Kap46: Das Idol der Dämonin

((Achtuuuung, auch dieser ist einer der Blogbeiträge ab 18! Ihr wisst bescheid!))

(Anmerkung: Dieses Rollenspiel war so lebendig, dass ich teilweise unsere Dialoge eins zu eins übernommen habe. Zu schön um sie meinen Lesern zu unterschlagen. Das bedeutet: In diesem Kapitel ist, so wie immer wenn ich die Dialoge aus dem RP zitiere, Zasta Korobase mein Mitautor! Danke, eatsbluecrayon!))

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Minnie erwachte davon, dass ihr die Wintersonne ins Gesicht schien. Blinzelnd öffnete sie die Augen und wusste im ersten Moment nicht wo sie sich befand.

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Sie bemerkte, dass sie wohl unruhig geschlafen und sich freigestrampelt hatte. Gut, dass eine der dämonischen Eigenschaften, welche man NICHT kontrollieren musste, darin bestand dass sie unempfindlich gegen Kälte und Hitze war. Dann sah sie Sigurson. Er hockte auf dem Bettvorleger und war bereits wach, aus dem Kopfhörer, der um seinen Hals lag, klang blechern Musik, seine Finger wischten auf einem Handy herum.

Minnie gähnte und reckte sich. „Guten Morgen, mein Held. Wow, du hast die ganze Zeit auf mich aufgepasst?“
„Hab ich doch gesagt.“
Ja, in der Tat. Und sie hatte ja auch nicht im geringsten daran gezweifelt, die rhetorische Frage war eher als Dank gemeint. Offenbar hatte der Garou eine gewisse Scheu ihrer Nacktheit gegenüber, jedenfalls hatte er beim Sprechen stur die Vorhänge fixiert. Bevor er noch irgendetwas hinzufügen konnte murmelte sie verschlafen „Ja ich weiss, nein ich bin nicht subtil. Aber hey, ich habe keine Ahnung wessen Klamotten ich trug. Gab Redbarnes mir. Meine waren es nicht! Ich wollte sie einfach los sein. Womöglich ist die Besitzerin längst einem seiner Versuche erlegen. Ich zieh das Zeug nicht wieder an!“ Sie setzte sich auf. „Danke. Fühlt sich gut an, dass Du da bist.“

Ein sparsames Lächeln. „Unser Gastgeber ist schon mit dem Hund raus. Du brauchst also keine Angst zu haben, dass hier ´n Magus im Haus rumlungert.“
„Oh, wir sind ganz alleine?“, für einen Moment glitzerten ihre Augen auf eine seltsame Weise, dann aber gähnte sie herzhaft und betrachtete ihren Arm an der Stelle wo gestern noch die Chips waren „Wie er das hinbekommen hat!?…………Es sieht völlig verheilt aus, nur eine kleine, blasse Narbe…….! Du Sig?“

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Der Wolf zuckte die Schultern. „Die werden auch ihre Heilzauber haben, gibt´s ja bei Wölfen auch.“ Er wartete kurz und fügte auf ihre unausgesprochene Frage hinzu „Was ist? hast Du Angst, dass ich dich jetzt töte?“
Minnie’s Kopf fuhr herum zu ihm und ihre Augen wurden gross. „Nee wieso solltest Du?……….ehm“ Sie guckte ihn irritierter ab als er es bei ihr je gesehen haben konnte, „oder…..hast Du das vor? Ich…… wollte Dich nur fragen ob du nicht auch schlafen musst und ob ich jetzt dann auf Dich aufpassen soll? Dann hätte ich dich gebeten kurz zu warten bis ich unten was Essbares ausgegraben habe!“

„Nein. Ich töte Dich nicht. Das Gesetz der Anführer gilt nur in London. Und hier treffe ich meine Entscheidungen, ohne dass mir die alten Geister über die Schulter sehen.“ Er schüttelte den Kopf. „Und ich hab’bereits geschlafen. In Wolfsform schlafe ich auch wie ein Wolf. Also kurze Nickerchen mit halber Wachheit. Klappt gut.“
Minnie verinnerlichte das, während sie ihn nachdenklich ansah. Dann überlegte sie sich, was eine Wölfin jetzt wohl täte. Sie krabbelte vom Bett nachdem sie eine Weile geschwiegen hatte, und hockte sich neben ihn. Stupste ihre Nase gegen seine Wange. Und begann dann ein wenig an ihm zu schnuppern. Am Hals, den Schultern. Und an der Achsel. Dort atmete sie besonders tief ein und fand seinen Geruch ziemlich erfreulich.

Ihr war nicht bewusst, dass auch dieses Verhalten aus ihrer dämonischen Triebigkeit resultierte, für sie war es das Harmloseste und Naheliegendste der Welt. Denn sie hatte keine andere Idee, wie sie ihm näher kommen sollte oder ihm die offensichtliche Scheu vor ihrer Nacktheit nehmen. Sie schaute ihm in die hellen Augen und fragte „Danke…..ich ahnte nicht das Deine Chefs Dir sowas befehlen könnten. Ich bin doch kein Feind! Ich hab nix gegen Werwölfe………….darf ich Dich was fragen?“

Er lachte, bewegte sich zwar nicht weg aber wirkte etwas unbeholfen, als wäre ihm der Umgang mit Frauen wirklich ein wenig unvertraut. „Meine Chefs, ihre vergangen Leben … all sowas. Wölfe sind da problematisch, weil wir uns ständig wiedersehen und erinnern. Aber das ist echt nicht Dein Problem, ne? was magst du wissen?“

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„Gestern Abend hab ich gesehen, dass Du Deine Wolfskrallen auch in der humanoiden Form nutzen kannst. Glaubst Du, Du kannst mir damit dieses Scheiss Collar abmachen?“ Die Art wie sie sich vor ihm auf den Boden kauerte, ja fast hinlegte und den Hals nach hinten überdehnte, ihm sozusagen Bauch und Kehle ungeschützt bot, hatte fast etwas von einer klassischen Demutsgebärde.
Sirgurson blies die Backen auf. „Das is nich so einfach .. gestern..beim Aufschlitzen einer Bierdose da kann wenig nach hinten losgehen .. wenn Dein Hals aber durch is, dann is aber Schicht. Willst du das Risiko eingehen?“
Sie zögerte keine Sekunde „JA! ich vertraue Dir. Und……es ist SEIN verdammtes Collar, er zog mir das an als wir zur Höhle wollten. Wer sagt mir das da nicht auch irgend ein Zauber drin ist, oder verfickte OrtungsChips oder weiss der Geier was? Ich will das los sein und ich will das verbrennen! Das muss in Rauch aufgehen, sonst werde ich mich nie wieder sicher fühlen!!“ Minnie rutschte derart nahe an ihn heran, dass ihre warmen Brüste seine Beine streiften, schloss die Augen und bot ihm immer noch die Kehle.

Der Garou machte große Augen als sie so ausbrach. Dann nickte er. „Verstehe ich. Aber Du erklärst dem Magus die Risse in der Wand, ne?“
Ein dämonisches Giggeln mit geschlossenen Augen. „Logo. Der ist ein Kind. DEM schöne Augen machen wirkt immer, mit Sicherheit!“ Sie fragte sich nicht, warum das Zerreissen des Halsbandes Risse in der Wand verursachen würde. Magie war Magie, und von Werwolfmagie verstand sie nichts. Wenn er das sagte, dann würde das halt eben so sein.

Nun musste Sigurson ebenfalls lachen.“Ja, schon noch sehr jung, irgendwie.“, dann steckte er das Telefon ein und atmete tief durch. Konzentrierte sich sichtlich und die Fingerspitzen seiner rechten Hand verlängerten sich deutlich, als würden sie an den Knöcheln nach vorn gezogen. Lange Klauen brachen hervor. Er betrachtete die Teiltransformation und fuhr dann sehr entschlossen über die Wand, dabei in einer Sprache murmelnd, die Minnie nicht verstand. Die Krallen hinterliessen vier parallele Furchen bis tief in den Stein, als hätte er sie durch weichen Pudding gezogen. Funken stoben und dann griff der Wolf mit der unveränderten Hand nach Minnies Schulter, um sie zu stabilisieren. „Bereit?“

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Die Dämonin strahlte dieses unerklärliche Vertrauen zu dem Wolf sozusagen über alle Poren ihrer nackten Haut aus, er musste fast fühlen können wie absolut kindlich uneingeschränkt sie ihm traute. Ihr Gesicht trug fast einen „Papa wirds schon richten“ -Ausdruck, und ihm konnte dämmern das dieses Wesen ihn tatsächlich zu seinem Idol erkoren hatte. Als er die Krallen durch den Beton gezogen hatte, da hatte sie allerdings reflexartig die Augen geöffnet, die immer grösser wurden. „Holy Moly! Da kann kein Halsband widerstehen………………….ehm………..ja. Mach! Bitte!“ Nach diesen Worten schien Minnie fast zu Stein zu erstarren, ihr war absolut klar das eine einzige falsche Bewegung nun ihren Tod bedeuten konnte. Erneut schloss sie die Augen.

Er nickte wieder und wirkte etwas blasser unter der Sonnenbräune. Dann flüsterte er tonlos „Gaias Titten .. das muss sitzen ..!!!“ und zog die Krallen in einer schnellen Bewegung über den Verschluss des Halsbandes. Wieder stoben Funken – aber diesmal waren sie bunt und deutlich aggressiver. Das Halsband zerfiel in zwei Teile, doch Sigursons Hand ging in Flammen auf. Offenbar hatte Redbarnes tatsächlich einen Zauber darauf gewoben. Der Garou jaulte,  es klangt sehr tierhaft, während er versuchte die Flammen loszuwerden.

Minnie gab ihre Starre auf. Derweil sie fühlte wie das Collar zu Boden fiel, hörte sie dieses Jaulen, und es schien mitten durch sie hindurch zu schneiden bis ins Herz!

Ohne nachzudenken hob sie beide Hände, sie formten sich zu Fäusten von denen nur Zeige- und Mittelfinger ausgestreckt waren, und zwar so dass sie auf die Flammen zeigten. Ihre Stimme war viel dunkler als normal, fast konnte man glauben sie käme aus der tiefsten Unterwelt geschallt.
„Das Rote ersticke, das Braune obsiege!“
Ein Windhauch ging durch das Zimmer, für einen Sekundenbruchteil loderten die Flammen heller. Dann konnte Sigurson etwas fühlen, das am ehesten mit ‚warme Erde rieselt über Hände‘ beschrieben werden konnte. Die Flammen erloschen. Eine nach der anderen. Blitzartig. Als hätte dunkle, satte Erde den Flammen die Luft geraubt, die sie zum Brennen nötig hatten.

Der Garou starrte auf seine Hände, die nun aussahen, als hätte er einen Nachmittag Gartenarbeit hinter sich. Zwar hatte er deutliche Verbrennungen, doch konnte er die Finger bewegen, was ein gutes Zeichen war. „Verdammt, was hast Du da gerade getan?“

Vor ihm hockte eine nackte Dämonenhybridin, die die Verblüffung in Person war.
„Ehm……….“, ihre Stimme klang wieder kindlich mädchenhaft. „War ich das?……..oh Mann………..das hab ich jetzt geträumt oder?“
Das sie über eine solch starke Magie verfügte, die sie nicht bewusst lenkte, sondern die sich in Notsituationen offenbar von ganz alleine anwandte, machte Minnie fast Angst vor sich selbst. Nie war ihr dringlicher zu Bewusstsein gekommen, dass es höchste Zeit war zu lernen ihre Fähigkeiten zu kontrollieren!

„Autsch, das wird ´n paar Tage dauern. Und auch noch die Rechte!.. .. Aber gut, Hauptsache is weg. Also … wie nur geträumt?“
„Nee nee das war nicht geträumt. Das waren meine Hybridgene…….ich wollte ich könnte das kontrollieren! Komm. Wir müssen zum Wasserfall. Du musst Deine Hände kühlen und ich muss ein Feuer machen.“
Sie warf ihrem Held einen fürsorglich-besorgten Blick zu und ihre Stimme schien keinen Widerspruch zu dulden. Sie sprang auf, und lief vor. Der Garou folgte.

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Nachdem er auf ihre Bitte hin eine lange Weile seine Verbrennungen gekühlt hatte, während Minnie eine Feuerstelle baute und nicht im geringsten zu frieren schien -obwohl es doch Dezember war und sie nichts am Leib trug – begann sie ihn immer deutlicher anzuschmachten. Ihre Bewegungen wurden erst kokett, dann lasziv. Derweil unterhielten sie sich über ihre Herkunft.

„Der Technokrat hat verloren. das ist doch schon mal was“
„Ich wäre gar nicht bei dem Arsch gelandet, wenn ich nicht wäre was ich bin, Sig. Meine Mama ist eine ganz normale Menschenfrau.“
„Ja und? Meine Mutter war auch ein Mensch.“
„Naja……….und Papa ist ein Dämon. Er ist der Ur-Ur-Urenkel von der Bestie schlechthin. Sagte mir jedenfalls Mama. Damals. Vor 182 Jahren als ich noch klein war.“

Der Garou hätte sich fast an seiner eigenen Spucke verschluckt. „Du bist zweihundert Jahre alt? Verdammt, da war ich noch …“ er rechnete stumm nach „…. irgendwo in Mexiko …“
„Aye, nicht ganz zweihundert. Knapp. Vor kurzem traf ich einen weitläufigen Verwandten…………..in einer Spielhalle. Er hat im Gegensatz zu mir seine dämonischen Kräfte unter Kontrolle, was es für ihn viel leichter machte durch die Jahrhunderte zu kommen ohne aufzufallen. Besonders damals, als ich so ungefähr vierzig war, in London…………..ich trug ständig eine Haube, damit meine Freier meine Ohren nicht sahen. In der Zeit von Jack the Ripper war London ein verdammt unruhiges Pflaster, ich hätte nicht überlebt wenn einer meine Ohren gesehen hätte………ehm ja der Vorfahr. Und er berichtete mir……………..“ Die Feuerstelle war nun fertig gebaut, aber sie konnte das Feuer nicht entzünden. Er half ihr dabei mit Hilfe seiner Magie.

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„Okay …. ich brauche echt die ganze Story. Wie bist du mit dem Dämon verwandt, der jetzt ’nen Satyranzug trägt?“
„Boah – bloss keine Hektik Sig, ich komm‘ schon noch dazu……..und ich weiss von keinem Anzug. Jedenfalls sagte mir mein Verwandter, dass mein Ur-Ur-Ur-Urgrossvater sich wohl einen kleinen Fey heran gezüchtet hätte, dem er dann den Körper klaute um die Herrschaft dieser Welt zu übernehmen. Als ob der nicht schon genug Welten unter Kontrolle hätte mit seinen 665!“

Der Garou runzelte die Brauen.“665 was? Jahre? Welten?“
„Er kontrolliert 665 Welten. Die Legende sagt, wenn er 666 besässe, dann würden alle anderen Welten ihm automatisch überstellt, denn das ist die Zahl der Bestie und sie hat grosse Magie. Also die Zahl. Opa dann auch.“
„Welten! Die liegen noch tiefer im Umbra … da komme ich nicht hin. Wir müssen ihn also hier aufhalten, bevor er … was auch immer tut. Was denkst du, was er hier will?“
Minnie zuckte die Schultern und sah zu wie das Collar in Rauch aufging. „Was weiss ich? Mama sagte als sie noch lebte, es ginge ihm immer nur um eins: Macht. Jedenfalls……………kann ich meine Fähigkeiten nicht kontrollieren, die kommen und gehen wie sie wollen. Und manchmal hab ich Flügel oder schwarzweisses Haar. Aber das kennst du ja schon.
Die spitzen Ohren hab ich immer, die muss ich meist verstecken……..“, sie seufzte und schien völlig das Interesse an ihrem Vorfahren verloren zu haben.

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„Scheint ja echt ´n Herzchen zu sein. Aber ich hab dem Magus versprochen, das wir ihn aus dem Satyr rauskriegen. Du weißt nicht zufällig, wie man ihn anlocken kann?“, brachte Sigurson sie wieder auf das Thema zurück.

Minnie war nicht bewusst, dass sie instinktiv versuchte, Stress über Sexualität abzubauen. Sie war erst zufrieden als sie in der Glut auch nicht mehr das kleinste Fitzelchen des Collars sah. Das ganze Gespräch über hatte sie unermüdlich versucht, ihn anzuflirten, ihn dazu zu bewegen seine Scheu abzulegen. Er war ein Wolf! Er musste doch auch irgendwo einen Hauch eines tierischen Triebes haben!

Ihre Versuche ihn zu erregen, schlugen allesamt fehl. (Was einen objektiven Beobachter nicht verwundert hätte, hatte Sigurson doch von der ersten Minute an nie einen Zweifel daran gelassen, dass „DAS“ nicht wirklich von ihm angestrebt war, und das das bei Wölfen auch eine etwas andere Sache zu sein schien.)

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Schließlich gipfelten sie darin, dass Minnie -absolut ohne Rücksicht auf Verluste- sich dicht vor ihn stellte, ihren nackten Körper gegen seine muskulöse Gestalt drängte, die so wunderbar und doch so ungewohnt duftete, und ihm ohne jegliche Scheu zwischen die Beine grabschte und beginnen wollte, seine Kronjuwelen zu massieren. Auf seine Frage hin raunte sie heiser vor Lust „Wie geht es der Pfote?……………..ehm wen anlocken? Meinen Ur Ur Ur Urgrossvater?“

Sigurson erstarrte. Nicht, dass es ihm nicht gefallen hätte – aber auf einer offenbar derzeit nicht wirklich komfortablen Ebene. „Ja..a… den, den wir aus dem Satyr holen und vernichten wollen.“
Minnie kicherte „Wollen wir das?“, rieb sich nachdrücklicher an ihm. Nicht nur die magischen Kräfte schienen ihr nicht zu gehorchen. Diese sprunghaften Wandlungen von einem niedlichen, fast naiv wirkenden Mädchen zu einer lüsternen, selbstbezogenen Dämonin ihrer Seele waren in der Tat verwirrend.
Ihre Hand glitt in seine Hose als wolle sie nachsehen ob der Inhalt selbiger Freude verspreche. Dabei gurrte sie dunkel „Keine Ahnung. Machen wir ’n Deal? Ich denke ernsthaft drüber nach. Für ’nen Fick.“

Sigurson zog  die Nase kraus und die Oberlippe von den Zähnen zurück. Eine sehr tierische Reaktion, ganz Wolf. Nicht, dass ihre Berührung ihm nicht gefallen hätte – sie konnte sicher spüren, dass er unter ihren Fingern anfing zu wachsen – aber das war eine völlig unwillkürlich-wölfische Reaktion seines Körpers und nicht das, was er willentlich beabsichtigte.
Der Garou griff nach ihren Oberarmen, nicht schraubstockartig sondern sanft.
„Das willst du nicht! Komm, wir gehen rein. Du nimmst dir was vom Magus zum Anziehen und ich koche uns was. Und Du erzählst mir dafür, was wir tun können!“

Minnie stand da, gegen ihn gelehnt, die beginnende Härte seines Schwanzes fühlend. Dieses warmen, samtigen, so lebendigen Organs…..ihr Herz klopfte wild. Ihre innere Quelle hatte bereits munter zu sprudeln begonnen. Sie fühlte mit Genuss ihre Brustwarzen hart wie kleine Perlen werden. Sexual Healing! Es war fast schon eine Art Trance.

Sie brauchte einen Moment bis ihr Hirn seine Worte verarbeitet hatte. Dann erstarrte sie kurz. Ein Laut der nicht aus ihr selber zu kommen schien und dennoch eindeutig aus ihrer Kehle rollte, übertönte für einen Moment das Prasseln des Feuers.
Es klang als würde höllische Enttäuschung das Schilf zum Rascheln bringen, ein tiefes „oooooooooooooooouuuhhh!“. Sie schien an ihm kleiner zu werden, förmlich zu schrumpfen, auch wenn sich ihre physische Grösse kein Jota verändert hatte. Ihre zuvor so fordernden Arme wurden schlaff und lösten sich von seiner Taille, sie senkte den Kopf, wurde tatsächlich rot.
Dem Mädchen in ihr war ihr dämonisches Verhalten deutlich peinlich. „Ich……..es………..ach fuck!!“ Brüsk dreht sie sich um und fand die seichte Stelle im Wasser, sodass sie es durchwaten konnte und nicht schwimmen musste. Schnell rannte sie zum Haus, wartete nicht auf ihn. Es sah aus als fliehe sie vor sich selbst!

Sigurson liess ihr Zeit. Er folgte gemächlich ins Haus, wo er sich direkt in die Küche begab. Derweil fand Minnie in Jamie’s Schrank ein altes Tanktop von ihm, welches nur so um sie herumschlackerte, weshalb sie es unter der Brust verknotete. Und eine alte abgetragene Jeans, die ihr halbwegs passte. Gut, dass der ehemalige Tänzer nicht so ein Hüne war!

Als sie aus seinem Schrank hinaustrat und sich in dem Zimmer des Jungmagus‘ umsah, entdeckte sie das Bild eines jungen Mannes mit mächtigen Schwingen. Sie rief Sigurson zu sich. „Komm mal, ich will Dir was zeigen!“

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Der Wolf hatte alle möglichen verwertbaren Lebensmittel aus dem Kühlschrank gezogen und begutachtet, Pfannkuchenteig angerührt.  Der plötzliche Wechsel in ihrer Tonlage machte ihn wieder misstrauisch. Sie klang wieder völlig normal, kleinmädchenhaft wie meist. Vorsichtig folgt er der Aufforderung.
„Hier bin ich!“
Er knurrte „Wo is hier?“, während er die Stimme zu orten versuchte.
„Na hier, in seinem Zimmer. Isses doch oder? Der pennt ja hier unten.“ Sie deutete auf das Gemälde.
Sigurson musterte das Bild und schnaufte indigniert.

„Ich glaub‘, so sieht URURUR jetzt aus hm? könnte hinkommen oder? Sein neuer Körper. Unschuldig………“
„Keine Ahnung. Sieht nicht aus wie´n Satyr!“
„Das nicht, nee. Aber Fey sind Changelinge. Genau wie du und ich. Und wenn Babymagus doch verknallt in den Fey ist, warum sollte er dann ein Bild von jemand anderem aufhängen? Das an der Türe ist ein bekanntes Gemälde, das ist niemand real Existentes. Aber das hier ist……….handgemalt!“
Der Wolf schob die Unterlippe etwas vor, biss darauf und legt den Kopf schief. „Naja, was weiß ich … also suchen wir ´nen geflügelten Satyr. Der irgendwie gar nicht nach Satyr aussieht. Sollte einfach zu finden sein!“ Eine leichte Ironie war deutlich zu hören.
„Ich kapier‘ bloss nicht was die Schwingen sollen. Aber mag sein das ist künstlerische Freiheit. So nach dem Motto „Baby, Du beflügelst mich so“ ………Ach Sig, Du hast es geschafft mich von Hyp zu befreien, Du findest auch ’nen Dämon in einem Satyr der kein Satyr ist hihihi!“ Da ist es wieder. Dieses Riesenvertrauen. „Was kochste denn?“

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Man begab sich wieder in die Küche, wo sie feststellen mußten, dass der Kühlschrank nach der langen Abwesenheit von Jamie nicht wirklich gut gefüllt war. Es endete damit das der Pfannkuchenteig in Vergessenheit geriet, und sie alten Käse mit einigen Scheiben Toastbrot verzehrten. Eine Weile hatten sie Smalltalk gehalten, vergessen war der Eklat beim Wasserfall. Leichtigkeit, Scherze, Alltag. Dann erinnerte sich Minnie aber daran, dass er eine wichtige Frage gestellt hatte. Es gab keinen Deal. Jedenfalls nicht in Form eines Ringelpietzes mit Anfassen………doch dafür gab es was zu essen!

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„Wie man ihn herlocken könnte, meinen Uropa? Mama sagte mal, es gäbe etwas dem er partout nicht widerstehen könne, und das sei seine einzige Schwachstelle! Aber ………..wenn ich nur drauf käme was das war!“
„Schwachstelle klingt gut! Meistens isses ja etwas total Schräges, das normalen Leuten harmlos vorkommt. Was weiß ich, Kirchenglocken, Kinderlachen, der Geruch von Maiglöckchen …“
Minnie nagte an einem Käsecracker herum „Oh mann…………….ja, irgendwas in der Art war es……………irgendwas relativ Unspektakuläres. Da liegst du gar nicht falsch……..aber ich komme nicht mehr drauf!“ Sie kratzte sich grüblerisch die Nase.

Der Wolf deutete mit seinem Käsestück auf das Zimmer des Magus.
„Wie wär´s Du tust dich mit ihm zusammen? Ich glaub der is ein Experte für Mindfuck. Direkte Magie is jedenfalls nich so seins. Vielleicht hat er schon was am Arbeiten, so herausfindemäßig!“
„Du kennst ihn länger als ich………wenn Du das sagst……..! Dann hoffen wir mal, dass er bald vom Gassi gehen zurück kommt. Vielleicht kann er mir ja helfen mich zu erinnern. Oder er hat schon einen Plan……….der hat ja sicher auch Verbündete. Die hat schliesslich jeder. Ehm. Fast. “ Sie zwinkerte ihren Verbündeten liebevoll und ehrlich unschuldig an.

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Ein offenes Lachen.“Länger kennen? Ich hab ihn vor … äh .. fünf … sieben Tagen am Caern getroffen. Ich weiß gar nichts! Außer, dass ich ziemlich sicher bin, dass er völlig blauäugig an alles rangeht.“
„Wenn er blauäugig ist hat er vermutlich einen Haufen Anfängerglück. Aber dann sollten wir nicht auf ihn bauen!“

Jamie war derweil natürlich längst vom Gassi gehen zurück und hatte Isar auf den Rücksitz gepackt um mit ihm zum nächsten Supermarkt zu düsen und Hundefutter zu besorgen.

 

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