Von Japan nach Westafrika!

Es macht Freude, Bilder mit Liedern zu verbinden. Und weil es solche Freude macht, und ich ein großer Fan von afrikanischer Musik bin, lag eigentlich nichts näher als meine schwarze Schönheit zu aktivieren und mit ihr ein wenig in die Savanne zu gehen um dort Bilder zu schießen.

Savannah

Viele Menschen machen sich gar keine Vorstellung von der unglaublichen Vielfalt der afrikanischen Musikstile, besonders wenn man es pan-afrikanisch betrachtet. Es ist nun mal ein großer Kontinent mit extrem vielen Ethnien.
Und jede Ethnie hat ihre musikalischen Besonderheiten – egal ob es sich um eher traditionelle Weisen handelt, also dem was wir hier als „Volksmusik“ bezeichnen würden, oder ob es Afro Pop, Afro Rock oder ein mixed Genre ist.

Die Zahl der Berühmtheiten, die bereits mit dem ein oder anderen afrikanischen Sanges-Star zusammen produziert haben, ist viel höher als man glaubt. Sicher, selten schafft es eine solche Produktion ins Radio und schon gar nicht in die Charts (so wie „7 Seconds“ dazumal. 1984 stürmte Youssou N’Dour zusammen mit Neneh Cherry damit ja die Charts, in denen es gleich europaweit mehrere Wochen blieb. Am längsten in Frankreich mit 16 Wochen!).
Ein anderes Beispiel ist Peter Gabriel, und das wiederum mit Youssou N’Dour, „Shaking The Tree“.  Was aber kaum jemandem bekannt ist, ist die Tatsache, dass Peter Gabriel ein Album aufgenommen hat und auch ein Plattenlabel gründete,  in dem es ausschliesslich um „Weltmusik“ geht.

The Lodge

(Tante Wiki sagt hierzu: „Gabriels großes Interesse an Weltmusik seit seinem dritten Album ließ ihn das Projekt WOMAD (World of Music, Arts and Dance) ins Leben rufen, bei dem Musik, Kunst und Tanz aus verschiedenen Kulturen aufgeführt werden. Das erste WOMAD-Festival fand im Jahr 1982 in Shepton Mallett, England statt. Bis heute folgten rund 145 Veranstaltungen in 22 verschiedenen Ländern.

Ende der 1980er Jahre gründete Gabriel die an sein gleichnamiges Plattenlabel gekoppelten Real World Studios, um unbekannte Künstler aus fremden Kulturen in die Musik der westlichen Kultur zu integrieren. Die Studios befinden sich in einer alten Mühle im Dorf Box in der Grafschaft Wiltshire und dienen Musikern aus aller Welt als Sprungbrett, um ihre Musik in Gebiete und Kulturen zu bringen, die sie selber nicht erschließen können, speziell in die Vereinigten Staaten, in denen Musik aus Afrika, Asien und Lateinamerika selten über die gängigen Sender verbreitet wird. Bekannt geworden sind dadurch Musiker wie Yungchen Lhamo, Nusrat Fateh Ali Khan und Youssou N’Dour.“)

Ich selbst habe etliche CDs vom Real World Label, und da sind wahre Perlen dabei. Aber genug abgeschweift…………

Africa

To make a long story short: Es gibt einen Haufen verschiedenster afrikanischer Stilrichtungen. Und ich mag verdammt viele davon. Das beginnt in Nordafrika mit dem Rai und endet bei einer südafrikanisch-westlichen Melange wie sie beispielsweise Johnny Clegg und seine Band Savuka produzieren.
Dazu kommen dann noch die karibischen Musikstile, die ja im Grunde von den aus Afrika verschleppten Sklaven ‚erfunden“ wurden und sich häufig mit lateinamerikanischen Einflüssen vermengten.

Ich könnte also locker jeden Tag einen afrikanischen Sänger vorstellen, der zu meinen Favoriten gehört, und hätte ein bis zwei Monate täglich was gepostet 🙂
Eine Weile war ich sogar im richtigen Leben an Wochenenden als DJ für „afro-karibische Nächte“ unterwegs……. aber….. das ist lange her! Nun gut, ich möchte Euch jetzt einen meiner Alltime Favoriten unter den afrikanischen Stars vorstellen, und ich tue das indem ich einfach den youtube Link unter die Bilder poste.

Die Ausdrucksfähigkeit seiner Stimme begeistert mich immer wieder aufs Neue, je nachdem welches Lied er singt, hat sie eine völlig andere Farbe.

Dream-Escapes

ISMAEL LÔ
…ist Sänger und Schauspieler, lebt im Senegal und ist Sohn eines senegalesichen Vaters und einer nigerianischen Mutter. Er singt in verschiedenen afrikanischen Sprachen, die meisten seiner Lieder sind aber in „Wolof“, der Sprache der im Senegal mit am stärksten verbreiteten Ethnie.

In „Jammu Africa“ geht es um Frieden in Afrika. „Jamm“ ist das Wolof-Wort für Frieden.

In „Souleymane“ besingt er den Schmerz über das Zerbrechen einer Männerfreundschaft……… Souleymane ist berühmt geworden und hat für seine alten Freunde kein Auge mehr. Mich beeindruckt besonders die Art, wie gegen Ende des Songs die Verzweiflung immer deutlicher hörbar wird.

In „Nafanta“ spricht er mit Fanta, einer Frau, welche über den Tod von Bintou weint. Dennoch ist dieses Lied ein gutes Beispiel dafür wie anders der Tod wahrgenommen wird, denn die Melodie sowie der Rhythmus sind äußerst beschwingt.

Sandstorm

Und jetzt möchte ich zwar in Westafrika bleiben, Euch aber einen ganz anderen Stil präsentieren:

ROKIA TRAORÉ
…ist eine Frau aus Mali und gehört der Ethnie der Bambara an. In vielen Westafrikanischen Kulturen gibt es eine Sängerkaste. Rokia gehört dieser Kaste nicht an, weshalb sie es nicht leicht hatte ihren Traum zu leben und zu singen. Ihre Eltern waren strikt dagegen, dass sie eine „Griotte“ wurde, oder wie es in Bambara heisst, eine „Jeli“. 

Die Westafrikanischen Sängerkasten haben traditionell die Aufgabe eines Historikers. Da bis zur Kolonialisierung die wenigsten Sprachen eine Schriftform hatten, und es somit auch keine Geschichtsbücher gab, waren es die „Griots“, die die Historie einer Ethnie oder eines gesamten Landstrichs in ihren Liedern festhielten. Noch heute gibt es das Sprichwort „wenn ein Griot stirbt, ist es als brenne eine ganze Bibliothek ab“.

Nun, Rokia hat sich gottseidank durchgesetzt. Sie singt häufig über soziale oder auch feministische Themen und bezeichnet ihren eigenen Stil als „zeitgenössische Musik aus Mali“, ich persönlich finde aber, dass sie von den Rhythmen und auch von der Harmoniegebung her sowie vom Instrumentarium doch sehr dicht an dem was ich an traditionellen Weisen aus Mali kenne, bleibt. Im Afropop bedient man sich doch eher selten einer Kora oder eines ähnlich traditionellen Instruments….

Fragt mich nicht worum es genau in dem Song geht, grins…………ich spreche kein Bambara. Und ich konnte auch keine Quellen finden. (Was nicht heisst, dass es keine gäbe. Aber es ist schon spät und ich bin eine faule Socke. Ich höre Rokia oft und gerne zu, und Musik braucht zuweilen auch gar keine Worte….)

Hierzu gibt es die Übersetzung ins Englische eines Kommentators des Videos. Falls Ihr also wissen mögt worum es geht, ruft es auf Youtube auf 🙂

So. Für heute soll das genug sein. Ich verabschiede mich mit dem Rest der Bilder von der Sim Devin2, die mit vereinzelten Eukalyptusbäumen nicht wirklich authentisch afro ist, aber doch ausreichend „savannisch“ für meine Bilder war 🙂

Shelter

Solitude

Wildlife

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