Kap18: Business as unusual…..

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Ihre Nerven lagen blank. Je gesünder Pat wurde, desto aufmüpfiger gebärdete er/sie/es sich. Aranza war jeden Abend glücklich, sich aus der Reha Klinik in ihre Hotelsuite zurückziehen und die Alltagskleidung gegen ihre Jogginghose tauschen zu können. An diesem Abend schaute sie lange den Wolken beim Ziehen zu. Verdammt, wie sehr sich sich nach Ihrem Zuhause sehnte! Ausserdem waren die Ferien um und der Stoff den Pat in der Schule versäumte häufte sich zu einem überforderungswürdigen Berg an! Sie hatte begonnen, emails mit der Schule zu tauschen und sich den Stoff auf ihr Notebook zu ziehen, sodass sie Pat dann tagsüber in den Park der Klinik entführte und sie dort in der frischen Luft lernen liess.

Mist, heute hatte sie noch gar nicht nachgesehen ob etwas Neues von der Schule eingegangen war. Seufzend und müde hatte Aranza sich das Notebook gegriffen und war damit auf die karg möbilierte Terrasse ihres Zimmers gegangen, auf der sie vor einer Weile den Grill angeworfen hatte. Es kam deutlich günstiger sich selbst zu verköstigen als jeden Abend im Speisesaal ihres Hotels zu dinieren. Das Essen war super, aber die Preise eben auch.

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Die Aussicht war nicht nennenswert. Weshalb es leicht fiel sich hier oben zu konzentrieren. Begleitet vom Knistern der Grillkohle und dem Duft des langsam garenden Lachsfilets, welches sie mit einer Menge Gemüse und Kräuterbutter in Alufolie gehüllt hatte, checkte Aranza ihre Mails. Nichts Neues von der Schule, Pat würde sich freuen.

Doch da! Oh verdammt………sie hatte Lena bitten wollen diesem Guldberg zu antworten und es vor lauter Umbau, krankem Kind und Organisationshektik vergessen. Leise fluchend öffnete sie seine Mail und begann die Antwort in die Tasten zu hacken; vielleicht konnte man sich diesen Interessenten ja mit einem Sonderangebot bei der Stange halten. Gerade nach der Zeit in der sie wegen Umbau geschlossen hatte, würde sie jeden einzelnen Cent dringend brauchen!

Sehr geehrter Mr. Guldberg,

mit großem Erschrecken habe ich soeben Ihre email wiedergefunden und festgestellt, dass ich darauf nicht antwortete.
Durch Bauarbeiten an meinem Hostel war die Insel vorübergehend für zahlende Gäste geschlossen.
Bitte verzeihen Sie dieses Säumnis meinerseits, ich bin untröstlich!

Wegen eines noch andauernden Aufenthalts in Philadelphia kann ich leider auch augenblicklich nicht für meine Gäste da sein.

Die Nebensaison hat begonnen, die Preise sind natürlich seit dem ersten September ebenso herbstlich wie das Wetter.
Dennoch spricht bei abgehärteten Besuchern nichts gegen die Freikörperkultur……die wie immer eine besondere Option meiner Insel ist und bleibt.

Ich hoffe sehr, Ihr Interesse an meinem Hostel besteht nach wie vor und sollten Sie wieder einmal in der Gegend zu tun haben und ein wenig Erholung benötigen, so wird Mr. Journalist, der mich bis zu meiner Rückkehr vertritt, Kenntnis davon haben das Sie wegen meines bedauerlichen Säumnisses 50% Rabatt auf Bed an Breakfast haben.
Ausserdem biete ich Ihnen im Falle das Sie eine ganze Woche buchen, für diese Dauer einen völlig freien Platz für eine Begleitung an.

In der Hoffnung dass Sie mir und der Unicorn Isle gewogen bleiben,
mit freundlichen Grüssen

Aranza Leydon

Und dann noch schnell Jamie bescheid sagen das er auch im Bilde wäre, wenn der Schwede oder was auch immer er war, dort auflaufen sollte! Aber das ging schnell per whatsapp.

Als es erledigt war, atmete sie auf. Das Essen war fertig und die neue Folge von „Outlander“ wartete ….. entspannt lehnte sie sich zurück, liess sich ihren Lachs schmecken und von Zeit zu Zeit in den besonders dramatischen Szenen ihrer Helden, ballte sie die Fäuste ein wenig. Wie gut dass es so etwas wie Reisen durch Raum und Zeit nur im Film gab!

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Ein Kommentar zu „Kap18: Business as unusual…..

  1. Die Antwort auf die mail erfolgt schon nach wenigen Stunden.
    Guten Tag Mrs. Leydon!
    Da sich in meinem Vortragsplan einige unerwartete Verzögerungen ergeben haben, ist mir das Verschieben des Aufenthaltes sogar sehr recht. Ich danke für Ihr großzügiges Angebot und erlaube mir, meinen Assistenten Bram ebenfalls mitzubringen. Er mag manchmal ein wenig enthusiastisch sein, doch bin ich sicher, dass ihm ein beruhigender Urlaub gut tun wird.
    Mit freundlichen Grüßen,
    S. Guldberg

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