Kap12: Lethe (Teil zwei)

Kurzes OOC vornweg: Der geneigte Leser kann sich Zachary’s Sicht der Geschehnisse gerne hier in Zasta’s Blog zu Gemüte führen! Ich bitte darum 😉

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Jamie öffnete erneut die Augen. Hatte sich da nun ein wenig Amüsement in die Aura von Zachary geschlichen, oder bildete Jamie sich das nur ein?

„okay, okay okay!“ ein leises Lachen……nicht verlegen – eher als wolle sich Jamie seine Niederlage schön lachen. „Dann lege ich die Karten auf den Tisch, Zach…………die dürften zumindest zur Hälfte sowieso bereits offen liegen.“ Wieso wurde ihm in diesem Augenblick derart heiss? Betont lässig war er zurück zu seinem Sessel geschlendert über dessen Lehne er seine Jacke hängte, die ihm unerträglich wurde.

„Sie sind noch nicht lange dabei, Junge?“

„Ich bin definitiv lange dabei, aber in einer anderen Liga. Und ja…………in Deiner erst kurz. Und wie Du bemerkt haben dürftest……ich kann Dich nicht lesen. “ Es war irgendwie hilfreich, die förmliche Anrede fallen zu lassen. Vielleicht liess sich die Gefahr ja  etwas reduzieren indem man eine Nähe vorgaukelte die es nicht gab?

Ein kurzes, verwundertes Kopfschütteln „Nun, ich sage nicht, dass ich Magier verstehe. Vermutlich hat mich meine zu geringe Kenntnis dazu verführt, Dinge anzunehmen. Also keine Möglichkeit, etwas zu sehen, das an einer Person hängt?“

Was konnte schon an einer Person hängen? Ein Infusionsständer mit Blutkonserven? Er verstand nicht einmal die Bemerkung, wie sollte er jemals weiter  kommen in dieser verrückten Welt mit Wesen von denen er bisher eher angenommen hatte das sie ins Reich der Mythen und Legenden gehörten? In der Anderwelt in die er schamanisch zu reisen pflegte, kamen jedenfalls weder Satyre noch Werwölfe oder Vampire vor! Da gab es auch keine Materie! Da war alles, restlos alles purer Geist! Verdammt Red, Du hättest mich nicht davor zu schützen versuchen sollen sondern mich dort heran führen müssen! Du wolltest mir die Hälfte des Dir bekannten Universums vorenthalten!

Zum ersten Mal hatte Jamie an den Kompetenzen seines Lehrers gezweifelt. Konnte es sein, das Red die Welt Isar’s zwar kannte, aber lange nicht so gut wie er vorgab? Oder kannte er sie vielleicht gut genug, mochte sie aber nicht und pflegte sie gewöhnlich zu meiden? Ein Scheissgefühl der Ohnmacht war das, wenn man genau wusste das man NICHTS wusste. Wie sollte er vernünftig und zu Isar’s Bestem handeln, wenn er keinen Dunst hatte wie er sein Gegenüber einschätzen musste? Jamie hätte am liebsten eine Bombe in das Appartement geworfen. Schnelle, heisse Emotionen hatten ihn durchzuckt: Wut auf Red, Wut auf sich selbst, Verzweiflung über die eigene Ohnmacht und Unwissenheit. Diese endlos schmerzende Sehnsucht nach Isar! Die Angst das ihm etwas zugestoßen sein könnte………..und erneut Wut auf das gesamte, verdammte Leben das einem nie erlaubte „fertig“ zu sein, sondern einen ständig zwang den Horizont zu erweitern, zu lernen, an sich zu arbeiten und neue Erfahrungen zu machen!

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Die betont lässige Haltung in der er sich nun in den Sessel warf, stand in krassem Gegensatz zu dem was in ihm vorging.

„Nope. Ich kann dich weder lesen, noch sehe ich etwas das Dir anhängen würde, Zachary“. Er war sich bewusst, sich damit in einer Weise auszuliefern, deren Reichweite er nicht abschätzen konnte. Dennoch tat er es ganz bewusst. Hätte Zachary Böses im Sinn, hätte er es schon lange tun können!

Zachary hatte tief eingeatmet. In diesem Moment fiel Jamie auf, dass es tatsächlich das erste Mal seit er hier weilte ist, das Zachary Luft holt. „Nun, es ist ja nicht so, als würden sich unsere … Sorten all zu häufig begegnen. Und ich bin meinem Erzeuger sehr dankbar, dass er ein paar seiner ungewöhnlicheren Qualitäten an mich weitergegeben hat, was mir die Camouflage doch deutlich erleichtert. Aber ich bin nicht das Thema. Ich möchte nur wissen, wie ich aus Ihrer Kraft etwas ziehen kann, um den Satyr zu finden. Ja, natürlich gäbe es den offensichtlichen Weg – aber ich vermute, da hegen Sie die üblichen Vorurteile.“

Den offensichtlichen Weg? Kraft aus mir ziehen? Verdammt, wenn ich wüsste was Du bist, könnte ich Dir auch sagen ob ich da ‚Vorurteile hege‘, komm endlich raus und hör auf mich hinzuhalten!

Seine Wut meisterhaft versteckend hatte Jamie lediglich gesäuselt „Ich habe keine Ahnung wie alt Du bist aber wenn ich Du sage kannst du es ebenso…………..und wenn Du wirklich durch meine reine Existenz irgendwie profitieren kannst…………..und sei es meine Kraft, dann macht Zusammenarbeit Sinn. Aber dann muss ich wissen was genau Du bist, Zachary. Und was genau Du willst.Ich habe mein Blatt aufgedeckt. Now it’s your turn!“

Die Reaktion des „Jungen“ war ein halb affektiertes und halb erotisches Wedeln mit der Zigarette  „Da wir hier in meinem privaten Elysium sind und ich sowieso damit gerechnet habe, dass … Du es siehst – ich bin Toreador. Achte Generation seit Cain und Sohn von Alessandro Alleri. ja, der Alessandro Alleri.“

Diesen Namen hatte er nie gehört. Nachdem er nachgefragt und erfahren hatte, dass es sich um einen bedeutenden Florentiner Manieristen handelte, und man sich kurz in ein fast von Leichtigkeit gezeichnetes Geplänkel verirrt hatte, kamen sie schlußendlich doch wieder auf den Punkt. Zachary gab nicht auf nach dem Grund von Jamie’s Suche zu forschen. „Und nun, bekomme ich den Grund, warum Du so sehr auf der Suche bist?“

„Zachary um Himmels Willen klär‘ mich auf…….WAS bist Du? Wieso atmest Du kaum? Und wieso zeigt Deine Haut keinerlei Einstiche Deiner ……was auch immer Du Dir da spritzt? Ich würde es verstehen wenn du ein Zombie wärest………aber Du bist wohl kaum aus meiner Welt! Ein Vampir war meine Vermutung aber du würdest nach meinem Wissensstand weder ein Kreuz tragen können noch würdest Du Essen benötigen….“ er hatte fahrig auf die angenagte Pie gedeutet………“aber ich bin mir sowieso nicht mehr sicher was von den Weisheiten meiner Welt auf die Wesen der Umbrae übertragbar ist!……………Ich erzähle Dir was Du wissen willst sobald ich weiss womit ich es bei Dir zu tun habe. Versprochen!“ Seine Stimme war diesmal eindringlich, fordernd, und zum ersten Mal konnte er nicht verhindern das eine Art Verzweiflung darin mitschwang. Zu groß war diese ständige Begleiterin seit Isar verschollen war!

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Zachary, der gerade an besagter Apple Pie genascht hatte, leckte sich die Finger ab und beugte sich zu Jamie hin. Und dann erschlugen die Informationen aus seinem sinnlichen Mund Jamie fast:

„Ich glaube fast, Oberon hat Dich zu mir geschickt, damit Du in New York noch ein paar Tage überleben kannst! Wärst Du auf einen weniger harmlosen Typen als mich getroffen, wärst du schon lange tot! Hölle, nicht einmal John hätte Dich am Leben gelassen … Egal!“,er lehnte sich wieder zurück. „Doch, Jamie. Ich bin ein Vampir. Kainit. Blutsauger . Lich. Wie immer ihr uns nennen mögt. Ich bin 1903 geboren und glaube fast, dass man mir auch ohne Hautpflegeprodukte mein Alter nicht ansieht. Das Kreuz hier? Es ist kein Zeichen eines echten Glauben. Es ist nur Schmuck. Das Essen und die Drogen? Das vertragen nur die wenigsten Vampire und verwerten können wir es auch nicht. Wir stillen unseren Hunger anders. Ja, mit Blut. Ja, von Menschen. Nein, Du stirbst davon nicht. Nein, es ist nicht schlimm. Im Gegenteil. Genau wie bei Euch Magiern gibt es auch bei uns verschiedene … nun, Stämme. Ich stamme in direkter Blutlinie von einer Tänzerin aus Karthago ab, die ihre Nachfahren Toreador nannte und darauf Wert legte, nur die Schönsten und Kreativsten unsterblich zu machen. Es gibt noch viele andere Clans mit anderen, meist weniger sanften Prioritäten, aber das sollte dir Dein Lehrer erklären. Ich hoffe, das hilft?“

Ein zufälliger Beobachter hätte sehen können wie Jamie sich sortierte. Sein Kopf begann fast zu qualmen, dann murmelte er völlig unbedacht: „Kann sein das Mr. Smith durchaus klar war, dass ich Oberon zuviel versprach als ich nach bestem Wissen und Gewissen behauptete auf seinen Filius aufpassen zu können! Und mag sein das er uns genau deshalb zusammen brachte. Was du mir sagst läuft fast gegen sämtliche Gesetze für die Vampire meiner Welt………..es sei denn die Legenden sind purer Aberglaube…………“  Sein Blick zu Zachary zeigte eine gelinde Dankbarkeit, dann aber war sein Kopf herumgeschnellt und sein Blick taxierte die roten Flecken unter den Staffeleien.“es ist………“ Man konnte förmlich sehen wie sich alle möglichen Puzzlestücke in seinem Hirn zusammenfügen. Ein gedehntes „Oh mein Gott!“ , und dann hatte er den bereits ziemlich abgestandenen Whisky auf Ex geleert. „Ja. Es hilft. Danke!“

‚Ich hab gleich gesagt, es ist ein Vampir! Aber du wolltest es ja nicht glauben. — Fuck! — mehr fällt dir darauf nicht ein?  — Ich habe keine Zeit mir Dir zu streiten, das erledigen wir später! — streiten? Eine Entschuldigung würde mir genügen! — Schnauze, sonst Beule!‘

„Wir sind die Vampire deiner Welt, Jamie. Und wir streuen sehr sorgfältig Gerüchte. Erstens haben wir Spaß daran, zweitens genug Zeit dafür und drittens hilft es, wenn irgend welche Trottel meinen, uns würde Knoblauch oder fließendes Wasser Angst einjagen. Unser letzter großer Coup war der Spaß, dass wir in der Sonne glitzern würden. Da lachen wir immer noch darüber.“ Seine Worte wurden von einem gezielt beruhigenden und harmlosen Lächeln eingerahmt.

Jamie hatte tief eingeatmet……..es klang so harmlos. Das war zu gut um wahr zu sein……der Teufel tarnt sich immer als gefallener Engel, nicht wahr?…………..andererseits, neigte er laut Isar nicht dazu Gefahren zu sehen wo gar keine waren? Und zum Grübeln? „Ich schulde Dir……….ein paar Antworten, Zach. Ich suche ihn aus zwei Gründen. Erstens weil ich Oberon versprach ihn zu schützen. Zweitens weil………..“ er stockte kurz, ist ja noch gar nicht so lange her das er es sich selbst höchst ungern eingestand…………“zweitens weil ich ihn liebe.“ Bum. Da war es heraus.

Die Reaktion von Seiten der Vampirfront war verwunderlicherweise ein schnelles, elegantes Sich-Erheben. Er war hinter Jamie geglitten, was diesen dazu veranlasste den Kopf in den Nacken zu legen, denn aus den Augen lassen würde er Zachary für kein Geld der Welt! Bildete er sich das ein oder war die Ruhe nun fast gänzlich aus der Aura des Wesens verschwunden? Sie wirkte deutlich aufgewühlt.

„Ah, Oberon … der alte Fuchs hatte wirklich Gründe, Dich zu mir zu schicken. Oh, was er mir dafür schuldet! Aber ja, natürlich helfe ich Dir. Das habe ich ja von Anfang an schon gesagt … bleibt nur die Frage, wie genau.“

In dem Moment war Jamie sich schlagartig bewusst geworden, wie seine Haltung auf Zach wirken musste. Er lag fast im Sessel, den Hals weit nach hinten überdehnt um den Vampir sehen zu können, sein Herz pochte schnell und erregt sodass sein Puls mit Sicherheit in der Halsgrube deutlich zu sehen war. Und wie immer wenn zwei Wesen dicht beieinander sind, hatten sich die Auren überschnitten, vermischt. Jamie konnte nun die Aura von Zachary nicht nur sehen sondern auch fühlen. War das lüsterne Erregung? Ärgerliche Erregung? Ablehnende Erregung? Er wusste es nicht, aber es war eindeutig Erregung.

Mit sehr ruhiger Stimme und den Blick Zachary’s fixierend hatte Jamie seine Erkenntnis geäußert: „Ich bin nicht hier weil du Oberon etwas schuldest. Ich bin hier weil Du hoffst ich könne Dich nähren!“ Wieso hatte er das Offensichtliche erst so spät bemerkt?

Doch was für Jamie eine klare Wahrheit war, wurde im gleichen Atemzug mit einem fast beleidigten Schnauben von Z. vom Tisch gewischt: „Ich sagte Dir doch schon – Du bist in dieser Beziehung nicht mein Geschmack. Dein Blut ist das Äquivalent eines Biohühnchens aus Weidehaltung. Gestreicheltes Koberind. Ich brauche anderes. Ich brauche einen möglichst chemischen Longdrink mit Schirmchen und Zuckerrand. “

OH, schade! — SCHADE? Knallst Du jetzt völlig durch? Du willst mir nicht erzählen das Du Dich grämst weil Dein Blut nicht dem Gusto eines Vampirs entspricht? — ehm. — Oh mein Gott …… ich kündige! Ich hänge meinen Job als Verstand an den Nagel und stelle einen Arbeitsunfähigkeitsantrag! Jamie. JAMIE!!!!!!

Der Schrei seiner Ratio hatte Jamie schliesslich wieder zu sich gebracht. „Und die Spritzen dienen nicht zur Einnahme von Drogen um die Camouflage aufrecht zu erhalten, sondern dem Anlegen von Konserven?“

„Nun wirst Du ein klein wenig persönlich…“ Seine Stimme verriet, das er nicht mehr beleidigt war sondern zu seiner amüsierten Blasiertheit zurück fand.“Ich gebe meiner Herde nur die hübschesten Chemikalien. Und niemals gegen ihren Willen.“ Für einen kurzen Moment hatte Jamie das innere Bild eines Regisseurs an einem Drehort, der mit Lockenwicklern und einem Seidenpyjama vor seiner Crew steht, eine Tasse Earl Grey in der Hand, den kleinen Finger geziert abgespreizt und diese Worte leicht tuntig-nasal artikuliert während sein Assistent der Crew aus einem Bauchladen Koks, Heroin. LSD und einige kleine Appetizer anbietet. Er murmelt ein „oh Mann!“ und dann erhebt er sich. Die Haltung die fast eine Demutsgebärde ist, ist nicht länger tragbar.

„Wie verfahren wir nun weiter, Vampir aus meiner Welt, hm? Und ja……….Oberon schuldet Dir vermutlich ein halbes Königreich wenn Du mir hilfst seinen Sohn aufzusprüren“. Er wirkte wieder lässig wie er so da stand und etwas grüblerisch die Unterlippe zwischen die Zähne sog. Die meiste Zeit hatte er seinen Beruf im Rahmen von Muscials ausgeübt. Und da war ein gewisses schauspielerisches Talent nun einmal unabdingbar!

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„Ich würde sagen, Du gehst nach hause und suchst etwas, das Dein kleiner Freund öfter einmal benutzt hat, das ihm etwas bedeutet oder dergleichen. Dann kommst du morgen Abend wieder zu mir und wir sehen nach, ob er sich irgendwo aufhält, wo ich ihn finden kann. Und du wirst mir hübsch dabei helfen.“Der Vampir machte einen sehr schnellen .. ja, übermenschlich schnellen Schritt auf Jamie zu und griff sanft nach dessen Handgelenk. Seine Finger waren weich, die Haut kühl aber nicht kalt.

Jamie zuckte erst reflexartig leicht zurück als Zachary sich näherte, fast wirkte es als hätte man einen Vampir in Überschallgeschwindigkeit mit einer Slowmo aufgenommen………….die kühle Hand an seinem Gelenk bescherte ihm ein wohliges Schauern……….wieder beschleunigte sich sein Puls, aber ob aus Angst oder Erregung wusste er nicht zu sagen. Es scheint ein sonderbarer Sog der Anziehung von diesem unschuldig wirkenden, gefallenen Engel auszugehen. „Das klingt nach einem Deal!“

„Sehr gut. Chiu Minh wird Dich morgen wiedererkennen und einlassen.“ mit einer schnellen Bewegung hatte Zachary dann Jamie’s Hand an seine Lippen gezogen. Jamie hatte etwas empfunden, das fast Schmerz sein könnte, gefolgt von  etwas das der beste Orgasmus seines Lebens hätte sein können – wäre es nicht sofort wieder vorbei gewesen!

Schliesslich hatte Zachary die Hand des Tänzers fallen lassen, sich den einzelnen Blutstropfen der ausgetreten war, von den Lippen gewischt. Er hat tatsächlich nichts getrunken und auch an Jamies Handgelenk war nichts zu sehen. „Ich dachte, ich verdeutliche meinen guten Willen!“

Scheiss auf den guten Willen…….tu es! oooooooooooooohh komm! Ich will das! — JAMIEEEEE ICH KÜNDIGE! — geh doch! — Ich bin dein Verstand. Wenn ich gehe verlierst du mich!!! — na und? — Du willst ne Zwangsjacke? — fuck off! — gerne……ist ja nicht mehr auszuhalten mit dir! Aber eins möchte ich noch zu bedenken geben bevor ich mich vom Acker mache…… — ja sag’s schon und dann verpiss‘ Dich! —Ohne mich wirst Du Isar weder helfen noch wirst du ihn finden. 

Bang, Bumm! Während in Jamie’s Unterleib immer noch die sonderlichsten Gefühle Karussell fuhren, hatte sich sein Verstand mit diesem Hinweis schlagartig 98% seiner Macht zurück erobert. „Deinen guten Willen? Mir dünkt eher es war ein Versuch mich anzufixen, gepaart mit einer Demonstration Deiner ungeheuren Selbstbeherrschung“. Ein leises und überaus zynisches Lachen hatte Jamie’s Worte unterstrichen. Doch es war als hätte Zachary dem inneren Dialog gelauscht. Offenbar waren Vampire wirklich recht gut im Gedanken lesen……..

„Hmmm … Magierblut mit Drogen … ich würde mich sehr lange sehr großartig fühlen, das ist sicher. Aber nein, in diesem Fall wollte ich Dir nur eine Freude machen.“

Ob das vertretbar war? Die Gefühle von eben gewannen schon wieder ein wenig an Land, wobei sich aber das zynische Lachen ein wenig verstärkte bei Jamie’s nächsten Worten: „Wenn wir Isar finden, Zachary…………….und ich mich erkenntlich zeigen wollen würde…..also nur mal angenommen…………..ist mir sogar vorstellbar ein paar Joints zu rauchen. Aber keinerlei harte Drogen! Alkohol oder Gras, nicht mal beides gemeinsam…………..ich bleibe ziemlich ehm Bio. Und ………..ich würde zuvor auf einige weitere Details bestehen, denn man lernt nie aus, nicht wahr? Aber erst will Isar mal gefunden werden…………….hm, etwas das ihm was bedeutet………….ich werde………suchen müssen. Er brachte nichts mit und alles was er am Leib trug verschwand mit ihm. Wir werden sehen.“

„Ach, süße Unschuld … Gras rauchen .. nein, ich zwinge Dich zu nichts. Vielleicht gibt es ja anderes, was ich haben möchte. Aber du solltest nicht dieses Salz verstreuen; Nummer probieren um mich loszuwerden, das klappt nie.“ er atmete tief ein – wohl als bewussten und kalkulierten Effekt. „Also gut, wir sehen morgen, was Du findest. Und jetzt .. ich kann Dir natürlich anbieten zu bleiben – ich erwarte noch ein paar Gäste.“, eine vage Geste in Richtung des Bettes mit der Kamera. „Aber ich weiß nicht, ob das Deinen Vorlieben entspricht. Nicht sehr bio!“

Er würde Red erreichen müssen und ihn fragen ob es tatsächlich relativ ungefährlich war sich von einem Vampir beissen zu lassen……………es klang hier so, aber natürlich vertrat Zach seine eigenen Interessen. Jamie war völlig klar, dass er dieses orgiastische, nie dagewesene Gefühl nicht würde vergessen können. Aber möglicherweise musste es ignoriert werden. Einfach ignoriert. So einfach war er nicht anzufixen!

Ausserdem widersprachen sich nach seinem Verständnis das Bio Huhn und die Attraktion des Magier Bluts………….er war weit davon entfernt das morgige Treffen bar jeder Bedrohung zu sehen. Er schüttelte den Kopf „Nicht alle meine Vorlieben sind das was du wohl als Bio bezeichnest und was bei mir unter ‚Vanilla‘ rangieren würde……..aber ich beabsichtige nicht, Dich hier weiter zu stören, Zachary. Morgen Abend, gleiche Zeit?“

„Natürlich nicht. Kein Satyr vögelt ein langweiliges Gegenüber. Sie sind wählerisch und schnell gelangweilt, also musst Du schon einiges zu bieten haben.“ ein schmales, anerkennendes Grinsen war den Worten gefolgt. „Dann bis morgen. Ich freue mich, dich wiederzusehen.“

Jamie hatte es auf einmal eilig in seine Jacke zu schlüpfen.

„Soso denkst du…………..ich freue mich auch!“ er liess seinen Zeigefinger von der Gurgel über den Hals bis hinab zum Gürtel des Vampirs gleiten, die Bewegung wirkte zärtlich und dennoch ziemlich distanziert………so als würde ein Forscher ein ihm noch unbekanntes Insekt zu begreifen versuchen. Einmal noch fühlen wie ein Vampir sich haptisch darstellt……..Kaum hatte sein Finger sich gelöst hatte er sich umgedreht und war gelassener wirkend als er wirklich war zur Tür geschritten.

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Als er die Türe öffnete, standen Zachary’s Gäste bereits davor, wohl im Begriff zu klopfen.

Jamie hatte keinerlei Erinnerung an die Heimfahrt. Jetzt, rückblickend auf seinem Sofa lungernd, entfährt ihm ein tiefer Seufzer. Was für eine Scheisse! Er musste völlig irre sein! Und falls Red’s Handy ihm morgen immer noch mitteilen sollte, dass der Lehrer ‚temporarily not available‘ sei, na gut! Dann würde er seinen geistigen Avatar nach Hawaii auf Red’s Hausboot schicken und ihm einige dringliche Fragen stellen, ganz egal wobei er den Schamanen stören würde!

Hast du dir das mit der Kündigung überlegt? — Himmel ich weiss nicht wieso, aber ja, ich bleibe. Irgendwie häng‘ ich an dir, Du bescheuerter alter Sack! Aber ein wenig mehr Macht solltest du mir schon einräumen, eh?

Er würde Isar finden. Und er würde Zach dazu benutzen! Auf welche Weise auch immer……….!

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