Kap19: Schauplätze

In Philadelphia las Aranza die Antwort von Sven Guldberg:

Guten Tag Mrs. Leydon!

Da sich in meinem Vortragsplan einige unerwartete Verzögerungen ergeben haben, ist mir das Verschieben des Aufenthaltes sogar sehr recht. Ich danke für Ihr großzügiges Angebot und erlaube mir, meinen Assistenten Bram ebenfalls mitzubringen. Er mag manchmal ein wenig enthusiastisch sein, doch bin ich sicher, dass ihm ein beruhigender Urlaub gut tun wird.
Mit freundlichen Grüßen,
S. Guldberg

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Sie antwortete kurz aber erfreut:

Werter Mr. Guldberg,

wie schön zu hören, dass Ihr Interesse an Unicorn Isle ungebrochen ist, trotz meines unverzeihlichen Säumnisses. Ihr Assistent ist ebenso herzlich willkommen wie Sie. Die Welt wäre bunter mit etwas mehr Enthusiasmus! Da ich vermutlich noch mindestens zwei Wochen in Philadelphia weilen werde, kontaktieren sie bitte zwecks Buchung Mr. Journalist über das Hostel Festnetz. 

Mit freundlichen Grüßen,

Aranza Leydon

Dann hängte sie die Visitenkarte des Hostels mit der Nummer des Hausanschlusses an. Jamie wurde wie immer per Textnachricht darüber informiert, er möge das Haustelefon nicht aus den Augen lassen, bzw. immer mit sich führen wenn er sich im Gelände aufhielt.

_________

Auf Hawaii hatte Red Nina fortgeschickt um diverse Büroartikel einzukaufen, und kaum hatte sie das Seminarzentrum verlassen, versenkte er sich in eine Meditation. Diese Vision von damals ging ihm einfach nicht aus dem Kopf. Vor allem der Satz dieser mysteriösen Wesenheit plagte ihn. „Ich freue mich auf Dich. Aber sei vorsichtig. Sie suchen euch und sind ganz nahe!“.

Durch die Entführung des kleinen Satyrs hatte er das eine Weile verdrängt, doch nun, da Jamie und Isar in Sicherheit waren, musste er immer häufiger daran denken. Zwei Versuche erneut zu diesem Ort zu reisen waren fehlgeschlagen. Red fühlte, das die Aussage bedeutungsvoll war. Für jeden von ihnen, auch für ihn selbst. …… ich freue mich auf Dich………….das implizierte ihn! Sie suchen Euch war wiederum ein Hinweis das es wohl auch Isar und Jamie betraf. Aber wer waren „sie“??? Und wer oder was war diese ominöse Präsenz die an dem Ort seiner Vision zu ihm gesprochen hatte?

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Wenn „sie“ ganz nahe waren – bedeutete das dann nahe bei  ihm oder nahe bei den beiden Kindsköpfen auf Unicorn Isle? Wenn er bloss nicht so viel auf Hawaii zu tun hätte! Eine Reise auf die Insel wäre angesagt, schon alleine um zu überprüfen ob sein magischer Schutz des Caern bezüglich der in der Nähe liegenden Untiefe noch hielt oder erneuert werden musste.

Die Meditation war unbefriedigend…….er kam nicht richtig „hinein“ in den Alpha Zustand. Sein Geist wollte nicht ruhig werden……..und das verstörte ihn. Denn Red war so lange Schamane, und hatte so vieles gesehen und erlebt, dass es wirklich nicht normal war die einfachsten Routinen wie eine Meditation über ein bestimmtes Thema nicht abspulen zu können. Er würde es am Abend noch einmal versuchen!

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Auf Unicorn Isle hatten Isar und Jamie erst einmal ausgeschlafen, bevor sie den Vormittag mit dem ersten und ausgesprochen wilden Liebesspiel seit der Entführung füllten.

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Es war heiss, gierig, heftig und fast brachial gewesen…….offenbar löste es bei beiden die Spannung die von der unruhigen Zeit noch übrig war. Anschließend hatte beide der Hunger gepackt. Während Isar vergeblich Erdnussbutter gesucht hatte um Bananen damit zu bestreichen, und zu diesem Behufe den Kühlschrank des Hostels plünderte, deckte Jamie den Tisch und richtete ein frugales Brunch, das kaum Wünsche offen ließ. Die Nacktheit mit der die Beiden sich dann an einem der Tische im Speisesaal niederliessen, war von purster Unschuld; hatte man sich doch alles was auch nur annähernd erotisch war gerade eben vom Leib geschüttelt.

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Während sie aßen kamen sie wieder auf das Thema Vampire und ob man Zachary trauen konnte / sollte. Und sie waren sich wie bereits am Vortag einig, dass man jemanden fragen müsse, der etwas davon verstand. Nur wen? Isar hatte gefragt ob denn Jamie’s Lehrer da nicht der Mann der Wahl sei, aber Jamie war sich nicht sicher. „Wir werden ihn anrufen!“Es war wunderbar, sich nicht mehr um Isar sorgen zu müssen, der ich auch wirklich immer schneller erholte und fast der Alte war. So hatten sie gescherzt und gelacht……….Isar erklärte: „Mann, ich habe in der kurzen Zeit hier so viel gelernt!“

„Ja, vor allem das wir uns falsch ernähren weil wir nie alle Geschmäcker in ein Gericht packen, und wie man die kalte Luft aus Kühlschränken lässt hm?“ Isar hatte ihn ganz ernst angeschaut und dann an den Fingern abgezählt: „Erdnussbutter. Schokoladengetränke. Riesige Häuser. Schwimmreifen. Dein Schwanz. Deine Augen. Aufzüge.“

Jamie hatte sich fast vor Lachen verschluckt. „Oooh danke dass Du meinen Schwanz im gleichen Atemzug mit riesigen Häusern und Aufzügen erwähnst, das nehm‘ ich als Kompliment!“ Der Satyr zuckte mit den Schultern, „Ich habe keine Wertung aufgestellt, was am Spektakulärsten ist.“

Mit besonders leuchtendem Blick und einem recht verwegenen Gesichtsausdruck hatte Jamie bestätigt: „Das musst du nicht, ich WEISS, dass ich das Spektakulärste bin! Oh, eine Textnachricht!………………….“ Ein Griff nach dem Handy, schliesslich war man ab sofort wieder in Aranza’s Diensten. Er würde bei Zeiten mit der Freundin über Geld sprechen müssen, denn sooooo lange wie er das nun schon tat, begann der Freundschaftsdienst ihn ernstlich existenziell zu gefährden! „Laut Aranza könnte es sein, dass ein Gast namens Guldberg mit seinem Assistenten hier aufschlägt, den müssen wir dann pampern weil sie ihn betreffend irgend ein Versäumnis hat, sagt sie. Sie weiss aber nicht ob und wann er kommt und hat ihm gesagt er möge hier über das Festnetz buchen. Also müssen wir das Telefon immer bei uns haben!“

Ein Seufzen vom Satyr „Also menschlich bleiben. Egal was kommt.“

Jamie hatte ihm versichert das das nicht nötig war so lange sie alleine waren……….und das er oben in den privaten Räumlichkeiten auch durchaus die Hufe zeigen dürfe………..selbst wenn sie nicht mehr alleine wären. Dann war er aufgebrochen um die Hostel Vorräte aufzustocken und Isar freute sich derweil über ein Bad in der Bucht. „Wenn ich zurück bin, rufen wir Red an!“

 

Auch wenn es gut aussah, gemessen an den Turbulenzen der letzten Tage – es waren ja schließlich noch nicht alle Probleme und Fragen gelöst!

 

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