Happy Halloween (oder: Grausames in Second Life)

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Ehm, ja nu……happy Halloween Euch allen. Es ist nicht Meins. Aber Euers. Und dafür wünsche ich Euch dann auch viel Spass.

So. Das war der offizielle Teil. 😀

Jetzt kommt der Inoffizielle. Viel gruseliger als alles was in SL thematisch für Halloween gebastelt wird finde ich diese ganz besonderen Avatare, die einem dort das ganze Jahr über begegnen.

Versteht mich nicht falsch bitte – Natürlich soll es Fantasy geben. Natürlich soll man sich in SL neu erfinden können. Natürlich MUSS ein Avatar nicht aussehen wie eine Person aus dem echten Leben. Klar. Mir muss auch nicht jeder Avatar gefallen. Ich mag es „natürlich“. Aber andere dürfen es auch gern unnatürlich mögen. Kein Thema. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.

Aber… sorry ich habe noch nie verstanden (und werde vermutlich auch nie verstehen), was jemand davon hat in einem solchen Avatar herumzurennen……viel Spass beim Gruseln!

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Anmerkungen zum Thema Rollenspiel in SL

Ja, ich komme Euch tatsächlich mit einem kleinen ooc (out of character) Artikel. Denn für alle meine Leser, die noch nie in Second Life ein Rollenspiel absolviert haben, könnte es interessant sein. Wen es langweilt, der verpasst nichts wenn er es einfach überspringt 😉

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Ich vergleiche das Rollenspiel gerne mit dem Schauspielern des RL, des richtigen Lebens oder Real Life.
Man könnte auch sagen, es ist wie gemeinsam mit anderen Bücher schreiben. Oder vielleicht wie einen Film anschauen und selber entwickeln zur gleichen Zeit. Jedenfalls ist es für jemanden der es nie erlebt hat, nicht leicht zu beschreiben. Daher bleibe ich mal beim Beispiel des Schauspielers, der in eine Rolle schlüpft.

Wenn ein Film gedreht wird gibt es ein eng festgelegtes Drehbuch, die Dialoge stehen vorab fest, und der Schauspieler hat „nur“ den gespielten Charakter authentisch darzustellen, muss ihn lebendig werden lassen.

Im RP ist das ähnlich. Der Unterschied ist, dass es eher ein „Spontan Theater“ ist, in dem zwar die Rollen festgelegt sind, die Handlung aber relativ offen ist. Sie orientiert sich entweder an den, in einem sogenannten Plot festgelegten Eckpunkten, oder aber entsteht total spontan aus dem was die Akteure sich gegenseitig an Impulsen anbieten.
Natürlich lässt das jede Menge Raum für Überraschungen und unerwartete Wendungen. Und das erzeugt Spannung. Ebenso wie man bei einem Film nicht weiss, was passieren wird, und höchstens mutmaßen kann, weiss man im RP nicht was als Nächstes kommt.

Und ebenso wie man sich beim Betrachten eines Films mit einem der Charaktere identifiziert, (meist mit dem Protagonisten oder einer ihm nahestehenden Hauptperson), identifiziert man sich natürlich mit seinem eigenen Charakter.
Während der Verstand genau weiss, das das ’nur Theater‘ ist, rutscht die Gefühlsebene in etwas, das man „Immersion“ nennt. Auf der eigenen Gefühlsebene ist das virtuelle Erleben Realität. Um gutes RP zu liefern, genießt man also einerseits diese Immersion. Darf aber andererseits nicht vergessen auf den Verstand zu hören der einem sagt „nee nee, es ist nur Rollenspiel.“, und der ja jenseits des Gefühlten den Job hat einen rollenkonform reagieren zu lassen. Auch wenn das bedeutet das der eigene Charakter verwundet wird oder einen Fehler begeht.

Nichts ist langweiliger als ein perfekter Held. Ein wenig schizophren ist das Ganze durchaus. Der Verstand genießt die Gesamtheit des Spiels, während die Emotionalebene fühlt was der Charakter fühlt. Sei es das er verwundet wird, eine große Enttäuschung erlebt, über einen Gegner triumphiert oder auch eine ruhige, romantische Zeit erlebt.

Um es etwas konkreter zu beschreiben:
Dein Charakter läuft in eine Falle. Deinem Verstand ist das klar. Er betrachtet das Spiel ja aus der Distanz. Er weiss, gleich wird Dir etwas Übles passieren. Das generiert den Impuls den Char einfach aus der Affaire zu ziehen, wegzulaufen, oder aber ungeahnte, völlig unrealistische Kräfte oder Visionen zu entwickeln die ihn warnen. Dieses Gefühl musst Du nun unterdrücken, und den Char in die Falle schicken, damit das Play halbwegs realistisch bleibt. Jeder Charakter hat im Spiel Höhen und Tiefen. Du weisst, dass Deine Gefühlsebene dank der Immersion diese Tiefen als Schmerz, Panik, Trauer, Depression oder Furcht empfinden wird.

Es sind reale Gefühle. Sie entstehen in Dir, ähnlich als würdest Du einen schlechten Traum haben. Er ist so lange real bis du aufwachst und Dein Verstand sich wieder einschaltet.

Das Gleiche gilt natürlich auch für die Momente der Freude, des Ausgelassenseins, des Triumphes, des Gewinnens. Es geht so weit, das die real existenten Körper vieler Spieler auf ein Sex RP durchaus mit ganz realer Erregung reagieren. Und das schlägt den Bogen und beendet meine Ausführungen: RP ist Kopfkino. Ganz großes Kopfkino. Manchmal erotisch, meist aber einfach nur spannend.

Dieses Hin und Her der Emotionalebene hat schon manchen guten RL Schauspieler zu einer Drogensucht geführt oder für psychische Instabilität gesorgt. Das Gute beim virtuellen RP ist, das es keine Pflicht ist, das man keinen Drehplan hat und das man sofern man Pausen braucht, diese machen kann so lange man möchte. Es ist kein Beruf. Es gibt also kein Muß.

Heute hat mich Freund Zasta mit einem derart genialen Schachzug der Geschichte um Jamie und Isar überrascht, dass ich jetzt noch völlig verblüfft bin. Es war ein sehr intensives und actiongeladenes Vier-Stunden-RP. Und — — es wirkt nach. Ich möchte nicht spoilern und nix verraten. (Auch wenn es mit Sicherheit zwei bis drei Kapitel meiner Geschichte verschlingen wird, dieses RP nachzuerzählen.) Aber eins muss ich doch sagen: Es war eines dieser RPs, die man ‚verstoffwechseln‘ muss. Es hat mich auf eine sehr befriedigende Weise müde gemacht.

Ihr kennt diese Müdigkeit, die nach sehr guter, produktiver Arbeit entsteht? Die Müdigkeit die nicht unangenehm ist, sondern in der man förmlich mit einem breiten Grinsen badet? Ja. Genau die.
Und weil es so viel Stoff war, werde ich das gesamte RP nocheinmal durchlesen müssen bevor ich mich ans Werk mache und es für mein Blog aufschreibe. Überlegen wie ich es sinnvoll straffe ohne die schönen und spannenden Details zu verlieren. Überlegen wie ich den Spannungspunkt hoch halte, damit ein Leser nicht aufhören kann………und last not least wie ich es so übersichtlich halte das jemand der nicht dabei war, ob der Action nicht durcheinander wird.

Aber nicht jetzt. Jetzt ist Ausruhen und Verstoffwechseln der Immersion angesagt. Wow. Danke für diesen überraschenden Input, Zasta.
Wobei – für den Verstand des Users war es eventuell etwas das man erahnen konnte. Nämlich dann, wenn man dieses Kapitel von Zasta aufmerksam gelesen hatte.

Bilder: Was wenn Amor kein Junge wäre?

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Engel haben kein Geschlecht. Oder sie haben beide Geschlechter. Ganz wie man es betrachten will. Also kann Amor kein Junge sein 😉

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Aufgenommen habe ich das Ganze auf dem adult mainland. Diese Parzelle hier nennt sich „Le vieux Quartier“, ist angeblich New Orleans nachempfunden und als „Gay Hangout“ gemeint. Es verblüfft mich immer wieder, dass die schönsten Gestaltungen in Second Life sehr häufig der Regenbogengemeinde entspringen. Oder….naja, eigentlich verblüfft es mich nicht wirklich …

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Nachdem ich eine Weile damit zubrachte Flugposen zu machen, muss ich sie hier natürlich auch vorführen!

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Dieser Brunnen hat es mir wirklich angetan! Ich muss unbedingt nochmal da hin und schauen wer den erstellt hat, und ob er käuflich zu erwerben ist! Schade, dass Ihr die Animation des Wassers nicht sehen könnt – selten so ein natürliches Geplätscher gesehen! Und es macht nichtmal Lag.

Und da ich nunmal ich bin, und Schwein Sein fein ist, kann ich diese kleine Bilderserie natürlich unmöglich beenden ohne anrüchig zu werden 😉

Ich hoffe, das Anschauen ist ebenso anregend wie das Produzieren! Verklemmte mögen jetzt bitte die Augen schliessen!

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Kap31: Eine arbeitsreiche Woche

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Sein Lachen fiel zeitgleich mit dem röhrenden Motor des Möbelwagens zusammen, das leiser wurde je weiter sich die Monteure entfernten. Während Jamie’s Augen zufrieden durch den Raum glitten, schallte es leicht von den Wänden des großen Wohn- Kochbereichs ab.

Red’s Blick, als sein Schüler ihm seine Forderungen aufgezählt hatte, war unbezahlbar gewesen. Das Lachen verebbte und machte einem breiten Grinsen Platz. „Aber Jamie, dir ist schon klar das ICH das nicht zu entscheiden habe, hm? Das muss der Schatzmeister unserer Vereinigung.“
„So what? Dann ruf‘ den Mann an, bitte!“

Das er hart geblieben war, hatte sich ausgezahlt. Red hatte zwanzig Minuten wild gestikulierend für Jamie verhandelt, dann war das Ziel erreicht. Der Wagen stand zu seiner Nutzung bereit, und ausser dem Benzin und eventuellen Werkstattbesuchen wegen des üblichen Verschleißes würde er keinerlei Kosten haben. Die Umzugsfirma, deren Motorengeräusch sich eben in der Ferne verlor um dann vom Tunnel aufgefressen zu werden, war bezahlt worden. Seine Küche band sich hier wirklich äussert gut ein. Aranza hatte im Keller noch einige nicht genutzte Teile ihres Sofas das er so liebte, und entschädigte ihn damit für den ganzen Aufwand und Ärger den er während seines Hostel-Sittings gehabt hatte.

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Dann, gestern, die Hiobsbotschaft: Ein Streit mit ihrer Hausbank war ausgeufert, die Hypothek für den Umbau nicht mehr abtragbar, und so hatte seine Freundin beschlossen, das irgendwie zu regeln indem sie Unicorn Isle verkaufen und dann ihre Zelte abbrechen wollte. Sie würde in einigen Wochen mit Pat nach Florida ziehen, wo man ihr eine Stelle als Hauswirtschafterin einer Jugendherberge angeboten hatte.

Während er langsam durch die Räume schlenderte, lief die vergangene Woche vor seinem geistigen Auge ab. Ein Marathon an Organisation! Christine besucht um die Kündigung schriftlich korrekt ablaufen zu lassen. Dafür gesorgt, das das Elektrizitätswerk wieder brav Strom lieferte. Das Oldtimersofa von blau auf weiss und seinen Kleiderschrank von weiss auf braun lackiert, bzw. gebeizt. Mit Red die Schamanenvereinigung besucht, sich dem Schatzmeister bekannt gemacht, und einen Nutzungsvertrag wegen dem Wagen unterschrieben. Einen Tag mit Aranza verbracht, von dort die Sofa Teile nach Deer Mansion gefahren und den Abend recht melancholisch ausklingen lassen. Die Freundin würde ihm fehlen!

Die Kissen seines Bettsofas imprägniert und es unter die große Trauerweide gepackt, die ihn wie so einiges hier, an Aranza’s schöne Insel erinnerte. Eine ganzen Tag durch Möbelläden und Baumärkte gelaufen, dabei ein neues Bett für sich und Isar angeschafft. Und viel, viel, fast ständig an seinen Prinzen gedacht. Er hörte die lachende Stimme noch als sei sie gerade erst verklungen „Ich brauche ein großes Bett!“. Na hoffentlich war das Neue groß genug! Das Schlafzimmer seines Vorgängers hatte er in das Obergeschoss geschafft. Es sollte als Gästezimmer dienen. So gern Jamie das verkauft hätte – es gehörte nunmal nicht ihm. Und sollte der verschollene Magus wieder auftauchen, wäre er mit recht empört wenn Fremde während seiner Abwesenheit klammheimlich seine Habe veräussert hätten!

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Da er einige Rollen davon übrig hatte, hatte Jamie natürlich auch die Sternenhimmeltapete wieder hinters Bett geklebt. Als das Grobe erledigt war, widmete er sich einen ganzen Tag lang den Kleinigkeiten. Bilder aufhängen, unnütz gewordene Nägel und Dübel entfernen, Löcher zuspachteln, dekorieren. Bei all dem war er froh über Red’s Hilfe, auch wenn sein Lehrer körperlich aus Altersgründen nicht mehr mit Jamie mithalten konnte, so wäre einiges im Alleingang einfach nicht machbar gewesen.

Abends, wenn ihnen alle Knochen schmerzten, hockten sie sich zusammen und Red brachte seinem Schüler bei, wie ein Caern zu hüten war, was es mit dem Caern Totem auf sich hatte (sofern ein Caern eines hatte), und wie man vorgehen musste um ihn sauber und sicher zu halten. Gestern dann war er abgereist. Sein Seminarzentrum rief, und Nina hatte sich irgendwie in Schwierigkeiten gebracht und harrte in einer Zelle seines Auftauchens um ausgelöst zu werden.

Red hatte Jamie auch berichtet, was an Gerüchten über die Vorgänge an Oberon’s Hof im Umlauf war. Es ging, so hatte der Jungmagus es zumindest verstanden, um einige rebellische Sidhe die für Unruhe sorgten. Für ihn war die Politik der Feen natürlich noch unverständlicher als böhmische Dörfer, er hatte schlicht den Hintergrund nicht. Aber das er Lung an den Hof gesandt hatte, schien zur Folge zu haben das sich Oberon in diesen Partisanenkrieg irgendwie hatte einbinden lassen, und es schien sich nach anfänglich ungünstigen Zeichen für ihn dann gar nicht schlecht zu entwickeln. Einige der aufständischen Zellen schienen extrem aktiv und nervig zu sein, aber offenbar war bisher alles gut gegangen.

Jedenfalls hatte Jamie bei jedem Einfühlen in das Seelenband keinerlei Verletzungen wahrgenommen, keine übermäßige Angst, oder eine Form von Stress die darauf schließen hätte lassen, das Isar gefangen war oder gefoltert wurde. Was wahrnehmbar war, und dem Magus immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zauberte, waren kurze Gefühlssplitter ähnlich denen die er in seiner Pubertät und selbst noch während seiner Adoleszenz von sich selbst kannte – ein genervtes Aufbegehren gegen ständige Kontrolle, gegen selbständig sein Wollen aber nicht Können. Dinge wie die Augen zu verdrehen wenn seine Mutter zum hundertsten Male fragte „Hast du auch deinen Schlüssel eingesteckt, Junge? Und ruf an, falls es später werden sollte! Papa und ich sorgen uns sonst zu Tode! Und bitte – fahr vorsichtig! Zwei Räder sind nicht so sicher wie vier!“

Auch häufig empfing er Gefühle des überrascht oder auch angespannt Seins. Nicht ‚verblüfflich‘ angesichts dieser politischen Unruhen.

Weiter ging die Wanderung durch die nun so gut wie fertig gestellte neue Bleibe. Meine Güte, ein so riesiges Haus nur für Isar und ihn! Was für ein Luxus! Andererseits war das was er dafür zu leisten hatte ja auch nicht ohne!
Bis auf das Gästezimmer standen alle Räume im Obergeschoss leer. Jede Menge Platz um bei Versammlungen, falls sie über Nacht andauerten, Iso Matten und Decken auszubreiten.

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Während er sich mit einem Kakao auf der Terrasse niederliess, (er war nie so ein großer Freund von heißer Schokolade gewesen, doch neuerdings trank er viel und oft davon. Irgendwie sorgte es dafür, dass er sich mit Isar verbunden fühlte, es gab eine sonderbare Art von Trost gegen dieses verdammte Vermissen.), fragte er sich ob sein Prinz wohl dem Feldwebel der seine Mutter zu sein schien, von Jamie erzählt hatte. Oder ob er diese Lovestory lieber vorsorglich verschwieg. Er selbst würde sie wohl verschwiegen haben, es war nicht anzunehmen das Eltern sich über Kinder freuten die sich in eine fremde Art verguckt hatten….

Morgen würde er versuchen, den Eulengeist der über dem Eingang der Caern Höhle wohnte, dazu zu bringen für ihn zu arbeiten. Eine Art Wache in Form einer Eule war sicher nicht das Übelste das einem Caern passieren konnte! Er würde wie ein Radar funktionieren, das dem Jungmagus während seiner Abwesenheit Bericht über eventuelle Aktivitäten erstatten konnte. Und Jamie hatte beim Einrichten und Säubern des Hauses ausserdem bemerkt, dass die energetische Schutzhülle an einigen Winkeln rissig und spröde wurde……..es galt, sie zu erneuern und das Haus einmal kräftig auzuräuchern. Am besten mit Weihrauch. Das schien zwar grauselig ‚old school‘, aber Jamie war überzeugt davon das nichts über Weihrauch ging.

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Sein Muskelkater machte sich bemerkbar als er die leere Tasse auf den Boden stellte, genervt verschränkte er die Arme vor der Brust und betrachtete die Birken, deren Blätter als erste die herbstlich leuchtenden Orangetöne angenommen hatten.

„Wenn hier alles geregelt ist, mein Prinz, und du noch nicht zurück sein solltest, dann besorge ich mir Waffen und komme zu Dir! Scheisse, ich habe die Nase vom Vermissen gestrichen voll!“

Es klang wie ein Versprechen. Jamie erhob sich, warf sich in Schale und holte den Wagen aus der Garage. Er würde irre werden wenn er jetzt nicht tanzen konnte, also ab in den Club „Phantas’n Mantas“, dort würde er sich abreagieren können. Tanzen fehlte ihm ja schon seit er angefangen hatte das Hostel zu hüten……..die Sehnsucht nach einer durchtanzten Nacht war fast so groß wie die nach seinem Gefährten.

Kap30: Die Lust am Fordern

Während Red und Jamie frühstückten, kehrte Lung zurück und berichtete ihnen was er im Haus des Technokraten beobachtet hatte. Das sorgte nicht eben dafür, dass das halb vertrocknete Toastbrot schmackhafter geworden wäre.

„Gut“, murmelte Jamie kauend und knirschend, „er arbeitet also offenbar wirklich im Bereich der Cyborg Forschung und nun wissen wir, dass er sich ein Versuchsobjekt gegriffen hat. Weiss der Geier womit er sie gelockt hat sich auf so einen Mist einzulassen!“ Lung wandte ein, dass Redbarns offenbar damit rechnete Minnie könnte widerspenstig werden, wieso sonst der Käfig? „Naja“, meinte Red, „die wissen schon wo sie ihre Probanden finden. Du musst nur jemanden aufspüren, der nichts oder fast nichts mehr zu verlieren hat!“

Derweil Red das Geschirr reinigte, verfasste Jamie eine Whatsapp an Redbarns, allerdings mit einem dieser typisch amerikanischen Wegwerf-Handies. Seine wahre Nummer durfte ja nicht auftauchen. Er ließ sie klingen als habe er sie für einen Verbündeten verfasst, und dann versehentlich an den Falschen geschickt. Der Technokrat musste das Gefühl haben das ihn jemand ausspionierte…..Jamie berichtete dem imaginären Freund, Redbarnes habe nun erfolgreich die ersten Chips implantiert.

„Lung, sei so gut und besuche meinen Prinzen. Du magst doch den Hof von Oberon…..“ Jamie hatte gezwinkert, erinnerte er sich doch lebhaft wie bei seinem letzten Besuch dort Lung im Ballsaal versackt war. „Ich möchte wissen, was dort vor sich geht.“ Eine Tasse klapperte vernehmlich im Spülbecken. „Das kann ich Dir unterwegs berichten.“, brummte sein Lehrer.  „Oh, fein! Lung, flieg dennoch hin bitte. Sag ihm das ich an ihn denke, hm?“ Der Drache verzog seine Lefzen zu einem Grinsen und verblasste nickend, bis er völlig verschwunden war.

„Dann hol ich das Auto…………“ Doch als Jamie in der Tiefgarage ankam, sah er den Platten schon von Weitem. Verdammt und zugenäht! Als er gerade sein Loft wieder betrat um Red ins Bild zu setzen, tönte das Telefon und wie es manchmal so geht – es war Denis!

„Hi Jamie! Sag maaaal……….lebt der rechte Hinterreifen noch?“ Es hätte nicht viel gefehlt und der Magus hätte das Handy fallen lassen! „Alter! Bist Du unter die Hellseher gegangen?“ Denis‘ Lachen klang wie die Häme eines aus der Box auftauchenden Kastenteufelchens…. „Neee aber der hatte ne Macke. Ich wusste das der es nicht mehr lange macht! Okay, Du hast meinen Reifen kaputt gekriegt. Hehehe, dann wirst Du schauen müssen, wo Du Ersatz herbekommst, mein Freund!“

Jamie hatte zuwenig Schlaf. Das Wetter war auch nicht der Bringer heute. Und er sorgte sich um Isar. Die Entscheidung bezüglich des Caerns lag ihm auf dem Magen. Und dann das hier! Er explodierte.

„Du verdammter Arsch von einem nichtsnutzigen Tagedieb! Wenn der unterwegs geplatzt wäre könnte ich jetzt im Long Island College Hospital liegen oder sonstwo!“ Das Lachen am anderen Ende der Leitung stachelte Jamie’s Zorn noch einmal an. „Und weisst Du was, Du Motherfucker? Ich werde den Teufel tun Dir einen Reifen zu besorgen. Hol Dir deine verfickte Schrottkiste doch beim nächsten Schrottplatz ab!“ Er legte auf und fauchte Red an, der mit leicht gelupften Brauen den Ausbruch beobachtet hatte. „Komm runter Jamie! Ich hab ne Idee.“

Als Jamie’s Wut verraucht war, war seine Laune auf dem Nullpunkt angelangt. Red hatte bei der Schamanenvereinigung angerufen. „Haben wir einen Wagen in NY? City?………..ah gut gut……….gib mir die Nummer von dem Kollegen der die Schlüssel…………..ja. Alles klar, danke.“

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Als sie aufbrechen konnten, war es später Vormittag. Die Sonne schien dunstig orange durch die Schleierwolken, diesig und kühl war es. Doch der SUV den Red besorgt hatte, machte dem Magus Spass, erstens roch er fast wie ein Neuwagen (und Jamie liebte diesen Geruch!), und zweitens fuhr er sich einfach großartig. Da der Tank fast leer war mussten sie erst einmal einen Stop bei einer Tankstelle einlegen, aber dann verlief die Fahrt störungslos. Bei der Durchfahrt des zum Anwesen führenden Tunnels murmelte Red: „Parke ihn sicherheitshalber am Tunnelausgang, Jamie. Ich weiss nicht, was wir dort vorfinden werden………..aber es muss nicht jeder unsere Ankunft gleich mitbekommen!“

Gesagt getan. Red stieg aus aber Jamie folgte ihm nicht. Er war so verblüfft über das Bild, das sich ihm bot, dass er sogar vergaß seinen Sicherheitsgurt zu lösen. Mit offenem Mund starrte er auf das riesige Haus, was seinen Lehrer zum Lachen brachte.

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Sie liefen einige Schritte durch die fahle Sonne, das Meer rauschte leise und einige Seevögel schrien sich gegenseitig erspähte Beute zu. „Das ist viel zu gross für mich!“ Jamie streckte sich während er das Haus musterte. „Vieeel zu groß, da gehen Isar und ich ja drin verloren!“

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Wachsam musterte Red die Umgebung je dichter sie an das Haus kamen. Der Roller des verschollenen Magiers parkte vor der Garage, als sei er gerade vom Einkaufen zurück gekehrt. „Gibt es eine Spur, Red?“
„Nichts. Gar nichts. Es ist äußerst seltsam.“ Der Schamane zeigte seinem Schüler auch das Innere des Hauses, in dem es heute recht dämmrig war, aber das Licht funktionierte nicht. Offenbar hatten die Elektrizitätswerke wegen nicht erfolgter Stromzahlungen den Saft abgedreht.

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Als Red ihm auch das Obergeschoss gezeigt hatte, wandte Jamie erneut ein das Haus sei viel zu groß. „Aber ich habe Dir bereits kundgetan, dass die Vereinigung es für Versammlungen braucht. Betrachte Dich als eine Art Hausmeister!“
„Noch habe ich nicht zugestimmt. Red. Und ich kann den Caern fühlen, aber nicht sehen. Wo ist er?“

Ein breites Grinsen zog über Red’s Züge. „Oh, der ist gut verborgen……….sind Deine Schuhe wasserdicht?“ Lachend führte er Jamie über das Grundstück hin zu einem Wasserfall, der frappierende Ähnlichkeit mit dem von Unicorn Isle aufwies. Dort deutete der alte Schamane auf einige alte Baumstämme, die am Ufer einer Art Bachlauf entlang angebracht waren. Es war eigentlich kein wirklicher Bach, eher eine fingerförmige, sehr schmale Bucht, jedenfalls konnte man riechen das das Wasser salzig war. Jamie balancierte verblüfft hinter Red her, der forsch vorausstapfte.

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Als der Höhleneingang sichtbar wurde, staunte der Jungmagus nicht schlecht. Ein Käuzchen hockte über dem Eingang als würde es den Caern bewachen, und Jamie fühlte hin zu dem Tier. In der Tat, es handelte sich um einen Geist. Jamie tat es Red gleich und grüßte das Eulenwesen höflich.

„Wir haben ihn vorübergehend hier seinen Posten beziehen lassen, damit er uns Bewegungen des Gateways meldet!“, erklärte Red. Nachdem der alte Schamane sich hatte sagen lassen, das ausser einem Garou, einem Scrag (was Red leise fluchen liess), und einer laut dem Käuzchen ausgesprochen hübschen Fey niemand durch das Gate gekommen sei, betrat der Schamane die Höhle und winkte seinem leicht zögernden Schüler aufmunternd zu.

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Je näher Jamie kam, desto stärker fühlte er die Energie des Caerns. Dieser hier gab ihm das Gefühl als pulsiere die Luft, wohingegen der kleine auf Unicorn Isle eher den Eindruck gemacht habe, als drehe sich die Luft um ihn herum.

Der Laut war halb ein „oha“ und halb ein „häää?“ Denn als Jamie die Höhle betrat, sah er ein aus dicken Steinquadern erstelltes Tor dort stehen, in dem der Schleier für physische Augen sichtbar wurde! Halb starrte man noch in diese Welt, halb aber irgendwie ins Universum hinein……………………keuchend sog der Magus die Luft ein, beobachtet von den amüsierten Augen seines alten Lehrers, der wohl mit einer solchen Reaktion gerechnet hatte. „Ja. Das sagte ich auch als ich das erste Mal hier war, Jamie“, scherzte er leise lachend.

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Er ließ Jamie jede Menge Zeit sich umzusehen, und machte ihn dann mit dem Gateway des Caerns vertraut. Als sie schliesslich die Höhle verliessen, dämmerte es bereits und ihre Mägen knurrten vernehmlich.

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„Wollen wir schauen, ob Konserven im Haus sind?“
„Gute Idee, Red. Mir schwirrt der Kopf und das Knurren meines Magens ist sicher noch bis zum Umbra zu hören!“
„Komm, schauen wir nach!“Sie fanden Cornedbeef und Nudeln, sowie einige getrocknete Kräuter und Paprika. „Schlafen wir hier, Red?“
„Würde Sinn machen. Es gibt noch so viel zu bereden! Beim Essen erzähle ich Dir dann wieso es Ärger bei Oberon gibt.“
„Ja, ich bestehe drauf, Red. Das ist wichtig!“

Während Jamie in dem Topf herumrührte, in dem die „Fleischsauce“ aus Cornedbeef entstehen sollte, begann er trocken aufzuzählen:

„Gut, also ich bin dabei. Ich werde Euer Gatekeeper. Und damit hat sich dann wohl auch festgelegt, dass ich ein Schamane werde, auch wenn ich mich nicht danach fühle! Aber das muss wohl sein. Nur, Red, Ihr kriegt mich nicht für umme! Ich möchte den Wagen behalten, der ist geil! Werde ja viel fahren müssen. Und im Winter ist ein Roller suboptimal!“ Red’s Augen wurden gross. „Diese Seite an Dir kenne ich noch nicht, Jamie. Du forderst den SUV?“
„Ich auch nicht, Red, ich auch nicht. Aber diese Seite will jetzt ans Licht“, ein Zwinkern und dann setzte Jamie noch einen drauf: „Also den Wagen. Ich zahle das Benzin, einfach weil ich zu faul bin ein Fahrtenbuch zu führen. Aber Versicherung und Steuern zahlt die Vereinigung weiterhin. Genau wie meinen Umzug. Ich will meine eigene Küche hier haben, die hier ist mir zu altmodisch. Und meine Bezahlung wird Isar’s Unterhalt implizieren! Ferner bekomme ich eine Krankenversicherung, eine Rentenversicherung, Hausrat, Haftpflicht und ehm……..eine Risikolebensversicherung!“

 

 

Kap29: Hyppolite Redbarnes‘ Projekt

(Dieses Kapitel ist definitiv ein „ab 18“ Posting. Und not workplacesafe! Jetzt kann niemand sagen er wäre nicht gewarnt gewesen, Lesen auf eigene Gefahr! 🙂 )

Beim Frühstück, während er noch überlegte was er Red nun sagen sollte, hatte Jamie eine Idee.
„Red, Du hast doch die Nummer von Redbarnes, ja?“
„Klar, willst Du sie?“
Jamie nickte und rief dann seinen Geisthelfer zu sich. Lung grüsste Red ausgiebig, in der Zeit in der sie smalltalkten konnte Jamie tatsächlich ein ganzes Marmeladenbrot verzehren und eine halbe Tasse Kaffee leeren.

„Was kann ich für Dich tun, Jamie?“, wollte der Drache dann wissen.
„Du hast das Haus von Redbarnes derart genial ausspioniert – glaubst Du, Du könntest das auch während er anwesend ist? Kannst Du Dich so tarnen, dass er Dich nicht bemerken würde, Sensei?“
Die Furchen zwischen Lung’s Augen vertieften sich und eine Weile herrschte Schweigen, man konnte erkennen wie tief er nachdachte. Schliesslich brummte er mit leicht hinabgezogenen Lefzen: „Müsste gehen. Sicher bin ich mir aber nicht.“ Red warf Lung einen kurzen Blick zu und bemerkte angelegentlich: „Ich hätte da noch eine Idee…….“, und dann begannen die beiden auf eine Weise zu fachsimpeln, dass Jamie nur mit den Ohren schlackern konnte.

Von Tarnzaubern, Entmaterialisierungsgeistern, zielgerichtetem Fokussieren über Dimensionen hinweg………Jamie spitzte die Ohren, denn er fühlte sich verpflichtet schnell und möglichst viel aufzuschnappen und im Hinterkopf abzuspeichern. Als Lung dann zuversichtlich war, den Technokraten beobachten zu können ohne selbst bemerkt zu werden, bat Jamie ihn: „Dann sei so gut und finde heraus, an was er momentan arbeitet, Lung! Denn wenn ich das nicht weiss, kann ich schlecht den Eindruck eines anderen Technokraten der bei ihm „Industriespionage“ betreibt, vortäuschen. Das muss ich aber, wenn Zachary’s Plan aufgehen soll.“

„Gerne! Nur werde ich nicht, wie beim Ausspionieren der Wohnung, die Bilder sofort zu Dir senden können, nicht wenn ich mich selbst tarnen muss.“
„Kein Problem, sobald Du es herausgefunden hast, berichtest Du es mir.“
„Hai, abgemacht. Bin schon unterwegs.“

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Lung war reiner Geist. Manchmal legte er sich ein wenig Materie wie einen Mantel um, weil Jamie es so genoss das Drachenfell zu kraulen. Aber Materie war anstrengend. Binnen weniger Sekunden hatte er sich zu Redbarnes‘ Haus gedacht, und wie beim ersten Mal den Dachboden als Ziel gewählt. Doch was war das? Der Dachboden war nicht mehr so leer wie bei seinem ersten Besuch! Ein massiver Holzkäfig, etwa zwei Kubikmeter gross, stand dort. In ihm befand sich eine Art Schlafbank. Der Käfig stand offen, und ein Stück daneben war etwas das wie ein Bett der Krankenstation des Raumschiff Enterprise wirkte………ein ziemlich futuristisches Bett mit einem Monitor.

Lung speicherte dieses Bild in seinen Gedanken. Auch wenn er sich auf den Käfig keinen Reim machen konnte, so was doch das Bett sicherlich Teil der Forschung des Technokraten! Als er dann vorsichtig sein Bewusstsein in die Etage darunter velagerte, staunte der Drache erneut. Redbarnes war nicht alleine. Er sass an seinem Computer und arbeitete, während neben ihm auf dem zweiten Schreibtisch ein sehr zierliches, aber vollbusiges Mädchen hockte. Das sie für ihre zarte Gestalt eine verblüffende Oberweite aufwies, wurde durch den Umstand ersichtlich das sie unter ihrer Lederjacke lediglich ein oben offenes Corsett trug.

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Lung begann gespannt, den Raum zu observieren. Offenbar bemerkte ihn wirklich niemand.

Das Mädchen spielte mit ihren Locken, sie wirkte nervös und ziemlich unruhig. Als ihre Hand das Haar zur Seite schob, wurden die langen Ohren sichtbar. In einem Märchenbuch wären sie vermutlich als ‚Elfenohren‘ bezeichnet worden. Ansonsten aber wirkte sie absolut menschlich. Bis auf das Klappern der Tasten von Redbarnes‘ Keyboard war es still im Raum, ab und an zwitscherte einer der beiden Vögel in dem antiken Käfig am Fenster.

Eine ganze Weile geschah sonst nichts, schließlich begann das junge Ding mit den Beinen zu baumeln und seufzte leise auf. „Hyp, ehrlich, Du arbeitest zuviel! Du warst doch heute bereits stundenlang im Lagerhaus!“ Während ihre Stimme verklang, tippte Redbarnes unbeeindruckt weiter, es war als beachte er sie gar nicht.

Die schlanke Hand mit den nicht gelackten aber sehr lang gewachsenen und gepflegten Nägeln begann an der filigranen Halskette zu spielen, die in einem seltsamen Gegensatz zu dem ziemlich rockerhaften Outfit des Mädchens stand. Zarte Blütenblätter aus kühl glänzendem, schwarzen Metall umrankten den schlanken Hals. „Hyp? Wann ist es denn so weit, wann fängst Du an mich zu behandeln?“  Keine Reaktion. Das Mädchen – oder war es gar kein Mensch? – legte beide Hände auf die vollen Brüste und zupfte so lange an den dunklen Warzen herum, bis sie keck hervorstanden, dann liess sie sich vom Schreibtisch gleiten und näherte sich Redbarnes. Ihre Stimme wurde einige Nuancen dunkler, sie gurrte ein gutturales „Och komm! Mach eine Pause! Ich brenne so sehr! Magst Du mich nicht erlösen?“ Sie beugte sich vor und versuchte, seinen Hinterkopf zu kraulen.

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Mit einer unwilligen Geste schlug er ihr leicht auf die Hand, und mit einem angedeuteten Verziehen der schmalen Lippen knurrte der Technokrat: „Minnie, Du nervst! Siehst doch das ich zu arbeiten habe.“

Minnie’s Unterlippe bewegte sich schmollend vor. Sie richtete sich wieder auf und starrte aus dem Fenster. Nach einer Weile bettelte sie erneut: „Hyp, Du weisst, wenn meine Hormone durcheinander sind, ist das nicht gut für die Behandlung, das hast Du selbst gesagt.“

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„Wohl wahr. Aber wenn ich diesen Algorhythmus nicht in den Griff bekomme, dann ist das noch viel schlechter für die Behandlung. Du willst ewiges Leben. Du willst Kräfte von denen Du nur träumen konntest bisher, nicht wahr? Ich gehe davon aus das Du NICHT eine dysfunktionale Maschine werden willst, also gib Ruhe!“

Offenbar dachte Minnie nicht daran, Ruhe zu geben. Nach ein paar Minuten in denen wiederum ausser dem Zwitschern des Ziergeflügels und dem leisen Klacken der Tastatur Stille geherrscht hatte, grätschte Minnie die Beine um einen festen Stand zu haben. Dann fing sie leise zu singen und sich zu dieser Melodie in den Hüften zu wiegen an, während sie mit der rechten Hand ihren Gürtel lasziv aufzuschnallen begann.

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Redbarnes nahm die Augen vom Monitor und drehte den Schreibtischstuhl halb zur Seite, stützte das Kinn auf die Hand und beobachtete sie einige Sekunden mit diesen kalten, stahlblauen Augen. Nun, da sie seine Aufmerksamkeit hatte, wurde ihr Tanz wilder, ihre flinke Zunge glitt erregt über die weichen Lippen und ihr Becken kreiste schneller als zuvor. „Was wird das, Minnie?“
„Ein Fruchtbarkeitstanz?“ Ein kehliges Lachen perlte durch ihre zarte Kehle. „Du bist ein Mann. Du musst doch Bedürfnisse haben, Hyppolite!“ Mit diesen Worten tänzelte sie auf ihn zu und nachdem der Gürtel geöffnet war, glitt nun auch der Reissverschluss auf. Minnie ging leicht in die Knie und begann ihren Schritt am Knie des Technokraten zu reiben, wobei sie munter weiter die leicht orientalisch anmutende Weise sang.

„Du möchtest mich also anmachen, mein kleines Forschungsprojekt hm?“
Der Druck ihres Körpers an seinem Knie nahm zu. „Ich weiss, ich gefalle Dir. Sonst hättest Du mich nicht ausgewählt für die Behandlung! Komm, zeig mir wie ich Dir gefalle!“ Inzwischen glänzte die pure Geilheit aus ihren blaugrünen Augen, und die Spitzen der Elfenohren waren deutlich gerötet. „Minnie, wenn ich sage Du sollst Dich ausziehen, dann tue ich das nicht aus erotischen Gründen sondern weil ich Dich in Bälde untersuchen will!“ Täuschte das, oder klangen die Worte nun doch etwas rauh?

Das Mädchen schien unbeeindruckt von seiner verschlossenen Art. Als sie aber versuchte, seinen Schoß zu erklimmen, sprang der Technokrat auf. „Du willst mich erregen? Nun gut. Du HAST mich erregt.“ Er schnaufte kurz, wirkte aber abgesehen von diesem Geräusch so ruhig und gefasst wie zuvor. Lediglich die Ausbuchtung die sich nun deutlich in der schwarzen Lederhose abzeichnete, zeugte davon das Minnie’s Tanz eine Wirkung hatte.

Als sie sich umdrehen wollte um ins Schlafzimmer zu tänzeln, machte er zwei lange Schritte auf sie zu, riss sie kurz an sich – nur um sie dann mit beiden Händen zu Boden zu drücken. Als sie erschreckt aufquietschte, lachte er leise und dunkel. „Das wolltest Du doch, kleines, geiles Forschungsobjekt!“ Zwei schnelle Bewegungen mit der linken Hand, während die rechte das Mädchen am Boden hielt, und sein Reissverschluss gab surrend seiner strammen Männlichkeit den Weg frei. Blitzschnell, während Minnie immernoch leicht erschreckt hechelte, drückte der Technokrat das Ergebnis ihrer Anmachversuche zwischen die warmen, schweren Brüste.

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Seiner Stimme war keinerlei Erregung anzumerken, als er nun fest in ihre Haare griff, ihr den Kopf leicht in den Nacken zwang, und auf sie hinuntersah „Na los, press‘ sie zusammen damit ich was davon habe, Du kleine Schlampe!“

Minnie atmete immer noch sehr schnell, fast hyperventilierte sie. Ob aus Lust oder Furcht war schwer zu sagen. Jedenfalls presste sie gehorsam mit beiden Händen ihre Melonen gegeneinander und sperrte seinen Harten auf diese Weise recht effektiv zwischen ihnen ein. Als kleine Schlampe tituliert zu werden, schien ihrer Erregung keinen Abbruch zu tun, vielleicht hatte das sogar eine gegenteilige Wirkung. Ihre Perle pochte lauter als zuvor, ihr Herz klopfte schneller als eine Buschtrommel, und das Gefühl des heissen, samtig harten Organs zwischen ihren Titten stachelte ihre Geilheit weiter an. Minnie’s innere Quelle sprudelte nun äusserst heftig, sie nahm wahr wie ihre Schamlippen sich feucht gegen die zu ihrer maximalen Länge geschwollenen Clitoris rieben und wackelte mit dem Hintern während sie das Objekt ihrer Begierde zwischen den zitternden Brüsten einsperrte.

Ohne den Griff zu lösen, beugte Redbarnes den Kopf, spuckte kurz um für optimale Gleitfähigkeit zu sorgen auf seinen Prügel und begann in dieses hübsche Dekolltee hinein zu stossen. Hart, schnell, und ohne jegliche Regung seiner Miene. Während Minnie mit Riesenaugen abwechselnd zu ihm auf, und dann wiederum auf die pralle, glänzende Eichel zwischen ihren Brüsten schaute, ließ der Technokrat lediglich ein leichtes Grunzen vernehmen, so als erledige er nebenher eine Routine. Zwar eine sicherlich angenehme, aber eben doch eine Routine. Schliesslich stoppte er seine Stösse und  drückte ihren Kopf nach unten. „Du wirkst hungrig. Mund auf!“ Es war unglaublich, wie ruhig und unbeteiligt sich diese Worte von seinen Lippen lösten.

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Bevor sich Minnie versah, lagen seine kräftigen Hände auf ihren Haarschnecken und dirigierten ihren Kopf zu seinem Becken hin, pochend drückte sich seine Spitze dabei gegen ihre Lippen, die sie nun flugs weit aufriss um ihn einzulassen. Mit einem unterdrückten Stöhnen, begann sie ihn zu blasen, während sich ein feuchter Fleck in ihrer Lederhose niederliess. Doch in diesem Moment hatte sie natürlich keinen Gedanken für die schwierige Pflege einer eingesauten Lederhose………sie wollte zärtlich und hingebungsvoll seine Eichel mit der Zunge umkreisen, doch auch diesen Plan vereitelte er. Bevor sie wusste wie ihr geschah, hatte er seinen Schwanz bereits so tief es ging in ihren Rachen gedrückt.

Während das Mädchen mit dem Würgreiz kämpfte, rammte er ihr wieder und wieder seinen Harten tief in den zarten Mund, und schliesslich rannen ihr Tränen die Wangen hinunter und schaumiger Speichel sammelte sich am Kinn.

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Das war der Moment, in dem Minnie klar wurde, dass ein befriedigendes Liebesspiel mit ihrem Idol nicht stattfinden würde.

Als sie anfing zu husten, entzog er sich ihr unbeeindruckt, stellte sich breitbeinig einen Schritt zurück, legte Hand an und brachte es selbst zu Ende. Er hatte ja nicht vor, sie kaputt zu spielen, er brauchte sie noch. Lediglich ein dumpfes Grollen war zu hören als er seinen Höhepunkt erreichte. Sein Samen ergoss sich über ihre Brüste und teilweise auch in ihr Haar. Keuchend und mit einem schalen Gefühl japste das Mädchen nach Luft.

Das Ganze hatte kaum länger als fünf Minuten gedauert.

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Während sie relativ fassungslos da hockte, hatte der Technokrat sein bestes Stück schon wieder eingepackt und knurrte „Nun zufrieden? Mach den Boden sauber, danach Dich, und dann geh hoch in Deinen Käfig. Wenn Dir noch etwas fehlen sollte, besorg‘ es Dir dort. Bis ich nach komme bist Du fertig. Dann beginnen wir mit der Behandlung. Ach ja, und zieh Dich aus. Vermutlich schaffen wir das Implantieren der ersten beiden Chips heute noch.“ Er drehte sich um und ließ sich wieder an seinem Computer nieder als sei nichts gewesen.

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Ein trockenes, fast wütend frustriertes Geräusch von dem Mädchen, das fast einem leisen Bellen gleich kam. Dann schlüpfte sie aus ihren Kleidern, legte sie auf dem Sessel ab und grummelte mit gerunzelten Brauen „Und nun? Du bist fertig. Und wo bleibe ich? Hast Du so wenig Ahnung von Frauen das man Dir erklären muss, wie man sie glücklich macht, Hyp?“ Ihre Miene zeugte deutlich von ihrer Frustration, das Kinn immer noch feucht von dem silbrigen Speichel.

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Er drehte sich nicht um zu ihr als er mit einem trügerisch sanften Tonfall „Minnie, ich möchte Dir nicht wehtun müssen. Jedenfalls nicht ausserhalb der Behandlung! Sei ein gutes Mädchen und geh hoch, hilf Dir selbst, und warte auf mich. Aber zwing‘ mich nicht zu Dingen die wir uns beide ersparen können!“, erklärte.

Wortlos drehte Minnie sich um und kletterte die Treppe zum Dachboden hoch. Für einen Moment wusste sie nicht ob sie den letzten Rest Lust erhaschen und wirklich etwas daraus machen oder weinen sollte. Aber Tränen helfen selten weiter, und so griff sie nach dem Rest ihrer Erregung und begann zu spielen.

Als Redbarnes den Computer herunterfuhr, hatte er immer noch keinen Lustschrei gehört. Er war sich sicher das seine kleine Hybridin zu denen gehört, die ihren Orgasmus lautstark kundtun würden. Also wartete er noch einen Moment, legte Jacke und Pullover ab und begann seine beiden Rotkehlchen zu füttern. Diese hübschen, kleinen, handzahmen Federbällchen! Während er sich um sie kümmerte, wurde sein Gesichtsausdruck tatsächlich zärtlich. Etwas wie Liebe war in den sonst so kühlen, blauen Augen zu erkennen.

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Nachdem die Vögel versorgt waren, desinfizierte er sich gründlich Hände und Unterarme. Er zog keine Handschuhe an, achtete auch weiter nicht darauf nichts zu berühren weil er heute nichts Invasives vor hatte………es war lediglich Routine. Dann folgte er Minnie auf den Dachboden. Tatsächlich, es konnte keinen Lustschrei gebeben haben, weil sie immer noch damit beschäftigt war, mit sich selbst zu spielen. Mit extrem gegrätschten Beinen hockte sie auf der Bank in ihrem Käfig und umkreiste ihre Lustperle mit drängenden, hektischen Bewegungen, das Gesicht deutlich vor Lüsternheit verzerrt.

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Offenbar war sie unverwüstlich, jedenfalls hatte sie sich so weit erholt dass sie sich wilder fingerte als er den Raum betrat und ein „Hi Hyp, kannst Du nochmal?“ raunte. Nun musste er doch lachen. „Irrelevant. Auch wenn ich könnte würde ich nicht, wir wollen Dich behandeln. Schon vergessen, Du lüsternes Paket Fleisch?“ Mit diesen Worten schritt er zu dem Behandlungstisch und justierte einige Einstellungen. Hin und wieder liess das Mädchen ein leises Stöhnen hören. Schliesslich fragte sie vorsichtig „Es ginge schneller wenn Du mir zuschaust……….geht das? Ist das……uahhh……..in unser………rrrrrrawr…. beider Interesse?“ Ihr schien eine große Portion Exhibitionismus inne zu wohnen. Minnie gierte danach seinen Blick, und sei er noch so kalt, auf ihrem Intimsten zu fühlen. Wenn jemand dort hin schaute war das für sie wohl ein extremer Lust-Booster.
„Alles was deine Climax beschleunigen könnte ist in unserem Interesse, Minnie.“ Er stellte sich etwas näher zu ihr und beobachtete ihr Onanieren mit einem Blick, ähnlich einem Forscher der ein seltenes Insekt betrachtet. Als sie sich vorbeugte und auf alle Viere ging, wobei sie sich unermüdlich und flink weiter ihre pochende Clit massierte, sah er das sie ansetzte etwas zu sagen. Bevor ihre Stimme hörbar wurde sprach er ein klares, leises abe sehr bestimmtes „NEIN!“

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„Nein? Aber…..Du weisst doch …….uarrhhh … gar nicht was ich sagen………“
„Doch. Du wolltest Dich umdrehen und mir Deinen Arsch anbieten. Die Antwort ist nein.“

Sonderbarerweise schaffte seine Rede es, dass das Mädchen explodierte…….vielleicht die Weise wie er ‚Arsch‘ betont hat, vielleicht sein kalter Blick, der wissenschaftlich aufmerksam ihre Spalte (und nun da sie sich vorbeugte ihre schwingenden Brüste) beobachtet hatte, jedenfalls ging ein heftiges Beben durch den kleinen Leib. Gepaart mit einem hohen, spitzen und ziemlich lauten Schrei verlor sich Minnie in einem späten aber nichtsdestotrotz hefigen Höhepunkt. Aber die Situation war nicht geeignet um hernach Entspannung zu genießen………

Redbarns lächelte. Er hatte richtig gelegen. Sie schrie beim Kommen. „Nun komm, ab auf den Tisch, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!“

Brav hatte sie sich erhoben und sich noch immer leicht  nachbebend auf den Behandlungstisch gelegt. Man konnte es zwischen ihren Beinen glitzern sehen. Sie war nass bis zu den Innenseiten ihrer Schenkel.  „Wird es weh machen, Hyp?“ Die Frage klang fast kindlich naiv, und recht furchtvoll.

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„Heute nicht. Nicht heute, Minnie. Halt still!“

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Hätte Lung die Notwendigkeit zu atmen gehabt, so wäre ihm nun vermutlich der Atem gestockt. Nachdem er beobachtet hatte, wie der Technokrat dem Mädchen zwei kleine Chips in den Unterarm implantierte, was relativ einfach ging da es schlicht eine Injektion war, zog er sich zurück. Das waren reichlich Bilder für Jamie!

Kap28: Neue Perspektiven

Der starke Kaffee tat seine Wirkung. Und als Red zu sprechen begann, verschwand Jamie’s Bedürfnis zu gähnen ganz und gar!

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„Wie lange überlässt Denis Dir den Buick, Jamie?
„Über’s Wochenende, warum?“
„Nun, weil wir morgen nach Oyster Bay aufbrechen werden. Und ohne den Wagen hätte ich einen bei Hertz oder Avis gemietet. Wir werden auf der State 495 ziemlich weit der Sonne entgegen fahren.“
Ein leises Lachen, „Danach biegen wir etwa auf Höhe des Lake Succsess nach Norden ab und fahren hoch zur Manhasset Bay. Das wäre mit öffentlichen Verkehrsmitteln äusserst unangenehm. Auch wenn es nicht so weit ist wie zur Unicorn Isle auf den Hamptons. Jamie, hast Du jemals etwas vom Shaman’s Gatekeeper Fond gehört?“

Jamie nibbelte am Rand seiner Tasse herum während die Spannung wuchs. Was in aller Welt wollte Red dort? Er hatte nur eine vage Vorstellung von der Gegend, von der sein Lehrer sprach. Auch wenn Jamie Deutschland schon bereits vor acht Jahren als er volljährig wurde, den Rücken gekehrt hatte mit dem Ziel einen Platz auf der „Liberated Movement“, der besten Tanzschule New Yorks zu ergattern, so blieb der Big Apple ein ziemlich unübersichtlicher Moloch für ihn.
(Es war dann übrigens doch nur ein Platz am PMT Dance Studio im Greenwich Village geworden, aber die Nummer Zwei war schliesslich auch was!)
Und alles was zwar noch im Staat NY befindlich war, sich aber ausserhalb der Stadt befand, betrachtete er als „Ausland“ 😉

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„Der Shaman’s Gatekeeper Fond ist etwas das die Vereinigung der Schamanen gegründet hat. Dort werden Gelder gesammelt, mit denen wir einige ausgesuchte Magier dafür entlohnen, dass sie sich um bestimmte Caerns kümmern, welche einfach wichtiger sind als die ‚handelsüblichen‘ Kraftorte.“ Red beobachtete Jamie sehr genau während er sprach.
Er sah die Neugierde in den Augen seines Schülers wachsen, aber auch eine Art Verwirrung von der Sorte ‚und was hat das mit mir zu tun?‘ aufblitzen. Red beugte sich auf seinem Barhocker leicht vor und legte Jamie eine Hand aufs Bein, um die Eindringlichkeit seiner nächsten Worte zu unterstreichen: „Es gibt dort oben an der Manhasset Bay einen verwaisten Caern. Und bei der letzten Versammlung haben wir beschlossen, dass Du von uns das Angebot erhalten wirst, ihn zu hüten. Der Magus der ihn bisher betreute, ist verschollen. Und das schon seit einem Vierteljahr! Wie auch immer das möglich war, aber sein Verschwinden entging uns. Der Caern ist in einem sehr schlechten Zustand.“

Tief Luft holend hatte Jamie verwirrt gestammelt „Das ist der auf Unicorn Isle auch…..und keiner macht einen Aufstand deswegen!“
„Aranza’s Caern hat ein anderes Rating. Er ist kaum jemandem bekannt, egal in welcher Dimension, und er ist nicht sehr leistungsstark. Das ist bei dem Caern auf Deer Manor anders! Der brummt! Der ist fast jedem bekannt. Und da er im Augenblick nicht geschützt und versorgt wird, könnte, je mehr sich das herumspricht, jedewedes Übel sich seiner bedienen um unsere Welt heimzusuchen, Jamie! Der Deer Manor Caern BRAUCHT dringend einen Hüter.“ Selten war die Stimme seines Lehrers derart eindringlich gewesen.

Jamie fand keine Worte. Das eben Gehörte drehte sich in seinem Kopf und seine Körperhaare stellten sich schneller auf als eine handelsübliche Gänsehaut es gekonnt hätte. Red liess ihn die Botschaft verdauen, stand auf und schenkte sich gluckernd einen weiteren Kaffee ein.

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Jamie’s leise Worte vermischten sich mit dem Geräusch das der Löffel beim Verrühren des Zuckers machte: „Das kann ich nicht Red. Meine Güte, sind Euch die Guten ausgegangen, dass ihr einen Anfänger wie mich dafür ins Auge faßt? Schon alleine die tägliche Fahrt dorthin würde viel zu viel Zeit kosten, ganz abgesehen davon das ich keine Ahnung habe was ich dort tun müsste!“

Natürlich hatte Red mit dieser Reaktion gerechnet. „Von einer täglichen Fahrt war keine Rede, Jamie. Schau her!“ Er stellte die Tasse ab, machte einige schnelle Schritte zu seiner Tasche, kramte sein I Pad hervor und zeigte Jamie ein Bild von Deer Manor.

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„Hier, das Haus gehört der Vereinigung. Es wird dem Gatekeeper gestellt. Da der Magus verschollen ist, ist es noch eingerichtet, diese Einrichtung kannst Du übernehmen wenn Du das wünschst. Du wirst kostenfrei dort wohnen. Dafür hälst Du das Haus in Ordnung, denn es dient uns hin und wieder als Versammlungs- und Konferenzplatz. Und zwar weil das Grundstück so herrlich abgeschieden ist, was an der Manhasset Bay selten genug ist! Man erreicht es nur durch einen sehr gut kontrollierbaren Tunnel. Es ist sozusagen die Sackgasse am Ende dieses Tunnels. Neben der kostenlosen Miete erhälst Du ein Gehalt, welches zumindest Deine Lebenskosten decken wird. Allerdings müsstest Du das Engagement bei Christine dafür aufgeben.“

Mit weit  aufgerissenen Augen starrte Jamie auf das Foto des Anwesens. „Mein Gott, Red………..ich kann das nicht! Wie Zach sagte, ich bin doch gerade erst ‚geschlüpft‘, aber das klingt nach einer Aufgabe für einen Profi!“

„Stell Dein Licht nicht ständig unter den Scheffel, um Dich Deiner Verantwortung zu entziehen, Jamie! Momentan gibt es nur sehr wenig Menschen, die das Potential hätten. Um ehrlich zu sein, Du bist erste Wahl. Es gibt einen weiteren Magus der es tun könnte. Aber der lebt erstens in Alaska und hätte sehr viel mehr Umstände her zu ziehen, und zweitens ist er noch gar nicht erwacht. Wir wissen, dass er das Potential hat, aber vieles was Du bereits gelernt hast wären ihm noch böhmische Dörfer, Jamie!“
Dann tat Red etwas, was er nie zuvor getan hatte: Er griff nach der Hand seines Schülers, sah ihm eindringlich in die Bernsteinaugen und brummte: „Ich BITTE Dich, gib Dir einen Ruck. Wir brauchen Dich auf Deer Manor! Wenn ich es Dir zutraue, solltest Du es Dir selbst erst recht zutrauen!“

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Die Dringlichkeit in Red’s Stimme erschreckte Jamie. Es war als täte sich ein Abgrund vor ihm auf. Nein, er traute sich das nicht im Geringsten zu. Ganz und gar nicht. Andererseits hatte Christine ihm sowieso mit Entlassung gedroht, er sah einem Scherbenhaufen entgegen,  und Deer Manor wäre eine einmalige Chance sein Leben so einzurichten, dass er genügend Zeit für Isar und all die anliegenden Aufgaben haben würde! Vollzeit – Magus! Was für eine Vorstellung……..er schnaufte leicht überfordert, drückte Red’s Hand und murmelte: „Man sagt es kommt alles zur rechten Zeit. Und das es keine Zufälle gibt. Lass mich eine Nacht drüber schlafen, Red, okay?“

„Sicher. Auch zwei. Dennoch werden wir morgen dort hin düsen und uns das ansehen, Jamie. Lass uns eine Mütze Schlaf nehmen, es ist drei Uhr morgens und wir sollten nicht allzu spät aufbrechen!“

Es bedarf wohl keiner Erwähnung, das diese Nacht eine der unruhigsten wurde die Jamie je durchlebt hatte. Und das lag nicht an Red’s Schnarchen.

 

 

 

 

 

 

Liebster-Award Nominierung! Yaaay (Teil 2)

Damit wären wir dann bei Michaela’s nächster Frage. (Btw, kann irgendjemand WordPress mal beibringen, dass es eine Zumutung ist, einen Umbruch in einem Text sofort in einen Absatz ausarten zu lassen? Manchmal möchte man doch schlicht in der nächsten Zeile weiterschreiben, und nicht gleich einen Absatz machen! In den Kommentaren geht das doch auch – wieso dann bitte nicht in den Blogs?)

Frage 5: Wer ist dein Lieblingsantagonist aus Buch, Film, Spiel, Serie…?

Ohhh, so lange es mir nicht im „echten Leben“, sondern nur in Geschichten begegnet, mag ich das Böse sehr! Da gibt es eine ganze Menge Lieblingsantagonisten, zum Beispiel den Sheriff von Nottingham in Robin Hood.

Ganz aktuell ist es ein Antagonist aus einem Film, den ich auch zuvor als Buchreihe schon verschlang: Outlander! Als die Bücher von Diana Gabaldon erschienen, habe ich diese Wälzer sobald sie erschienen in meinen Besitz gebracht und sie derart gierig gelesen, dass die Zeit von der Herausgabe des einen bis zum Erscheinen des nächsten vieeeel zu lang und eine Tortur war. (Erwähnte ich, dass es mir zuweilen an Geduld mangelt? 🙂 )

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Quelle: Starz

Jonathan Wolverton Randall, gemeinhin bekannt als „Black Jack Randall“, ist ein Charakter der bereits von Gabaldon derart dicht und genial gewoben wurde, dessen perverser Sadismus derart hintergründig beleuchtet und erklärt wird, dass man denkt er könne fast nicht schauspielerisch umgesetzt werden. Doch dem Schauspieler Tobias Menzies gelingt diese Umsetzung so perfekt, dass ich bei mehr als einer Szene mit Gänsehaut auf dem Sofa sass. Menzies spielt Randall auf eine Weise, die hauptsächlich von seinem extrem gekonnten Mienenspiel getragen wird. Besonders jenseits der actiongeladenen Momente wird das offensichtlich.

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Dieser Antagonist schafft es, dem Leser/Zuschauer tatsächlich erfahrbar zu machen worin die Freude, die Erotik des sadistischen Dominierens liegt, und noch mehr: In einer ganz bestimmten Szene mit Jamie Fraser überlagert sich dieses Erfreuen am Schmerz und dem psychischen Brechen einer Person mit leicht romantischen Gefühlen, was vermutlich das Schwierigste ist das ein Schauspieler auszudrücken gefordert sein kann.

Und bevor ich jetzt einen eigenen Roman über Black Jack Randall zu tippen beginne, 😉 gebe ich Euch einfach einen kleinen Trailer an die Hand, in dem Randall in Aktion zu sehen ist.

Frage 6: Draußen regnet es in Strömen. Wie verbringst du deinen Tag?

Aufstehen. Kaffee kochen. Blogs checken. Das zweite Leben öffnen und den Regen durch SL verpassen. Schlafen gehen.

Frage 7: Draußen ist herrlichster Sonnenschein. Was machst du nun?

Aufstehen. Kaffee kochen. Blogs checken. Das zweite Leben öffnen und den Sonnenschein aussperren weil er mir genau auf den Monitor scheint. Schlafen gehen.

😀

Frage 8: Wenn du für einen Tag lang ein Tier sein könntest, was wärst du für eines?

Da schwanke ich zwischen einem Löwen und einem Adler. Vermutlich um das Einhorn etwas auszubalancieren, das ich in Wirklichkeit bin!

Frage 9: Welche drei Worte könnten dich beschreiben?

Das ist die einzige Frage, die ich nicht beantworten kann. Ich finde Menschen zu komplex, um sie mit drei Worten zu beschreiben, weshalb es auch nix  Fürchterlicheres für mich gibt als ein Profil von mir für irgend ein Netzwerk erstellen zu müssen.

Frage 10: Was ist (aus deiner Sicht) deine größte Schwäche?

Ein extremer Mangel an Selbstdisziplin. Mein innerer Schweinehund ist gleich ein ganzes Rudel davon, und größer als Mammuts!

Frage 11: Welche Frage, die bislang nicht gestellt wurde, würdest du sonst noch gerne beantworten und wie würde deine Antwort darauf lauten?

„Findet man Forwalu als Avatar in Second Life? Und könnte ich Dich dort treffen?“

Nein, Forwalu ist ein Pseudonym, da ich mehrere Avatare in SL habe. Forwalu faßt sie sozusagen in Personalunion zusammen. Formwandlerlust. Daher gibt es auch kein festgelegtes Geschlecht, da ich sowohl in männlichen als auch in weiblichen Avataren, sowie in Hermaphroditen unterwegs bin.

Das ist eine wundervolle Art, meine Seele auszudrücken, die (wie meines Erachtens alle Seelen), nicht auf ein bestimmtes Geschlecht ausgelegt ist. Der Mensch hinter Forwalu ist eine pansexuelle Genderfluid-Person. Und das ist im „Real Life“ eben in der Regel nicht zu verwirklichen, da die meisten Menschen mit einem festgelegten physischen Geschlecht die Bühne des Lebens betreten. Da kommt mir das Second Life extrem entgegen.

Sicher könnte man mich dort treffen. Aber nicht als Forwalu, sondern nur als eine der Personen, die in den Rollenspiel-Geschichten meines Blogs auftauchen. Du hast die Wahl 🙂

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Damit wären wir bei Punkt drei der Regelliste angekommen. Das wird schwierig, das Nominieren. Ich gestehe, dass ich nicht allzuvielen Blogs folge da mir dazu schlicht die Zeit fehlt. Und einige die ich sehr interessant finde, bloggen nicht auf WordPresss. Ich hatte es  so verstanden das der „Liebster-Award“ eine reine WordPress Angelegenheit ist. Google hat mich dann eines Besseren belehrt. Unter anderem darüber, dass sehr viele Blogger die viral Blogawards welche im Netz herum geistern, extrem wichtig nehmen, und sich dadurch unter Druck fühlen die Kette fortzusetzen. Bei diesen Awards gibt es nur zwei Haltungen, man hasst oder liebt sie.

Daher möchte ich eines ganz klar stellen: Ich werde mir weder den Stress machen nun mehr als ein Blog zu nominieren, noch werde ich in irgend einer Weise enttäuscht sein, sollte sich mein Nominee als „Stöckchenverweigerer“ heraussstellen! Gesellschaftsdruck war noch nie etwas Gutes. Schon gar nicht in Hobbybereichen, die ja Spass machen sollen.

Somit würde ich gern Eatsbluecrayon nominieren, meinen Counterpart im Rollenspiel, meinen wunderbaren Mit-Autor, ohne den dieses Rollenspiel ja gar nicht stattfinden könnte, und der in seinem Blog  „Über die Eleganz der Vermeidung“ nicht nur über RP in Second Life berichtet, sondern auch in seiner Eigenschaft als Grafikdesigner wundberbare Bilder zu seinen Charakteren erstellt und über andere Computerspiele berichtet in denen er sich herumtreibt. Ich fürchte nur, das ihm das möglicherweise unangenehm sein könnte. Wir werden sehen. …Verweigern….. Zasta, Du darfst! 🙂

Punkt vier: Elf Fragen erstellen. Hmmmmmm. Da ich ja nun nur einen einzigen Nominierten habe, muss ich mir sehr genau überlegen was ich für Fragen stelle.

  1. Was gab den Anreiz Dein Blog zu erstellen? (Was war damals das „treibende Bedürfnis“?)
  2. Unterscheidet sich die damalige Intention von der aktuellen, und wenn ja, wie?
  3. Hast Du schriftstellerische Vorbilder?
  4. Wie gehst Du mit „Schreibblockaden“ um, gezielt lösen oder einfach aussitzen?
  5. Angenommen, Du könntest Dein Leben mit dem einer Romanfigur oder eines Filmcharakters tauschen, auf welche fiktive Person fiele Deine Wahl? (one way!)
  6. Wie sieht Dein „perfekter Tag“ aus?
  7. Wenn Du der Menschheit eine Eigenschaft hinzufügen und eine andere löschen könntest, welche wären das?
  8. Gibt es einen Film den Du so oft gesehen hast, dass Du die Dialoge fast auswendig mit-zitieren kannst, und den Du immer wieder gerne ansiehst?
  9. Sekt oder Selters? Klotzen oder Kleckern?
  10. Mit welcher prominenten Person würdest Du gern eine Verabredung zum Tee treffen?
  11. Die letzte Frage übernehme ich schlicht mal von Michaela, denn sie macht Sinn: Welche Frage, die bislang nicht gestellt wurde, würdest du sonst noch gerne beantworten und wie würde deine Antwort darauf lauten?

 

Punkt 5: Natürlich informiere ich meinen Nominierten, aber ich werde dabei auch betonen das es völlig in Ordnung ist, so eine Kette zu brechen. Denn genau das ist, was mich schon immer an Kettenbriefen (und genau genommen ist so ein viraler Award nichts anderes), geärgert hat – diese bierernste Verbissenheit mit denen viele Leute sie anwenden und der Erwartungsdruck den sie übermitteln. Und als kleiner Rebell darf ich das einfach abschalten, das Negative.

Relax! Die Welt da draussen ist anstengend genug!

 

 

Liebster-Award Nominierung! Yaaaay! (Teil 1)

Wow! Da war ich ausnahmsweise mal weder gelangweilt noch regnete es. Und dann lese ich doch tatsächlich im Punkt „Über“ meines Blogs, dass mich Michaela, eine meiner treuesten Followerinnen, für den Liebster-Award nominiert hat!

Was das ist? Nun, so ganz genau weiss ich es auch nicht 😉

Naja, offenbar ist es ein „Ding unter WordPress Blogs“, welches eine Art Kettenreaktion hervorruft. Wer es erfand ist mir nicht bekannt. Die Schweizer waren es aber vermutlich eher nicht. Gemäss der Ordung werde ich nun die Regeln des Liebster-Awards hier bekanntgeben. Mit der Ordnung haben es die Schweizer; auch wenn sie wohl diesen Award nicht erfanden. (Jaja ich weiss schon, gemäss der Ordnung würde man ‚gemäß der Ordnung‘ mit scharfem ß schreiben. Aber da habe ich meinen eigenen Kopf. Weil ich mich beim ß grundsätzlich vertippe.)

Regeln. Ja. Genau.

Das ist nämlich das Erste, was ein Nominierter zu tun hat.Ich mag ja solche Kettendinger nicht. Nee, nicht wirklich. Aber irgendwie fühle ich mich so gebauchpinselt, (und wir sind ja hier auch nicht auf dem Fratzenbuch), dass ich mitmachen werde. Das Gute am Liebster Award ist, dass man sehr viele neue, interessante Blogs kennenlernen kann wenn man ihm folgt. Blogs von Schreiberlingen. Für Leserlinge. Von unentdeckten Autoren. Für geneigtes Publikum. Nun denn……..

  1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
  2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, gestellt hat.
  3. Nominiere bis zu 11 weitere Blogger für den Liebster Award.
  4. 
Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.
  6. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster-Award-Blog-Artikel.

Fein. Punkt eins ist innerhalb der Kommentare passiert, da habe ich mich obwohl ich doch gar keine Ruhe hatte und so beschäftigt war, artigst bedankt. Eigentlich sogar doppelt. In den Kommentaren bei Michaela’s Nominierungspost auch. Und verlinkt habe ich Michaela’s Blog „Michaela schreibt“ oben im allerersten Absatz. Meine Güte, wie korrekt ich doch heute wieder bin…….Aber weil ich meine Leser ja nicht wirklich kreuz und quer durch Kommentare schicken möchte (ausser jemand wäre scharf auf eine Odyssee, der sage es bitte!), hier nochmal einen heissen Dank an Michaela für diese Nominierung!

Punkt sechs ist erledigt, siehe oben.

Bei Punkt zwei wird es spannend. Michaela’s Fragen beantworten. Das ist ein Interview. Normalerweise werden nur VIPs interviewed. Im Fernsehen. Und manchmal auf Youtube. Oder beides. Yaaaaaay. Fühlt Ihr meine Bauchpinsel-Gänsehaut? Ich bin ein VIP! Zumindest in Michaela’s Augen. Wie geil ist das denn? Okay dann mal los.

Frage 1: Stadtmensch oder Landei – als was fühlst du dich (warum?) wohler?

Oh das ist sehr schnell und sehr schlüssig zu beantworten. Ich bin weder ein Stadtmensch noch ein Landei. Ich bin eher ein Stadtlandei. Soll heissen, am wohlsten fühle ich mich an der Peripherie von nicht allzu grossen Städten. Es sollte ländlich wirken, mit viel Natur drumherum, am besten hinterm Garten schon den Spazierweg in den Wald.

Aber es sollte nahe genug an der Stadt sein, um den Besuch bei Fielmann nicht zu einem Tagesausflug mutieren zu lassen. (Essentiell wichtig für Viel-Leser in fortgeschrittenem Alter!) Guter öffentlicher Nahverkehr und Einkaufsmöglichkeiten, große Auswahl an Ärzten, kurze Wege zur Kultur und Sozialen Treffpunkten, aber die Ruhe und das gemütliche Ambiente von Hinterkleintupfingen. Stille in der Wohnung. Kein Verkehrslärm. Keine Kneipen nebenan und bitte keine plärrenden Teppichratten im Wohnsilo………Genau so mag ich das 🙂

Leider habe ich das im Augenblick nicht 😦    Ich bin sozusagen ein Exil-Landei wider Willen. Aber DAS ist wieder ’ne andere Geschichte………..

Frage 2: Wie bzw. woher bekommst du deine kreativen Einfälle?

Das wäre leichter zu beantworten, wenn mir dazu nicht Tausenderlei einfiele…..und wer mich kennt weiss, ich bin ein Overwriter. Auf den Punkt kommen ist eine meiner schwersten Übungen. Okay, I promise: I’ll try my best!

Ich gehörte zu den wenigen Kindern, die sprechen konnten bevor sie sich daran machten, das Laufen zu erlernen. Normalerweise ist es eher umgedreht.

Ich wurde sehr jung schon von meiner Mutter, die eine Leseratte war, ans Lesen herangeführt. Und schon als Kind war ich eher ein schüchterner Einzelgänger. Der viel Zeit damit verbrachte auf dem Sofa zu hängen und seine Pixie Büchlein auswendig zu lernen. In der Schule wurde Deutsch dementsprechend mein Lieblingsfach, hach, wenn alle jaulten weil ein Aufsatz anstand, dann waren das die einzigen Tage an denen ich wirklich voll freudig und motiviert den Schulweg antrat.

Ich denke, das viele Lesen hat meine Phantasie geschult. Das ist das eine. Das andere ist schwieriger in Worte zu fassen. Am leichtesten geht das mit dem Satz, mit dem eine astrologische Charakteranalyse welche ich mir vor einigen Jahren einmal von einer namhaften Astrologin fertigen liess, beginnt: „Das Wort ist Dein Schwert.“

Ich liebe es mit Worten zu spielen, zu jonglieren, zu tanzen. Worte haben Macht. Sie haben die Macht all das nach aussen zu tragen, das mich innerlich bewegt. Und noch viel mehr. Worte können einen in Welten schicken die nicht real sind. Worte sind Schöpfung. Die Macht des Logos wird schon in der Bibel erwähnt.

Last not least: Wenn man arbeitslos ist weil einem vor drei Jahren der Job unterm Hintern wegrationalisiert wurde, und seitdem aufgrund gesundheitlicher und infrastruktueller, sowie lebensalterbedingten Umständen keinen neuen auftun konnte, dann muss der Tag mit irgend etwas Sinnvollem gefüllt werden. Da kommen die Ideen in Heerscharen. Einfach so. In den Kopf spaziert.

Frage 3: Was ist deine Lieblingsmusik (Lieblingslied, Lieblingsband, …)?

Das ist eine ganz und gar böse Frage, liebe Michaela! Wie kann ein halbwegs vernünftig-musischer Mensch sich auf eine einzige Lieblingsmusikrichtung festlegen? Das ist ja schlimmer als in eine Zwangsjacke gesteckt zu werden!

Vermutlich strapaziere ich meine Leser weniger, wenn ich aufzähle was ich NICHT hören mag: Deutsche Volksmusik. Deutschen Schlager. Techno. Sopranistinnen.

Das war’s. Alles andere liebe ich, je nach meiner Stimmung sehr. Am ’sehrsten‘ World/Ethno Music, Folkrock, R&B, Classic Rock, Afro-Pop, Goth-Rock,alles was Groove hat. Irish Folk, Mittelalterfolk, Jazz, Swing, ………..und so weiter und so fort.

Es gibt viel zu viel gute Musik um sich festzulegen. Aus den aktuellen Charts begeistert mich er hier gerade über die Maßen:

Ein anderes Beispiel für eins meiner meistgehörten Dinge sind gut gemachte Covers, vor allem die A-Capella Sachen von Pentatonix (hier „Radioactive“ von Imagine Dragons, mit Lindsey Sterling und dezenten Instrumenten)

Frage 4: Spielst du Computerspiele? Wenn ja, was denn so?

Bevor ich mein zweites Leben auf Second Life antrat, habe ich in der Tat gerne MMORPGS gezockt. Das begann vor Urväterzeiten mit Actionrollenspielen wie Diablo, setzte sich dann fort mit Neverwinter Nights,  Spellforce oder Sacred, Sacred 2 und Sacred Underworld. Letzteres fiel in die Zeit als ich Internet bekam, das wurde dann auch online gespielt. Wobei ich es bevorzugte, es offline zu absolvieren, da ich nunmal ein Einzelgänger bin und mir die meist sehr jungen, wilden Online Spieler auf den Keks gingen, viel zu schnell, viel zu ungeduldig und viel zu sehr aufs Modden und Cheaten aus!

Auch Aufbau- und Strategiespiele wie Age of Empires oder Der erste Kaiser mochte ich sehr gern.

2011 packte mich dann die Neugierde auf Second Life. Wobei ich das gar nicht unbedingt als Spiel betrachtete, sondern eher als eine virtuelle Welt mit einer Community und ungeahnten Möglichkeiten. Und so sehe ich es noch heute. Was daraus alles entstehen kann, sieht man ja an diesem meinem Blog. SL ist viel mehr als ein Spiel. Nicht vergleichbar! Man kann innerhalb von SL durchaus „Spiele mit Quests“ finden oder selber welche auf die Beine stellen. Aber für Kreativlinge bietet es wirklich eine Menge mehr. Vor allem das Rollenspiel ist was die Charaktergestaltung angeht und die Regie, die man selbst spontan gemeinsam erfindet, etwas völlig unvergleichbar Tolles. Tja. Seit ich mich in SL angemeldet habe, habe ich kein Computerspiel mehr gespielt. No need to……

Sooo und nun zeigt mir die Uhr fast ein Uhr morgens und meine Augen flattern. Mit Frage 5 geht es dann in der Fortsetzung weiter. 😉

Kap27: Unerwarteter Besuch

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Eins musste man Denis lassen: Seinen alten Buick, der wohl in den Siebzigern ein traumhaftes Muscle Car gewesen sein musste, hielt er besser in Schuss als das alte Hausboot.

Jamie sprang die Treppe vom Lethe hinab, die Nacht war herbstlich kalt und so freute er sich, dass er die Rostlaube die äusserlich zwar glänzte, die man aber lieber nicht aufbockte und von unten betrachtete, dicht am Haus geparkt hatte. Etwas abseits der Nobelkarossen, die in dieser Umgebung reichlich fehl am Platz wirkten.

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Fröstelnd öffnete Jamie den alten Buick von Denis und liess sich mit einem Seufzer auf die ausgeleierten Polster sinken, die das mit einem nervigen Quietschen quittierten. „Eines Tages werde ich wirklich die Oberhand haben, Zach. Und dann wirst nicht Du es sein der mich überrascht, sondern umgekehrt.“  Beim Starten gab der Motor ein recht asthmatisches Husten von sich. Tausend Gedanken drehten sich wie wilde Wirbel auf der halbstündigen Fahrt zu seinem Loft in Jamie’s Kopf. So viel zu lernen. So wenig Zeit!

Der Buick hatte keine Freisprecheinrichtung, und als das Handy läutete, beachtete er es nicht. Doch nachdem es sich erneut meldete, warf er einen Blick aufs Display. Red! Den hatte er sowieso ins Bild setzen wollen.

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Er hob ab, rief „Moment, gleich!“ und lenkte den Wagen mit einer Hand um die Ecke. Dann fuhr er rechts ran und drosselte den Motor, griff nach dem Handy „so, sorry musste erst parken. Schön Dich zu hören, Red!“.

„Hallo Jamie! Sag wo steckst Du?“

„Gerade vom Lethe weggefahren, nach einem Date mit unserem blutsaugenden Freund. Wieso?“

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„Du bist also auf dem Heimweg?“

„Jap. Was ist denn los, Red? Du klingst merkwürdig. Ist Honolulu am Versinken?“ Man konnte im Hintergrund hallende Lautsprecher hören, fast klang es als befände sich sein Lehrer in einer Bahnhofshalle oder Untergrundbahnstation. Jamie öffnete die Tür um sich an dem Kiosk noch schnell eine Cola zu besorgen, nach der Unterhaltung mit Zach hatte er einen extrem trockenen Hals.

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Ein dunkles Lachen. „Nein Junge, nicht dass ich wüsste…….und wenn bekäme ich es nicht mit! Bin soeben auf dem Newark Flughafen gelandet. Wollte Dich sehen, muss was mit Dir besprechen. Würde es Dir Umstände machen mich zu beherbergen? Oder wird das zu eng in Deinem Loft? Dann könnten wir uns auf der Insel treffen.“

Jamie hätte fast das Handy fallen lassen. Nach einem gierigen Schluck aus der Coladose brummte er verblüfft „Nee nee, bin auf dem Weg zu meinem Loft und Isar habe ich wegen diverser Umstände zu seinem Vater geschickt. Dich krieg ich schon noch unter wenn es Dir nichts ausmacht mit mir mein Sofa zu teilen, weisst ja, jab kein Bett.“

„Kein Problem, Jamie. Dann rufe ich jetzt ein Cab.“

„La Guardia, sagtest Du?“

„Nope, Newark. Warum?“

„Ich habe Denis‘ Wagen hier. JFK oder La Guardia wären näher, aber kein Problem – falls Du ein wenig Geduld hast sammele ich Dich ein. Um diese Zeit dürfte nirgends ein Stau sein……….“ Er machte sich daran wieder einzusteigen und fragte in Red’s knappes „Fein, dann warte ich bei der Gepäckausgabe.“ hinein: „Und das hättest Du nicht telefonisch machen können? Was mit mir besprechen?“

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„Nicht wirklich, weil ich Dir auch etwas zeigen muss. Bis gleich Jamie!“ Dann legte der alte Schamane auf als hätte er Angst Jamie würde sich das mit dem Abholen anders überlegen.

Auf der Fahrt zum Newark Airport hatte Jamie Zeit, sich Diverses durch den Kopf gehen zu lassen. Er war müde und Zach beherrschte immer noch seine Gefühle, so wie nach jeder Begegnung mit dem Vampir war dessen Präsenz schwer abzuschütteln. Auch wenn NY nie schlief, so hielt der nächtliche Verkehr sich gottlob in Grenzen.

Bevor er bei Einbruch der Dunkelheit ins Lethe aufgebrochen war, hatte ihn seine Chefin Christine angerufen und sich erkundigt, ob ihm überhaupt noch etwas an seinem Job läge. Es war eine unangenehme Unterhaltung gewesen. Christine war deutlich verärgert und machte daraus auch keinen Hehl. Das Telefonat hatte damit geendet, dass sie ihm nahelegte spätestens am Montag seinen Arsch ins Theater zu bewegen, da sie sich ansonsten nach Ersatz für ihn umsehen würde. Ratlos hatte er darüber gegrübelt wie er die immer intensiver werdenden Aufgaben, die sein Dasein als – wie Zach es ausgedrückt hatte -‚frisch geschlüpfter Magus‘ mit sich brachten, erledigen sollte und gleichzeitig Isar behüten und beschützen, und auch noch regelmässig zum Job gehen.

Schliesslich war es Zeit gewesen aufzubrechen. Eine Lösung hatte er nicht gefunden. Jamie war Tänzer aus Passion, aber seine Anstellung in Christines Theater war schliesslich auch seine einzige Einnahmequelle! Und seine Ersparnisse schrumpften bereits durch den unbezahlten Urlaub in bedenklichem Ausmaß!

Als der Parkplatz des Flughafens vor ihm auftauchte, seufzte er abgrundtief auf. Hoffentlich würde, was immer Red ihm sagen und zeigen wollte, nicht noch mehr Durcheinander in sein chaotisches Dasein bringen. Wie sonderbar zerfranste Scherben tauchen die Bilder des Traums, den er in der Nacht zuvor geträumt hatte, vor seinem geistigen Auge auf. In diesem durchaus angenehmen Traum war er mit seinem Prinzen in einen Club gegangen um zu tanzen. Sie hatten Spass, einige Bekannte von Jamie waren vor Ort, zogen ihn wegen seiner offensichtlichen Verliebtheit auf, und man neckte sich lachend. Doch dann war Isar vorzeitig aufgebrochen mit dem Hinweis es gäbe Ärger an Oberon’s Hof. Und dieser Ärger könne blutig enden. Er würde gebraucht. Dann hatte er sich vor Jamie’s Augen in Luft aufgelöst, mit der Zusage auf sich zu achten und möglichst in der letzten Reihe zu kämpfen.

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Beunruhigt parkte der Magus den Buick und während er zum Eingang lief, fühlte er nach dem Seelenband, welches ihn und Isar seelisch und feinstofflich verband. Dann entfleuchte ihm ein amüsiertes Lachen. Eine Welle von Lust überschlug ihn sobald er sich eingefühlt hatte. Vermutlich war sein Gefährte damit beschäftigt, irgend einen knackigen Höfling oder auch eine hübsche Magd zu ficken. Beruhigt betrat er den Airport.

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Was immer am Hofe des „Satyrkönigs“ los war, im Augenblick schien es Isar gut zu gehen.

Jamie spähte durch die Ankunftshalle, aber seinen alten Lehrer konnte er nirgends entdecken. Was hatte er gesagt? Am Gepäckband? Normalerweise reiste Red doch allenfalls mit einer kleinen Tasche, wieso nun mit viel Gepäck das nicht mit an Bord durfte? Hoffentlich hatte er sich nicht auf einen wochenlangen Aufenthalt bei Jamie gerüstet, denn dafür wäre das Loft dann doch definitiv zu klein. Das war es ihm ja sogar auf Dauer mit Isar, und das war bei Gott etwas völlig Anderes! Seine suchenden Augen glitten durch den Raum………ah da hinten ging es zu den Gepäckbändern!

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Dort angekommen schien Red aber auch nirgends zu sein, stirnrunzelnd unterdrückte Jamie ein Gähnen, während die Ansagen in seinen Ohren schallten. „Der kleine Jamie sucht seinen Lehrer“, murmelte er in komischer Verzweiflung.

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Just in dem Moment schallte es von schräg hinter ihm „Dann soll er sich mal umdrehen!“ Das Gelächter auf beiden Seiten war gross, als Jamie bemerkte, dass er blind wie ein Maulwurf offenbar an Red vorbei navigiert war, der entspannt und so gelassen wie meist auf einer der Wartebänke hing. Ein Bein untergeschlagen. Und ohne jegliches Gepäck!

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„Da bist du ja!“ Sie begrüssten sich schulterklopfend und man konnte sehen das Red durchaus bemerkte wie müde und abgeschlagen Jamie wirkte.

„Was ist denn so dringend, Red?“

„Das werde ich Dir in Ruhe erzählen sobald wir aus diesem Trubel hier raus sind.“

„Wartest Du noch auf Dein Gepäck?“ Red hob die kleine Reisetasche, die er unter seinen Sitz geschoben hatte. „Nee. Das hier ist alles. Aber hier ist es etwas ruhiger als vorne in der Ankunftshalle.“

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„Gut. Dann lass uns aufbrechen, Red! Ich bin todmüde, aber ich bin auch gespannt was Dich her führt.“

Während sie gemeinsam dem Ausgang entgegen strebten, berichtete Jamie Red im Telegrammstil, was sich in NY zugetragen hatte, und das es nun galt, den Technokraten zu verunsichern, aufdass dessen Aufmerksamkeit bezüglich Vampiren abnehmen möge.

Auf der Fahrt zu Jamie’s Loft ließ sich Red kaum Würmer aus der Nase picken, lediglich das er Jamie anderntags zu einer Immobilie führen würde, und das man ihn brauche, liess er sich entlocken. „Nun sag schon. Ich werde kaum Schlaf finden wenn Du jetzt nicht mal damit raus kommst, Red.“

Nachdem Jamie ihnen einen steifen Kaffee gebrüht hatte und sie es sich auf seinem Sofa zum Sound von Peter Green gemütlich gemacht hatten, begann Red dann zu berichten was ihn nach NY führte. Und Jamie traute seinen Ohren kaum.