Kap1: Besuch aus dem Nichts

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Um einen besseren Einstieg in die Story zu finden oder frei nach „was zuvor geschah“ möge der geneigte Leser sich hier informieren

Er hatte sich langsam aus dem Bett im Stall gemogelt ohne das Wesen dabei aufzuwecken. Nach einem langen, nachdenklichen Blick auf den Schlafenden war er dann nach unten ins Haus gehuscht und während er sich in eine Badehose zwängte und sich Honeysmacks in den Rachen schaufelte, wählte er eine Nummer aus der Vergangenheit auf dem Smartphone. Reddy würde wissen was zu tun war.

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Jamie wollte es nicht wirklich wahr haben, aber die Ereignisse wuchsen ihm über den Kopf. Er hatte Isar auf seine Frage wieso er die schamanische Ausbildung nicht fortgesetzt hatte erklärt, dass es nicht die rechte Zeit dafür war.

(Isar, dieses Wesen, dieser Satyr….oder besser gesagt hatte er sich selbst als Hybrid aus einem Satyr und einem Greif bezeichnet. Das war kurz nachdem er aus dem Nichts in Jamie’s kleinem Loft in New York aufgeschlagen war. Es hatte eine Weile gedauert bis Jamie begriffen hatte, dass er nicht träumte. Nach einigen verblüfflichen Erlebnissen, einem höchst spannenden Austausch über den Ort von dem Isar offenbar stammte und eine ziemlich abgefahrene erotische Stunde, hatte er erst einmal schlafen müssen, um das Erlebte zu verdauen. Nachdem Isar seinen Kühlschrank geplündert und menschliche Form angenommen hatte, waren sie dann auf Aranza’s Insel gefahren, und während sie auf der Fähre standen kam ihm dieses entzückende Wesen vor wie eine verwirrende Mischung aus Kind und lüsterner Ziege…….ehm nein! Keine Ziegenwitze!)

Die rechte Zeit die schamanische Arbeit wieder aufzunehmen war seines Erachtens immer noch nicht. Sein Job als Modern Dancer in diesem kleinen Theater fraß genügend Zeit und Energie! Doch sein Lehrer, dessen war er gewiss, würde ihm jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen. Spirituelle Ausbildungen konnten ins Stocken geraten, aber sie waren nur geparkt, nie aufgehoben. Was immer man sich erarbeitet hatte würde einen ein Leben lang nicht mehr verlassen.

Kauend lauschte er dem tutenden Freizeichen…. „geh schon ran, Reddy!“  – „Hello?“  – „Hi Red! Hier ist Jamie.“

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Ein Moment verblüfftes Schweigen. Dann, lachend: „Dann drückt der Schuh. Hi Jamie, es ist über ein halbes Jahr her! Wo brennt’s denn?“  –  „Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll, Red!“  –  „Da kann ich Dir nur empfehlen was bereits zu einem recht abgedroschenen Gemeinplatz wurde: Fang‘ schlicht mit dem Anfang an!“  –  „Was assoziierst Du mit dem Begriff „Umbra“? Und ich rede NICHT von erdigen Rot und Braun Tönen, Red!“ Der Schamane hatte am anderen Ende der Leitung hörbar die Luft eingesogen. Dann war ein knappes und möglicherweise keuchendes „Leg los!“ zu hören.

Er hatte geseufzt und die Augen verdreht, aber Reddy hatte ja recht. Beginnend mit dem Bericht über die Unterhaltung mit den Einhörnern auf der Lichtung, über die Information wieso diese überhaupt zustande gekommen war, den Bogen schlagend zu dem Moment als Isar plötzlich in seinem New Yorker Loft materialisierte und endend mit einem „Fuck ich bin durcheinander, Red! Hilf mir mal das Hirn aufräumen bitte!“, hatte er eine geschlagene Viertelstunde in sein Handy gesprochen. Seine Kehle brannte, er war es gar nicht gewohnt solch‘ epische Ergüsse in sein I Phone zu blubbern.

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Wieder diese quälende Stille. Die Atemzüge des Schamanen schienen in seinen Ohren zu einem lauten Dröhnen zu mutieren. Ein Räuspern…..

„Und dieser Hybrid hat beschlossen bei Dir zu bleiben?“  –  „Sofern ich ihn nicht missverstanden habe hat er das vor, ja.“  –  „Und wegen den Einhörnern hält er Dich für einen Magus?“  –  „Ich bin verwirrt, Reddy. Aber ja, so verstand ich ihn. Auch wenn ich keine Ahnung habe was in dieser Umbra Region als Magus bezeichnet wird. Ich habe versucht mental in diese Welt zu reisen und Du weisst, dass ich gut darin bin … im mentalen Reisen… aber….“

Man konnte Red förmlich nicken hören  „… sie blieb Dir verschlossen und Du konntest keinen der üblichen Geisthelfer auftreiben?“  –  „Ja.“

„Wo bist Du?“  –  „Auf Aranza’s Insel.“  –  „Shit. Bleibe dort mit ihm! Ich nehme den nächstmöglichen Flug von Hawaii aus.“ Jamie hatte sich verschluckt. „Das hört sich an als würdest Du eine Gefahr in ihm sehen……….“

„Nicht unbedingt in IHM, Jamie………..“  –  „Du sprichst in Rätseln!“

„Ich weiss. Bleib einfach dort. Ich bin auf dem Weg.“

Die Verbindung war abgerissen, Jamie hatte keine Ahnung ob Red aufgelegt hatte oder ob sie gestört worden war. Unwillig schnaufend hatte er die Wahlwiederholung betätigt, doch Red’s Handy meldete nur lakonisch „The person you have called is temporarily not available, please call again later!“

Mit einem halb unterdrückten Fluch hatte er das Handy in die Ecke gepfeffert und war zum Wasserfall gerannt. Möglicherweise würde ja das eiskalte Wasser die Verwirrung in seinem Hirn klären. Hoffentlich würde Aranza noch eine Weile auf dem Festland bleiben, oder wo auch immer sie und das Kind auch waren!

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Jamie zischte laut durch die Zähne als der erste eisige Strahl seine erhitzte Haut traf…….dann verschmolz er förmlich mit den kalt glitzernden Wassermassen. Als er die Dusche beendete prickelte zwar seine Haut, aber in seinem Kopf hatte sich nichts geändert. Gar nichts. Nickesse. Niente. Nada.

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