Kap8: Unverhofft kommt oft.

 

umgangsformen 9_001

Während sich Red auf seiner Vision befunden hatte, war es nicht verwunderlich das er Isar und Jamie nicht zu Gesicht bekam, denn sie hatten sich klammheimlich nach Coney Island verdrückt, um dort den Luna Park zu besuchen.

Nachdem Jamie begonnen hatte, endlose Vorträge über Benehmen und Umgangsformen in seinem Kopf zu formulieren, war ihm klar geworden das es SO nicht funktionieren würde. Normalerweise entsteht Kenntnis der Sitten und Umgangsformen über Jahre hinweg während ein Individuum sozialisiert wird. Nicht umsonst hat man ja schließlich selbst in der eigenen Welt einen Kulturschock, wenn man in einen anderen Kulturkreis reist. Nein, Isar musste es einfach unterwegs lernen, und da Jamie das Gefühl hatte als ob ihnen beiden demnächst die Decke auf den Kopf fallen könnte, hatte er Isar auf dem Handy Bilder vom Luna Park gezeigt. Isar schien interessiert.

Er sah Red auf dem Felsen beim Wasserfall und ahnte was dort vor sich ging, schliesslich hatte er ja seinen schamanischen Lehrer oft genug auf Visionssuche erlebt.

Die Zeit auf Coney Island verging wie im Flug! Nach einem Hotdog mit süssem Senf für Isar  – (unglaublich, wie er ständig versuchte sämtliche existierenden Geschmacksrichtungen im gleichen Gericht unterzubringen! Vermutlich war der Standbesitzer Bayer, denn süßer Senf war nicht unbedingt Standart an Hotdog Buden.) – hatten sie gemeinsam mehrere wilde Fahrgeschäfte besucht.

umgangsformen 12_002

Isar hatte ihn mit seinen magischen Heilkräften von der Übelkeit befreit, die ihn befallen hatte nachdem er aus dem Wagen der Achterbahn gekrabbelt war. Jamie wünschte sich wirklich er könne das erlernen! Gerade in puncto Gesundheit gab es so viel Leid auf der Welt!

Sie kehrten heim nachdem die Wilde Maus sie heftig durchgerüttelt hatte, und Jamie’s Budget an seine Grenzen stieß. Bei ihrer Ankunft schien Red auf dem Felsen zu schlafen und Jamie war erleichtert, dass ihre Abwesenheit offenbar wirklich nicht bemerkt worden war. „Und jetzt? Baden, ficken, pennen?“, hatte er Isar angegrinst. Der Satyr hielt das für einen guten Plan. Anderthalb Stunden später hatten beide leise vor sich hin geschnarcht, denn wer lange in der Abgeschiedenheit weilt, für den ist das Getümmel in einem Vergnügungspark ebenso anstrengend wie die lange Fahrt von den Hamptons bis nach Coney Island mit öffentlichen Verkerhsmitteln! Jamie war glücklich, dass Isar sich in der Tat recht unauffällig in der Öffentlichkeit verhalten hatte.

Am anderen Morgen war er weit vor seinem Besucher erwacht und hatte sich zum Stall begeben um die Pferde zu versorgen und auszumisten. Es sah aus als würde es ein friedlicher Tag werden. Wie wir wissen – unverhofft kommt oft. Im gleichen Moment als sein Handy klingelte, nahm Jamie das Boot einer bekannten Hochbaufirma wahr, das sich offenbar anschickte, in die inseleigene kleine Bucht zu navigieren.. Die Augen zusammenkneifend, hatte er abgehoben „Ja bitte?“

__________________________

Aranza phone 1_001

Vor dem Krankenhaus, in dem Pat sich auf dem Wege der Besserung befand, war der Blick von Aranza auf die Datumsanzeige über dem Empfangstresen gefallen. Ein erschrockenes „Oh neeeeeeeeeee! Scheisse verdammt!“ hatte ihr einige rügende Blicke eingebracht. Doch Aranza war so schnell wieder hinaus vor die Türe geeilt, das sie diese gar nicht mehr warhgenommen hatte. Heute war der 15. ! Sie musste Jamie anrufen und zwar am besten schon gestern!

„Hi Jamie, Aranza hier!“

„Oh, hi schöne Wirtin der idyllischsten FKK Location in den Hamptons! Was verschafft mir die Ehre? Hier ist alles im Lot.“

„Hmmpf gut zu hören. Aber nicht mehr lange Jamie!“, hatte sie hektisch ins Handy gerufen.

Jamie hatte seinerseits die Augen nicht von dem Schiff der „Conservation Constructions Ltd.“ genommen und war sich nun sicher dass die Baufirma hier anlegen wollte. „Was heisst nicht mehr lange…….was ist denn los, Aranza? Gibt es eine Unwetterwarnung die ich übersehen hätte?“

„Nichts dergleichen!“ Aranza hatte unwillkürlich lachen müssen. „Aber heute ist der Fünfzehnte, und das bedeutet, dass ein Schiff der Conservation Constructions Ltd. bei uns anlegen wird! Weisst Du, vor einiger…………“

Jamie hatte sie rüde unterbrochen: „……….jaaa das sehe ich, sie ankern gerade. Meine Güte, dass das Riesending überhaupt hier in die Bucht passt ohne auf Grund zu laufen….! Was haben die denn vor?“

„Würdest Du schon wissen wenn Du mir nicht das Wort abgeschnitten hättest, mein vorlauter Lieblingsvertreter! Also – vor einiger Zeit fand ich in einem Archiv Bilder der Insel wie sie in den Fünfzigern aussah. Also noch bevor der Erbonkel sie kaufte, der sie mir vermacht hat! Und ich sah das am Ufer der Bucht eine Wassermühle aus Gründerzeiten gestanden hatte. Ein unglaublich schönes und pittoreskes Gebäude! Ich verliebte mich auf Anhieb da hinein. Na was soll ich sagen, ich muß Dir nicht erzählen was meine Insel wert ist, die Hamptons gehören schließlich zu den begehrtesten Orten der High Society!“

„Komm auf den Punkt, Aranza, die laden schweres Gerät ab! Soll ich das unterbinden?“

„Nein nein, lass sie machen!……… Also ehm heute beginnen die Bauarbeiten.“

Aranza phone 3_001

„Hä???“….. – ……..“Naja zuerst haben sie den Auftrag, das Gewächshaus abzureissen. Am besten gehst Du und bunkerst die Pflanzen oben in der Scheune! Ich habe die Insel mit einer kleinen Hypothek belastet weil mir klar wurde das der Nachbau eines solchen historischen Gebäudes hervorragend als Hostel geeignet wäre. Ein großer Schlafsaal, Gemeinschaftsraum……Küche mit Essbereich für die Gäs………“

„ARANZA! Oh mein Gott……..“. Mit einem Schlag wird Jamie klar wieso ausgerechnet eine Firma die auf Denkmalgeschützte Bauten spezialisiert ist, hier anlandete.

„Hehe, ja. Sie werden dann mein Hausboot in meinem Auftrag in eine Werft bringen, das hat eh mal eine Überholung nötig. Und dann könntest Du vielleicht………“

„NEIN Aranza, das kann ich nicht. Gar nichts kann ich. Ich vertrete Dich gerne im Urlaub und in Notfällen. Aber momentan kann ich Dir nicht anbieten auch noch stellvertretender Bauherr und Umzugshelfer zu sein. Es geht nicht. Ich kann Dir am Telefon nicht erklären wieso es nicht geht aber bitte glaub mir……wenn hier Bauarbeiten stattfinden, muss ich abreisen. Und Red vermutlich auch!“ Jamie hatte tief Luft geholt und das Handy angestarrt als hielte er ein UFO in der Hand. Was für ein Mist! Wohin sollte er nun mit Isar?

Aranza phone 6_001

Schweigen am anderen Ende.

„Aranza bist du noch da?“ ……“Aye!“

„Ist denn abzusehen wann du heim kommst? Ich hoffe doch Pat geht es besser!“

„Ja tut es. In drei bis vier Tagen wollte ich mit ihr aber auf eine Reha gehen, die sie braucht. Und die beste Klinik dafür liegt dummerweise in Philadelphia. Wir reisen also einen Staat weiter…………anstatt näher. Ich habe auf Dich gebaut“.

Jamie hatte eine ganze Weile ins Handy geschimpft, denn selbst ohne Isar hätte ihn das in größte Verlegenheit gebracht, so lange bekam kein Mensch Urlaub und Aranza wusste genau, dass er einen Job hatte! „Kannst Du nicht eine Freundin fragen ob sie Dir den Bauaufseher macht?“

„Hm ja…doch. Ich organisiere das! Aber bitte reise nicht vor Morgen ab, da Red offenbar auch auf Unicorn Isle weilt, kann er Dir ja ein wenig helfen!“

„Grr……. na gut. Aber morgen bin ich dann erst mal wieder daheim in NY!“

Jamie hatte eine ganze Weile auf dem Strohballen gehockt und gegrübelt nachdem Aranza aufgelegt hatte. Was für ein Durcheinander! Unten am Haus warfen die Arbeiter sich gegenseitig Scherze zu, ihr Lachen klang über die ganze Insel während sie zwei kleine Bagger und Gerät das er nicht kannte von Bord schafften. Schließlich hatte er einen Plan, es galt nun lediglich noch diesen Red und Isar mitzuteilen.

Gegen Nachmittag, als die Pflanzen in Sicherheit waren und die Arbeiter begannen das Gewächshaus abzureissen, hatte er sich von Red verabschiedet, der ihm erklärt hatte er habe eh nach Hawaii zurück gemusst um ein Seminar abzuhalten. Dann hatte er sich mit dem Satyr auf die Heimreise an den Ort gemacht, an dem vor so kurzer Zeit alles begonnen hatte: Sein Loft.

Vermutlich würden sie zurückkehren wenn die Bauarbeiten abgeschlossen waren, aber das konnte er nicht so genau sagen, denn wie lange es dauern würde die Replik dieser Wassermühle hinzustellen, das konnte Jamie nicht abschätzen.

Es sollte schneller gehen als er vermutet hatte, denn die Replik war von der Firma bereits in Fertighausbauweise vorgefertigt worden, in weniger als zwei Wochen würde sie bezugsfertig eingerichtet sein, Aranza hatte wirklich gut geplant und nichts dem Zufall überlassen.

______________________________

OOC: Kling ein wenig verquast? 🙂

Ich weiss. Erklärung ist, ich habe nunmal den spontanen Einfall gehabt das Hausboot zu entsorgen, welches mir optisch nicht so wirklich zum Rest der Insel zu passen schien, und besagte Mühle aufzustellen. Im RP gibt es einen cut, die zwei Wochen vergehen fade to black, und ruckzuck wird weitergespielt werden ;). Also, sofern Isar sich benimmt und in den zwei Wochen keinen Ärger macht.

 

Advertisements

2 Kommentare zu „Kap8: Unverhofft kommt oft.

  1. Du, die Idee ist gar nicht mal übel :), denn auch wenn wir in das NY Loft wechseln, haben wir keine Mitspieler die seine Faux……..wasn da die Mehrzahl….Faux pässe? lol…………….bemerken und drauf reagieren. Aber so eine Liste würde glatt n neues Kapitel ergeben 🙂 Mach mal. Zeitlich.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s