Kap9: Organisation ist alles….

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Endlich hatte man die ganzen Schläuche entfernt und die Überwachungsgeräte ausgeschaltet.

Wie sie diese Krankenhausatmosphäre hasste! Pat schien im Schlaf Schmerzen zu haben, jedenfalls verzog er/sie/es das Gesicht und hin und wieder löste sich ein Ton des Unbehagens von den verkniffenen Lippen in dem kleinen Gesicht. Das Zimmer war zu warm und zu stickig, Pat hatte schon vor einer Weile die Decke nicht mehr haben wollen. Besorgt hatte Aranza kurz die Hand auf Pat’s Bein gelegt um zu fühlen ob der Körper im Schlaf nicht doch zu sehr auskühlte.

Vielleicht würde es ja helfen, wenn sie…….(oh nein, Jamie hatte ja erfolgreich eruiert das es sich mehr als Junge fühlte…gut, dass sie ihn damals darauf angesetzt hatte. Ihr bester Freund hatte es tatsächlich geschafft Pat’s Vertrauen zu erringen und eine Art Aufklärungsgespräch mit ihr/ihm zu führen)…wenn also er! beim Erwachen erfahren würde, dass die Bettruhe aufgehoben war.

Aranza hatte die Worte wie eine Heilsbotschaft probehalber in den stillen Raum hinein gemurmelt „Pat, hey……..good news: Ab sofort darfst Du aufstehen. Wollen wir uns eine Cola ziehen gehen?“ Im gleichen Moment schallte ‚I feel good‘ von James Brown durch den Raum, der Klingelton ihres Smartphones für eingehende Messages. Ein prüfender Blick zu Pat – nein er war nicht aufgewacht. Aufatmen.

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Eine E-Mail. Aranza hatte sich mit dem Handy auf das kleine Sofa in der Ecke des Raums zurückgezogen, der für ein Einzelzimmer viel zu groß schien. Aber die Klinik hatte sich geweigert, Pat Bettnachbarn zuzuteilen. Schließlich wisse man ja nicht ob man Mädchen oder Jungs ins gleiche Zimmer legen solle. Das Kind schien aber gar nicht böse darüber zu sein keine Gesellschaft zu haben. (Und Aranza sollte es recht sein, ein Einzelzimmer auf eigenen Wunsch hätte ihre Krankenversicherung nie und nimmer übernommen.) In der Schule war Pat, seit ihm die kleinen Brüste vor einem Jahr zu sprießen begonnen hatten, oft genug in Erklärungsnot.

Aranza seufzte unterdrückt……..als sie das Baby damals auf den Planken ihres Hausboots gefunden hatte, schien es einfach ein gesunder Junge zu sein. Das sich in der Pubertät mal ein kleiner Hermaphrodit daraus entwickeln würde, konnte zu der Zeit niemand ahnen. Gottlob war das Kind aber dadurch einer dieser Zwangsoperationen zum Angleichen der Geschlechtsorgane entkommen. Jetzt war er Dreizehn und ein eher ruhiges, nachdenkliches Etwas. Und irgendwann, wenn er/sie/es alt genug war, würde es sich finden und selbst bestimmen können wie es leben wollte.

Das Handy lag immernoch in ihrer Hand und aus dem Augenwinkel nahm sie das Erlöschen des Displays wahr…….Energie sparen……sie aktivierte es wieder, schob die Erinnerungen zur Seite und überflog nun die Mail.

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„Guten Tag Mrs. Leydon“, stand da zu lesen, „Mein Name ist Sven Guldberg und ich wende mich auf Grund der Empfehlung von Dr. Preissinger aus Annapolis an Sie, die in den letzten Jahren schon zwei Mal Gast auf Ihrer Insel war und sich voller Enthusiasmus über Ihr Resort geäußert hat. Ich habe in den nächsten Wochen einige Vortragstermine an der Ostküste und würde eine mehrtägige Pause auf Ihrer Insel zur Erholung sehr zu schätzen wissen. Ich würde gern vier Nächte ab dem nächsten Dienstag buchen, sollten Sie noch Kapazitäten haben.

Ich freue mich auf die Ruhe und Abgeschiedenheit,

S. Guldberg“

Nächsten Dienstag? hmpf…….Ein Anruf bei der Conservations Constructions Ltd. tat wohl Not. Ob die bis dahin fertig sein würden? Und wer war diese Dr. Preissinger? Mist. Das würde warten müssen bis sie wieder im Hotel bei ihrem Notebook war. Jedenfalls erinnerte sie der Name an keinen der Stammgäste.

Nächsten Dienstag! Da würde sie bereits mit Pat in Philly sein! Ob ihre Freundin sie dann noch weiter vertreten würde? Sie beaufsichtigte die Bauarbeiten nur zu gerne, aber alles was mit zahlenden Gästen zu tun hatte war ihr immer schon suspekt. Ob Jamie sich dann noch einmal beurlauben lassen können würde?

Die gerunzelte Stirn und die tiefen senkrechten Falten über der Nase würden noch chronisch werden, wenn das so weiter ging!

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Etwa zur gleichen Zeit hatte Jamie angefangen an der Balletstange zu trainieren während sich Isar unter die Dusche verfügt hatte.

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Der Satyr hatte den Wunsch geäußert, Jamie einmal zur Arbeit zu begleiten…….zeitgleich hatte seine Intendantin Christine ihm mitgeteilt, dass sie ihn gerne an ein befreundetes Haus ausborgen würde. Sie sei dem Leiter des „Atlantis Grand Theater“ noch einen Gefallen schuldig, und einer seiner Tänzer habe sich eine Außenbandruptur am rechten Fußgelenk zugezogen. Es würde nicht einfach sein, die fremde Choreographie binnen einiger weniger Übungsstunden zu lernen!

Jamie hielt die Augen starr auf das Video gerichtet das Christine ihm ausgehändigt hatte und probte weiter. Das konnte ja heiter werden.

Er würde dringend einen Weg finden müssen, Isar in sein ‚ganz normales Leben‘ zu integrieren, denn selbst wenn er sich unbezahlten Urlaub nähme so lange Aranza mit dem Kind in Philadelphia Pa. weilte – irgendwann würde fertig mit Lustig sein!

Heute Abend hatte er noch frei. Ab Morgen dann die Vertretung im AGT………für  gottlob nur eine Woche, denn das Musical das man dort aufführte, lief Ende kommender Woche aus. Jamie war müde. Es war anstrengend sich mit den ganzen Terminen herum zu schlagen und zudem noch einen Satyr zu bespaßen! Ob er Sushi mochte? Mal sehen!

 

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OOC: Wer gern die „Gegenseite“ mitliest möge das hier tun denn ein „Rp Roman“ darf ja auch gern mal die Blickwinkel wechseln.

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