Neues von Jamie.

OOC: Dies ist kein offizielles Kapitel aus dem WoD Roleplay. Es ist vielmehr ein kleines Geschenk von Jamie an Isar. Dem geneigten Leser meiner Kapitel über das RP wird sich die Logik nicht mehr zeigen, nehme ich an. Denn viel ist passiert seit ich das letzte Kapitel schrieb und dann aufhörte, da das Ganze zu komplex wurde um es weiterhin in Romanform hier wiederzugeben.
Da Isar ja involviert ist, ist er vermutlich der Einzige für den das hier Sinn macht. Aber das macht nix……wer es dennoch liest, viel Spass damit.

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Manchmal half es, sich am Bücherregal zu schubbern. Mit jedem Tag der seit dem Eindringen der von dem kleinen Drachengeistboten überbrachten Energie, dem Geschenk Oberons für die Rettung seines Sprösslings aus den Klauen des Dämons, vergangen war, juckten Jamie seine Schulterblätter mehr und mehr.

Als ihn die Schamanenvereinigung ins good old Britain gesandt hatte und er sich unversehens mit dem komatösen Gefährten in der englischen Provinz wiederfand, um dort einen anderen Caern zu pflegen, war er recht niedergeschlagen gewesen. Doch inzwischen war Jamie wirklich dankbar für diese Abgeschiedenheit.

Am ersten Tag nach dem denkwürdigen Abend als der kleine Drachen Konfetti gespuckt hatte, welches sich dann nach und nach als Botschaft des Fey Königs entpuppt hatte, hatte Jamie viel nachgedacht. Er hatte versprochen sich mit Isar abgeschieden zu halten und nirgends hinzugehen, wo „Unerwachte“ sein würden. Und zwar so lange bis Isar’s Cousin Shan mit „dem Rest“ erscheinen und ihn übergeben würde. Was auch immer der Rest sein mochte.
Aber außer dem „Viel Nachdenken“ hatte er sich relativ normal gefühlt. Ihm ging durch den Kopf, was Isar ihm gesagt hatte als er sich beim Eindringen der Energie in seinen Solarplexus und beim Gefühl der sich neu verbindenden Nervenenden und Synapsen total erregt und verkrampft hatte. War es ein Wunder? Wie soll man auch ruhig bleiben, wenn etwas mit einem geschieht, über das man keine Kontrolle hat und von dem man nicht weiss was es ist? Sein Gefährte hatte ihn erst daran erinnern müssen, dass er Oberon vertraute. Gut und schön, nur war Jamie sich zu diesem Zeitpunkt nicht einmal darüber klar gewesen ob denn der Drachengeistbote nun wirklich vom Hof Oberons gekommen war, oder lediglich ein gut getarnter Dienstbote irgend eines Dämons oder sonstigen Bösewichts.

Am zweiten Tag sah das schon ganz anders aus. Jamie hatte sich am Morgen wie üblich angekleidetund sich ein Frühstück bereitet. Isar schlief noch, und so hatte er sich alleine an den Tisch in der altmodischen Küche gepackt. Irgendwie hatte dieses uralte Landhaus ja Charme, und dennoch, er vermisste seine schöne, moderne Küche die nun in einer New Yorker Lagerhalle vor sich hin moderte.
Es hatte etwa acht Minuten gedauert, bis Jamie sein halb verzehrtes Frühstück entnervt von sich schob. Immer noch schienen sich sporadisch und überhaupt nicht vorhersehbar irgendwelche Nervenenden mit irgendwelchen anderen Nervenenden zu verbinden. Und jedesmal wenn das passierte, gab es nicht nur diesen sonderbaren, kurzen, wie ein leichter elektrischer Schlag anmutenden Schmerz, sondern es kam auch zu unkontollierten Zuckungen in Schultern, Armen und/oder Rücken.

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Na gut. Dann halt die Times lesen. Der war es deutlich gleichgültiger ob er zuckte oder nicht, als man vom Orangensaft oder seinem Kaffee behaupten konnte.Brummend sprang der Motor des fast schon antik zu nennenden Kühlschranks an und erfüllte die Küche mit einem von vielen Hintergrundgeräuschen. Bildete er sich das ein, oder war er auch geräuschempfindlicher geworden? Jamie unterdrückte den Impuls den Kühlschrank mit einer Axt zu kosen und las weiter.

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Den Impuls sich immer wieder zu recken, zu dehnen und zu strecken konnte der Jungmagus allerdings beim besten Willen nicht unterdrücken! Er hatte sich schliesslich erhoben, den Wasserkessel über dem Feuer weggenommen um das Simmern nicht mehr hören zu müssen. Sonderbar, das alles so laut war! Die reinste Hintergrundgeräusch-Kakophonie!

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Am dritten Tag hatte Jamie sich zum Frühsport nach draussen begeben. Es war ein kühler, nebliger Tag, März irgendwo in Yorkshire. Jamie musste, kaum dass er angefangen hatte um das Gehöft zu joggen feststellen, dass er keinen Stoff auf der Haut des Rückens ertrug. Also entledigte er sich seines Hemdes, allerdings legte sich der Nebel derart kühl auf seine verschwitzte Haut, dass er grummelnd wieder ins Haus ging. Nachdem er eine Weile im Obergeschoss, dem „Fitnessraum“ zugebracht hatte, gesellte sich Isar zu ihm.

Er hatte Traubensaft im Gepäck, und so hockten sich beide in den Hängesessel um zu philosophieren. Für Jamie war es essentiell wichtig diese Entwicklung, diese magische Veränderung in seinem Körper mit seinem Prinzen teilen zu können. Ebenso wie seine Gedanken, seine Freude, seine Zweifel.

„Je länger ich Zeit habe, mich mit dem Geschenk Deines Vaters auseinanderzusetzen, desto mehr freue ich mich darauf.“, hatte er erklärt. „Und je sorgloser ich werde, desto heftiger merke ich die kleinen Knubbel unter der Haut.“
Natürlich war Isar neugierig gewesen. Aus dem „neugierig die Knubbel fühlen“ wurden zwei zärtliche Stunden die damit geendet hatten, dass Jamie feststellte, nur noch „top“ sein zu können, da ein auf dem Rücken liegen so allmählich unerträglich und unmöglich wurde.

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Dennoch, mehr und mehr waren sie gespannt was „Der Rest“ sein sollte, den Shan bringen würde. „Vielleicht irren wir uns und es ist gar nichts Stoffliches, wie zuerst angenommen“, hatte Jamie überlegt als sie später erschöpft nebeneinander auf der Fitnessmatte ruhten. „Möglicherweise ist es ja auch Magie. Zu gross als dass Dein Vater sie dem kleinen Drachengeist anvertrauen könnte?“

Es würde spannend bleiben. Und das half ihm über den vierten und fünften Tag, an dem er nur noch im Haus blieb, da er nun nicht nur keinen Stoff mehr auf der Haut vertrug, sondern auch deutlich missgestaltet aussah….seine Schulterblätter schienen doppelt so groß wie normal, und es juckte unaufhörlich, so als würden tatsächlich kleine Federkiele versuchen, sich einen Weg durch die Haut nach aussen zu bahnen. Jamie betete, dass sich das nicht entzünden würde. Ein Wechselbad der Gefühle, durch das er ging. Er freute sich so sehr auf seine ersten Flugversuche. Und darauf sich von Isar anleiten zu lassen. Aber er konnte unmöglich abschätzen wie das sein würde. Flügel haben! Wow. Die Skespis wohnte zu tief in ihm um sich mundtot kriegen zu lassen. Und dennoch hätte er jubelnd singen mögen bei der Vorstellung, mit Isar über die Gipfel der Pennines zu segeln, die Thermik zu erproben und FREI zu sein. Das Luftelement zu erobern. Und vielleicht ja dann den Fey an Oberons Hof einen Besuch abzustatten und seine neuen Fähigkeiten stolz wie ein Spanier vorzuführen!

Meine Güte, ja! Es war stressig gewesen, es hatte an ihm gezehrt, und es war das Gefährlichste was er je getan hatte, sich mit dem Dämonen anzulegen. Aber dieses Geschenk war jede Sekunde die er sich am liebsten in die Hose gemacht hätte wert und wog das ganze Zittern und Zähneknirschen um ein Vielfaches auf. War das Leben nicht schön?

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