürbar wurden. Sicher, sie waren selten. Aber sie waren gleichzeitig eine Herausvorderung. Was sollte er denn ohne sie beherrschen? Wie sollte er sich weiter der Vollkommenheit, dem völligen Einklang von Körper und Geist nähern und sich somit entwickeln, wenn da keine Herausvorderung mehr wäre?

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Seine Kois zogen ruhig ihre Bahnen. Z’Ador beobachtete die zarten, im Licht der Laternen glänzenden Wellen, die ihre Flossen an der Wasseroberfläche hinterließen.
Die abwinkende Handbewegung war ruhig, wirkte beinahe abgeklärt, sein junges Gesicht unter dem fast weißen, langen Haar zeigte keinerlei Regung. Sollten sie doch machen was sie wollten, es würde glücklicherweise jede Menge Zeit vergehen bis zum nächsten Treffen.
Welches hoffentlich nicht ausgerechnet wieder in Tunis stattfinden würde. Afrika war laut, emotional, chaotisch und was das Thema Zeit anging……….tunesische Uhren gingen anders als die vom Rest der Welt.
Wie angenehm war dagegen die Ruhe und Reinheit seines Zuhauses……..puristisch geordnet, klar strukturiert.

Z’Ador erhob sich um ins Haus zu gehen, legte die Reisekleidung ab und streifte sich einen Kimono über. Naja – nicht wirklich. Nicht im traditionellen Sinne. Ihm war nicht nach Arbeit, und das Anlegen eines traditionell korrekten Kimonos war wirklich Arbeit. Dies hier war mehr eine Art Herrenmorgenrock aus Seide, im asiatischen Stil geschnitten.

Taking A Rest

Er musste herausfinden, wo Minnie abgeblieben war! Denn nur über sie würde er den Weg zu Pazuzu finden. Aber Morgen war ja auch noch eine Nacht. Der Horizont färbte sich verdächtig violett! Zeit eine Mütze Schlaf zu finden.
Z’Ador schaltete die Lampen aus, wobei er die Schalter in der Zeit einfror, und zwar für die Dauer bis zum Sonnenuntergang. Selbst wenn er ein wenig in den kommenden Abend hineinschlafen würde, von außen betrachtet würden sich die Lampen mit dem Sonnenuntergang einschalten und somit wäre „Normalität“ vorgegaukelt und die Maskerade seines Hauses perfekt gewahrt.
Er griff nach dem Mechanismus zur Geheimtür und begab sich in sein unterirdisches Schlafzimmer unter dem kleinen Zengarten zwischen Küche, Wohnraum und offiziellem Schlafraum.
Er würde sie finden. Und dann würde man weitersehen.
Als er sich ausstreckte, lag ein angedeutetes Lächeln auf seinem üblicherweise unbewegten Gesicht. Es war herrlich, wieder daheim und Nordafrika entronnen zu sein!
Die Gefühle mit der Geschmacksnote „freudig“ zu beherrschen war in der Tat das Schwierigste an der Königsdisziplin! Auch wenn es ihm kein schlechtes Gewissen bescherte, sie durchzulassen, zuzulassen, sein zu lassen………….denn Gewissensbisse beherrschte er wirklich mit extremer Routine.

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Es hatte sich als Segen erwiesen, dass Blunt ihm noch etwas schuldete.
Z’Ador hatte keine Ahnung, welcher Tradition sie angehörte! Sie war eine sonderbare Mischung und hatte Grundkenntnisse in fast jeder der Sphären. Und sie war nicht nur selten hässlich sondern auch selten verschlossen. Sie sprach niemals über sich selbst, es sei denn es wäre um ihre Fähigkeiten gegangen. In dreien war sie richtig gut: Forces, Matter und………das verband sie irgendwie mit ihm ……Time!

Vor einem Jahr, drei Nächten, sechs Stunden und achtzehn Sekunden hatte er Ellen Blunt aufgesucht um die Schuld einzufordern. Das hatte sie getan, indem sie seinen Laptop manipulierte. Sie hatte seinem Rechner einen Spirit verpasst….die Grundidee war, dass man sich entweder über eine Art Headset mit Sonden oder auch über Magick mit dem Computer verbinden konnte. (Ersteres war sinnvoll wenn es um nicht Erwachte ging). Und dann musste man dem Rechner lediglich ein bestimmtes Datum und einen Ort eingeben. Sofort saugte dieser dann die Informationen aus dem kollektiven Bewusstsein der Menschheit. Es war als lese der Laptop im Gedächtnis der Welt und das Ergebnis spielte er wie einen Film ab. Als hinge eine Kamera an dem Zielort, die in Echtzeit ab dem eingegebenen Moment mitschnitt. Eine Überwachungskamera eben. Aber das alleine wäre noch nichts Besonderes gewesen…….da hätte man auch schlicht eine solche installieren können. Nein, die „Magick Überwachungskamera“ konnte jeder beliebigen Person folgen. Egal wohin diese sich begab. DAS war das eigentliche Herz des von Ellen Blunt implizierten Spirits.

Während Z’Ador sich gefragt hatte wie er eruieren könnte wo die kleine Halbdämonin abgeblieben war, fiel ihm nun dieser Laptop wieder ein. Also war er in den Geheimkeller gestapft, wo es neben seinem verborgenen Schlafzimmer auch eine Art Abstellkammer gab, und hatte das Ding hoch in den Wohnbereich geschafft, ihn angeschlossen und die Koordinaten von Minnies Trailer angegeben, sowie das Datum seiner Abreise nach Tunis.

Nun lehnte er sich entspannt zurück und beobachtete das Treiben auf seinem Land mit halb geschlossenen Augen in einer art „Fast Forward“ Geschwindigkeit. Das Gute war, dass er auf diese Weise natürlich auch die Vorgänge im Tageslicht beobachten konnte!
Nach drei Stunden, zwanzig Minuten und neunundfünfzig Sekunden wusste Z’ador, dass ein blonder Mann Minnie besucht hatte, eine Weile mit ihr auf der Veranda ihres Trailers verbracht und sich schliesslich fast widerwillig wieder verabschiedet hatte.

Her Hero
Er hatte sich auf Minnie fokussiert und beobachtet wie sie Tage später eine Tasche gepackt hatte, nach London geflogen war, und auf dem Parkplatz des Flughafens Heathrow von einem braungebrannten Magus abgeholt worden war.
Z’Ador vermochte nicht zu sagen wieso, aber meist erkannte er intuitiv was Menschen oder Wesen waren. Nicht immer. Aber sehr oft.
Möglicherweise war das schlicht eine Fähigkeit, die seinem enormen Alter geschuldet war. Man wird weiser mit der Zeit.

Der Magus hatte sie zu einem Hotel in der Nähe des Hyde Parks gefahren, wo sie wenig später von dem Blonden besucht wurde, um einen Abend mit ihm zu verbringen und schliesslich in seinem Appartement zu landen.
Leidenschaftslos beobachtete der die Beiden im Fast Forward drei Tage lang. Sie liebten sich offenbar.
Das verblüffte den Trujah.
Als Minnie auf sein Land gezogen war, hatte er ihre Vita überprüft, (natürlich auch unter Einsatz von ein wenig Magie), und so herausgefunden dass sie von diesem Dämonen abstammte, den er schon so lange jagte. Danach war es keine Frage mehr gewesen ob er ihr einen seiner Trailer vermieten sollte.
Er brauchte die Mieteinnahmen nicht für den Lebensunterhalt, die Sache mit den Vermietungen war eher eine Art Spiel welches ihm Kurzweil bescherte. Es gab ja nicht immer und ständig wichtige Dinge zu tun.
Seine Mieter glaubten, dass er tagsüber in der Stadt auf seinem Arbeitsplatz war, und natürlich hatte Z’Ador niemals erwähnt wo genau das sein sollte. Lediglich das er in Immobilien machte.
Er hatte im Umgang mit Minnie hin und ab ein wenig Präsenz eingesetzt. Aber interessanterweise schien sie in keinster Weise darauf zu reagieren.

Was ihn nach einer Weile zu der Überzeugung gebracht hatte, dass sie ihre Emotionen in einer ähnlichen Weise zu beherrschen wusste wie ein Wahrer Brujah. Der Vampir wäre erstaunt gewesen, hätte er gewusst welch ein riesiger Irrtum dies war. Und genau das schwante ihm nun während er zusah, wie Minnie und der Blonde, den er erst beim dritten oder vierten Hinsehen als Wolf identifizierte, sich umkreisten wie zwei Katzen den heissen Brei!

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Nachdem ihre Zärtlichkeit nach drei Tagen immer noch lediglich in Knuddeleien und ziemlich heissen Pettingaktionen bestanden, stellte Z’ador fest woran es lag: Sie hatte Angst. Angst, dass die Liebe zerbrechen würde wie ein umgefallener Spiegel, sobald sie dem Blonden erlaubte sie zu ficken.
In den Abkühlungsphasen nach den Pettingaktionen unterhielten sie sich anfangs nur über Alltägliches und ihre Gefühle. Doch mit der Zeit wurden die Gespräche interessanter!

Als Z’Ador den Laptop ausschaltete, wusste er wie er Pazuzu auf die Spur kommen konnte. Und dass er vermutlich für das Auslöschen des Dämons unerwartet viel Hilfe bekommen würde.
Er musste diesen Magus kontaktieren.
Der Nachtflug nach London war relativ schnell gebucht…… er tat es nebenher während er seine Kois fütterte.
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Und während Jamie unruhig auf seinen Gefährten wartet………..
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Nächtlicher Besuch

Jamie betrachtete die ziemlich schwarz gewordenen Bananen – da hatte er wohl einfach zu viele gekauft! An sich waren die immer schnell weg. Ebenso wie die Erdnussbutter.

Um sie nicht wegwerfen zu müssen, beschloss der Magus eine Bananenmilch draus zu mixen, und begann sie zu pürieren. Verdammt, draußen begann es bereits zu dämmern!
So allmählich sorgte er sich. Isar hätte längst zurück sein müssen. Oder hatte er ihn falsch verstanden?

Nach dem Liebesspiel am Morgen hatten sie geduscht und noch ein gemeinsames Frühstück eingenommen, und sein Gefährte war aufgebrochen den Focus zu besorgen. Nein, er hatte nicht gesagt wie lange das dauern würde aber Jamie hatte nicht das Gefühl gehabt, dass das nun ein besonders schwieriges Vorhaben sei und ihn relativ schnell zurück erwartet.
Er fühlte sich im Druck.
Er musste noch so vieles erledigen!
Jamie schüttete das Bananenpüree in den Mixer und warf eine Tüte Vanillezucker dazu, während er die Milch darüber goss fluchte er leise.
‚Ich habe keine Ahnung ob der Anker den ich für Sig gemacht habe auch funktionieren wird!‘
Das Ding sah unspektakulär aus. Auf den ersten Blick war es ein Photo. Die Vorderseite zeigte Minnie, die Rückseite Zachary.
Es war auf harten Karton gedruckt, der unten ein Loch eingestanzt hatte, so wie die Passbilder auf uralten Ausweisen.

In dem Loch befestigt war eine kurze Silberkette mit einem Anker daran. Wenn Sig diesen Anker auf eine gewisse Weise reiben würde, die er ihm noch erklären musste (weshalb er den Wolf dringend aufsuchen sollte), dann wären sowohl der Toreador als auch das „Mädchen“ magisch an dieses Foto gefesselt. Sie würden sich automatisch nur noch da aufhalten können wo auch das Bild war. Und zwar so lange bis Jamie den Zauber aufheben würde oder Sig den Anker erneut in gegenläufiger Richtung rieb. Die Herstellung hatte Jamie Tage gekostet! Und so war viel zu viel Zeit vergangen.
Zach war dabei auszubrennen………..und Pazuzu würde nicht mehr lange bereit sein abzuwarten das der Magus sich mit einem guten Plan melden würde! Er durfte auf gar keinen Fall Verdacht schöpfen, nur weil zu viel Zeit verstrich!
In seine Gedanken über die Zeit und das Brummen des Mixers hinein schallte ein dumpfes Klopfen.
Oder?
Sein Finger löste sich vom Mixerknopf und sein Kopf wandte sich zur Tür.
Isar wohnte hier, der würde nicht anklopfen! Tat er nie. Und Jamie erwartete doch niemanden! Er hatte sich das sicher eingebildet.

Inzwischen war es dunkel geworden. Jamie’s innere Unruhe stieg, und er zuckte zusammen als es erneut klopfte, diesmal nachdrücklicher. Zeitgleich ertönte ein „Hallo? Jemand zuhause?“

Die Stimme war eine von der Sorte die, wenn sie gesungen hätte, sich wohl als klarer Tenor entpuppt hätte. Kraftvoll, nicht sehr dunkel, dennoch deutlich männlich.
Stirnrunzelnd machte Jamie die wenigen Schritte zur Türe und öffnete sie einen Spalt, spähte misstrauisch hindurch.
„Ja bitte?“

Nächtlicher Besuch 1

Das weissblonde Individuum vor ihm war ihm gänzlich unbekannt.
„Z’Ador Flame. Guten Abend. Sie sind Mr. Journalist, nicht wahr?“
Der Magus nickte verblüfft.
„Guten Abend Mister Flame. Was führt Sie her?“
„Meine Sorge um die Welt wie sie ist, Sir. Wir sollten uns unterhalten.“

Jamie stand nicht auf kryptische Andeutungen. Der Mann wirkte jung, fast androgyn und aalglatt. Er war auf eine sonderbare Weise attraktiv, strahlte dabei aber eine unglaubliche Kälte aus. Ihm war noch nicht ganz klar was er da vor sich hatte, aber ein „simpler Mensch“ war das definitiv nicht.
„Viele Leute sorgen sich um die Welt und kommen dennoch nicht auf den Gedanken mich aufzusuchen, Mister Flame. Geht es auch etwas genauer?“
Ein trockenes „Sicher. Wenn Sie mich hineinbitten würden…..!?“
Und dann traf Jamie eine sanfte Welle von Präsenz.
Die er sofort erkannte, da er sie bei Zach oft genug erlebt hatte. Seine Vernunft sagte ihm glasklar, dass er never ever so begeistert auf einen völlig Fremden reagieren würde. Also ignorierte er dieses begeisterte „Fan Gefühl“ und kniff die Augen zusammen.
Na gut. Der Typ hatte weder Manieren noch schien er Skrupel zu haben. Dann also Klartext!
„Mr. Flame……..ich habe keinen Dunst welcher Blutlinie Sie angehören mögen, oder wie Sie mich gefunden haben, noch was Sie von mir wollen. Aber eines sollten Sie wissen: Der Versuch mich zu manipulieren wird Ihnen eher meine Ablehnung einbringen und Ihnen meine Tür verschließen!“
Innerlich kämpfte er gegen den emotionalen Impuls den Mann zu umarmen und ihn herein zu bitten.

Die weissblonde Braue auf der gar nicht vampirhaft blassen Stirn hob sich leicht nach Spock-Art.
„Faszinierend! Sie sind heller als ich dachte. Meine Blutlinie tut hier nichts zur Sache, Magus!“
Jamie fühlte die Welle abebben und die Begeisterung im Inneren abflachen.
„Also, worum geht es, Sir?“
„Ich möchte mit ihnen über Pazuzu sprechen. Und über Minnie und ihren blonden Verehrer!“

Jamie’s Unterkiefer klappte hinab.
Z’Ador konstatierte, dass der Magus ihn exakt sieben Komma drei Sekunden leicht dümmlich anstierte.
Dann öffnete er mit einem „Scheisse verdammt“ die Tür und machte eine einladende Handbewegung in Richtung Küchentisch.

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Jamie war sich nicht bewusst laut gedacht zu haben „John hat wohl recht…….ich bin irgendwie ein verbindendes Element in dem Ganzen!“
Erst die Reaktion des Vampirs verriet ihm dass sein Gedanke tatsächlich gemurmelt gewesen war, und Jamie ermahnte sich selbst zur Konzentration.
„John? Ach ja stimmt, Watson ist ja auch engagiert! Ventrue haben selten recht! Aber gut, auch blinde Hähne finden mal ein Korn, in diesem Fall stimmt es wohl. Ich möchte meine Hilfe beim Kampf gegen die Dämonen anbieten, Mr. Journalist!“
Der Magus erkannte einen ganz gelinden Ausdruck von Abscheu als der Vampir „Ventrue“ sagte.
Was konnte er schon anbieten? Und was wusste er?
Die Sorge um Isar trat angesichts dieses mysteriösen Besuchers in den Hintergrund.
„Also gut. Ich höre, Sir………..!“

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Ich hoffe ich konnte irgendwem damit ein wenig Kurzweil bescheren. Und wenn nicht – naja dann ist es halt für die Nachwelt im Netz! 😉

Und hier noch einige Pics vom neuen Vampir, allerdings nicht ‚in character‘,  sondern völlig ohne Zusammenhang zur Story. Mir war einfach nach wild herum knipsen und dabei entstanden dann diese drei Bilder.

why

Swords to plowshares

Nightly Revenge

 

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